Länderabend
: Lipizzaner und 1200 Nationalgerichte

Knapp zwei Dutzend Gäste hatten sich zum Länderabend eingefunden: Slowenien stand auf dem Programm.
Von
Thomas Berger
Müncheberg
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Erkundungen, die auch durch den Magen gehen: Zum Abschluss des Länderabends über Slowenien gab es wie immer das Buffet mit landestypischen Gerichten, einer kleinen Auswahl der äußerst vielgestaltigen Küche des Balkanstaates.

Thomas Berger

Die Rede ist von Slowenien — ein Land, das als eigenständiger Nationalstaat der Neuzeit erst 1991 mit dem Zerfall des früheren Jugoslawien geboren wurde, sich zuvor immer unter wechselnder Fremdherrschaft befand. Gerade deshalb, so wurde am Donnerstag beim Länderabend in der Vorbereitung auf den diesjährigen Weltgebetstag deutlich, sind die kulturellen Einflüsse so divers. Ob aus Italien, Österreich, Ungarn oder Kroatien — von all diesen Nachbarn, die zeitweise auch Gebiete beherrschten, gibt es Elemente, die sich bis heute in slowenischen Traditionen finden. Ganz besonders auch in der Küche, die mit 1200 Nationalgerichten äußerst vielfältig ist, wie die Zuhörer erfuhren. Sowie am Ende am vorbereiteten Buffet selbst einmal auszugsweise testen konnten.

Knapp zwei Dutzend Gäste hatten sich in den Räumlichkeiten der evangelisch–freikirchlichen Gemeinde eingefunden. Eine muntere, wirklich ökumenische Runde, wie sich Cornelia Deutschmann namens des Vorbereitungsteams freute. Auf den Tischen standen auch schon die dekorativ gestalteten Einladungskärtchen für den 1. März, wenn der Gottesdienst zum Weltgebetstag ansteht. Ganz bewusst habe man ihn diesmal nach Hoppegarten verlegt, unterstrich Cornelia Deutschmann: „Wir wollen ja, dass sich die Leute ein wenig bewegen, auch mal die anderen Kirchen der Gemeinde kennen lernen.“

Reichhaltig war das, was die Besucher an neuen Erkenntnissen vom Länderabend mitnehmen konnten. Sei es zu dem Umstand, dass es in Slowenien eine starke Frauenbewegung gab, die sich schon im späten 19. Jahrhundert herausbildete. Kein Wunder also, dass im Zweiten Weltkrieg fast ein Drittel der Partisanen weiblich war und schon in den Siebziger–Jahren ein Gesetz für eine 30–Prozent–Frauenquote im Parlament verabschiedet wurde.

Interessantes gab es auch über die Lipizzaner: Die berühmten Pferde aus der slowenischen Karstregion wurden schon 1915 erstmals kurzzeitig nach Wien und sogar über die Elbe verbracht. Eine zweite „Sicherstellung“ im Zweiten Weltkrieg brachte in der Nachfolge den Grundstock der Spanischen Hofreitschule in der österreichischen Hauptstadt. (bg)