Dass der Seriencross, die beliebte Laufserie von Märkisch-Oderland, in diesem Jahr erst im September sein Finale fand, war zwar ungewöhnlich für die Leichtathleten, aber so richtig gestört hatte es nicht. Erst Ende August wurde entschieden, auch den vierten Teil der Serie auszutragen. Nach Stationen in Neuenhagen, Seelow und Schöneiche traf sich die Laufgemeinde nunmehr in Strausberg.
„Die Vorbereitung war kurz, aber es hat sich gelohnt“, sagte Jörg Oswald, der sich sehr für das Entgegenkommen des Sport- und Erholungsparks (Stadtwerke Strausberg GmbH) bedankte. Kurzerhand wurden eine neue Strecke abgesteckt und einige Hindernisse aufgebaut.
Man trifft bei den regionalen Laufveranstaltungen viele Bekannte, wie Sigmar Grabow aus Neuenhagen, der mit 82 Jahren der älteste Teilnehmer am Lauf war. „Gewinnen muss ich nicht mehr“, sagte er und erinnerte sich noch an die erste Auflage im Jahr 1961 in Seelow. Damals war er Sieger und natürlich war er in seiner Altersklasse einziger Starter und somit automatisch auch Pokalgewinner.
Mit dabei war ebenso Norbert Luckow aus Hennickendorf. Der 68-Jährige erregte Aufsehen, denn er lief sein Rennen wieder einmal barfuß. Und auch für ihn war die Teilnahme mehr wert, als eine Bestzeit zu laufen oder gar einen Pokal zu gewinnen. Aber er absolvierte alle vier Läufe erfolgreich und gewann somit in seiner Altersklasse eine goldene Trophäe.

Großes Talent beim KSC

In diesem Jahr ist bei den Leichtathleten vieles anders. Einige geplante Höhepunkte fielen aus und so waren die meisten wirklich dankbar, sich einmal in einem Wettkampf zu zeigen. Ein ganz großes Talent wächst in Strausberg heran: Sophie Lüttkopf startete für den KSC Strausberg. Die 13-jährige Schülerin lief ihrer Konkurrenz auf und davon. „Sie ist ehrgeizig und sehr effizient in ihrem Laufstil. Sophie macht raumgreifende Schritte und was sie zusätzlich auszeichnet, sie ist selten nervös vor ihrem Start“, sagte ihr Trainer Paul Fengler, der dann wenige Minuten später selbst an den Start ging.
„Paul ist in einer Bestzeitform“, sagte sein Freund Carsten Krüger, der mit seiner Familie, Frau Jördis und seinen drei Kindern, aus Hannover angereist war. Tatsächlich gewann Fengler. „Oh, das war heute schwer. Ich bin auch mehr der 800-Meter-Läufer. aber es hat riesen Spaß gemacht“, gestand er nach dem Lauf udn gratulierte auch Krüger zu einer guten Leistung.
Hinter den beiden Strausbergern kam Jannik Fraikin aus Erkner ins Ziel. Wichtiger aus seiner Sicht war, dass er die Gesamtwertung in der U 18 gewinnen konnte. Ein schöner Erfolg für den 16-Jährigen, den er mit seiner Mutter Ulrike feiern konnte. Der Schüler der zehnten Klasse, der ein Fan der Fächer Mathematik und Physik ist, hat ein weiteres sehr interessantes Hobby – selbst gemachte Musik. „Wenn er sich nicht gerade im Lauftraining befindet, spielt er Blockflöte und das Waldhorn“, berichtet seine Mutter, die natürlich sehr stolz auf ihren Jungen ist.

Gute Stimmung beim SV Gaselan

Zufriedenheit gab es auch im Lager der Läufer, die mit den markanten roten T-Shirts unterwegs waren. Sandro Knoblich betreute gut gelaunt die neun Talente der SG Gaselan Fürstenwalde. Er selbst absolviert derzeit einen Lehrgang und steht kurz vor der Prüfung, um dann mit einer C-Trainerlizenz die Athleten betreuen zu können. Zu denen, die alle vier Läufe absolviert und sogar auch alle gewonnen hatten, gehört Henriette Kröhnert aus der Altersklasse U 12. Sie wird demnächst elf Jahre und bekam die ersten Glückwünsche von ihrer Mutter Helen Jaworski.
Erschöpft, aber trotzdem einen sehr glücklichen Eindruck, machte im Zielbereich Frank Bräuer, der für den SV Blau-Weiß Petershagen-Eggersdorf startete. „Ich bin Kraftfahrer, was ein harter, aber für den Körper einseitiger Job ist“, erzählte der 57-Jährige. Nach einer schweren Erkrankung hatte er für sich das Laufen entdeckt. „Der Sport hat mir sehr geholfen, und ich versuche, so oft wie es eben geht, in Form zu bleiben.“ Für ihn reichte es in der Endabrechnung der Cross-Serie zum zweiten Platz.
Am Rande des Geschehens stellte sich heraus, dass sogar ein Weltmeister nach Strausberg gekommen war. Günter Linke wohnt in Schöneiche und begleitete die Starter der IGL Schöneiche. Linke ist 84 und immer noch aktiv. Er ist aktueller Weltmeister in seiner Altersklasse über 200 Meter. „An sich bin ich ein Mehrkämpfer berichtet er.
Die Läufer der Region haben jetzt noch einen Höhepunkt im Blick. Am 3. Oktober wird der Strausseelauf gestartet. „Allerdings muss ich ein wenig auf die Euphoriebremse treten“, sagte Wilfried Krüger vom KSC Strausberg. „Wir mussten auf Grund der aktuellen Entwicklung die Zahl der möglichen Starter eingrenzen. Am Hauptlauf können sich nur 400 Läufer beteiligen.“ Inzwischen musste der KSC als Veranstalter die Anmeldelisten schließen. Es werden keine Nachmeldungen mehr möglich sein. „Das heißt, dass auch am Veranstaltungstag nicht mehr gemeldet werden kann. Es wird auch keine Ausnahmen geben können“, sagte Krüger.