Nachwuchs: Kita-Kinder als Handwerker
Seit Anfang Dezember hatten sich vier- bis sechsjährige Mädchen und Jungen aus dem Zwergenschloss auf diesen Tag vorbereitet. Am Donnerstag nun durften sie vor die „Jury“ treten und zeigen, was sie gelernt haben. Denn vier Gruppen mussten jeweils einen Beruf so vorstellen, dass die Juroren ihn erraten können.
„Ich arbeite in freier Natur“, verriet Vito (5 Jahre) zum Auftakt, und Amelie (5) und David (6) ergänzten, man arbeite im und am Wasser, mit Kescher, Angel, Netz und Reuse und fahre mit dem Boot hinaus. Dazu präsentierten sie die passenden Utensilien. Auch einen Fisch. Allerdings aus Plastik. Da war es dann nicht mehr schwer, auf den Fischer zu kommen.
Giulia (6), Jonas (6) und Charlotte (4) hantierten mit Gummihammer, Handschuh und Schnur als Pflasterer/Straßenbauer, Emma und Alex (beide 5) präsentierten sich als Kfz-Mechatroniker und Bella und Hanna (ebenfalls beide 5) gaben mit Kamm, Bürste und Föhn die Friseurinnen.
Im Vorfeld hatten die Mädchen und Jungen das Begleitbuch zur Aktion mit fast 500 Illustrationen zu einem Dutzend Handwerksberufen studiert und mit ihren Erzieherinnen Eliza Baranska und Kerstin Siewert sowie Ehrenamtlerin Nancy Düsing Betriebe in der Umgebung besucht. Zum Beispiel den Kageler Fischer Lupe. „Wir hatten uns ohnehin vorgenommen, die heimische Tierwelt in den Seen zu ergründen, da passte das ganz gut“, erzählte Erzieherin Kerstin Siewert. Und als Bürgermeister André Schaller am Ende fragte, ob das vielleicht ein Beruf für den einen oder anderen sein könnte, gingen tatsächlich ein paar Hände nach oben.
Ähnliches dürfte für den Friseur gelten, über den sich die Knirpse im Rüdersdorfer Salon Trend ein Bild machen konnten. Emil waren dort bunte Strähnchen verpasst worden, erinnerten sie sich. Und in der Autowerkstatt von Retho Sager durften sie Licht einstellen und beim Radwechsel dabei sein. Der Straßenbauer kam sogar mit dem Bagger in die Kita: Der Vater eines Mädchens stellte den Beruf dort vor.
Bis zum Sommer würden Betriebsbesuche noch fortgeführt, kündigte Eliza Baranska bereits an. Unter anderem wolle man sich in einer Bäckerei und mit Malern verabreden. „Die Kinder sind ja mit Freude dabei, stellen viele Fragen“, berichtete sie. Und der Bürgermeister lud die Kita ein, auch im Rathaus vorbeizuschauen.
Von den Betriebsbesuchen hat die Kita ein großes Poster gestaltet, das nun an die AMH geschickt wird. Die will mit ihrem bundesweiten Kita-Wettbewerb unter dem Motto „Kleine Hände, große Zukunft“ Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren einen spielerischen Zugang zum Handwerk vermitteln. In diesem Jahr läuft bereits die sechste Runde. Es hätten sich aber noch nicht viele Kindereinrichtungen aus der Region beteiligt, sagt Janine Antoniak vom Förderverein der Maler- und Lackiererinnung Oderland- Spree. Sie hatte die Herzfelder Kita angesprochen. Innungsobermeister Sven van Dyk hatte zudem die „Oderfrösche“ aus seinem Heimatort Lebus für die Teilnahme begeistern können. Schließlich sind auch 500 Euro für ein Kita-Fest oder einen Aktionstag zum Thema Handwerk zu gewinnen. Einsendeschluss ist der 8. Februar. Die Entscheidung werde Ende Februar fallen, sagte er. Zusätzlich zum Poster wollen die Oderländer der Bundes-Jury eine CD mit einem Video der Präsentation mitschicken.
Sie hoffen, dass die Beispiele aus Lebus und Herzfelde Schule machen und sich in Zukunft in der Region mehr Kitas an dem Wettbewerb beteiligen. Ab dem Sommer könnten sie sich für die nächste Saison bewerben.
Mehr Infos: https://www.amh-online.de/projekte.html

