Nahverkehr: Aktionen für Bushalt am Grünzug

Busse in Märkisch-Oderland
Gerd MarkertSeit dem Fahrplanwechsel im Dezember verkehren mehrere Buslinien mit Anbindung an S- und U-Bahn in Hoppegarten, Neuenhagen und Fredersdorf-Vogelsdorf zu den Hauptverkehrszeiten im 20-Minuten-Takt. Dafür haben die drei Gemeinden mit dem Landkreis und dem Busunternehmen mobus einen Vertrag geschlossen und zahlen kräftig zu. Mit der Veränderung ist allerdings auch die Linie 941 aus der Straße Am Grünzug in Hönow verschwunden. Weil in dem Bereich viele ältere Bürger wohnen – dort wurde extra alten- und behindertengerecht gebaut, steht zudem ein Seniorenheim –, sehen sich gerade die betagten Bürger als „Verlierer“ der Taktverdichtung. Denn ihnen wurde die Verbindung zum U-Bahnhof Hönow und zum 943er Bus gekappt, der zum Ärztehaus in der Hoppegartener Lindenallee fährt.
Im Januar hatte Ortsvorsteher Christian Klahr Hoppegartens Bürgermeister Karsten Knobbe Listen mit 350 Unterschriften von Bürgern übergeben, die Verbesserungen fordern. Bereits im Dezember hatte er sich zudem an Landrat Gernot Schmidt gewandt, die neue Situation geschildert und Abhilfe verlangt. Schließlich ist der Landkreis Träger des Bus-Nahverkehrs.
Landrats-Beigeordneter Rainer Schinkel macht in seiner Antwort deutlich, dass im Zusammenhang mit der Taktänderung jede einzelne Buslinie geprüft worden sei, um die Fahrzeuge möglichst effektiv einzusetzen. Im Einvernehmen mit Hoppegarten habe man sich darauf verständigt, dass die Haltestellen am Grünzug nicht mehr angefahren werden, weil sonst andere Stopps entfallen müssten oder ein zusätzlicher Bus nötig wäre. Und der U-Bahnhof Hönow sei nur 450 Meter entfernt. Bis zu 500 Meter seien „im Regelfall eine zumutbare Entfernung“. Aufgrund des hohen Anteils älterer Bürger wolle man indes „verbesserte Zugangsmöglichkeiten zum ÖPNV prüfen“.
Zudem stellte er in Aussicht, dass eine neue Linie, die ab Dezember 2019 von Altlandsberg zum U-Bahnhof Hönow verkehren soll, die Haltestellen Am Grünzug anfahren könnte. Für eine Änderung der Linienführung der 941 auf den alten Zustand, die bereits eher greifen könnte, müsste hingegen der Vertrag mit den Gemeinden geändert und das Angebot vom Busunternehmen neu kalkuliert werden. „Da steckt ja mehr dahinter als einfach einmal mehr halten“, erklärte Schinkel. Ganz schnell sei dies folglich nicht machbar, aber wenn grundsätzliche Bereitschaft von Hoppegarten und den anderen Kommunen bestehe, würde man dies angehen. Auf jeden Fall sei zunächst „Hoppe-garten am Zug“.
Christian Klahr hat nach der Antwort weitere Schritte angekündigt. Als Ersten hat er ein Schreiben an die Vorsitzenden der Gemeindevertretungen von Fredersdorf-Vogelsdorf und Neuenhagen sowie des eigenen Ortes verfasst, in dem er das Problem verdeutlicht. Die Mobilität der älteren Mitbürger sei „erheblich eingeschränkt“, macht er klar. Es gebe nun in der Stienitzstraße eine schwer zu erreichende Bushaltestelle an einem Parkplatz. Ohne Bordsteinkante. Dadurch sei das Einsteigen erschwert. Er erwarte eine Lösung, weil die jetzige Variante nicht bürgerfreundlich sei. Und zwar schnell, damit das Problem kein Wahlkampf-thema werde.
Überdies kritisiert Klahr die finanzielle Belastung, die die Gemeinden bis zum Greifen des neuen Nahverkehrsplans tragen. Sie zahlen die Mehrkosten für den 20-Minuten-Takt. Für das Geld könnten weitere Radwege gebaut werden, die Autofahrer zum Umsteigen auf dem Weg zum Bahnhof veranlassen könnten.
Hoppegartens Bürgermeister Karsten Knobbe hat auf MOZ-Anfrage versichert, dass er das Thema nach den Winterferien „konkret besprechen“ wolle, gerade um Kostenfragen zu klären. Die Gemeinde werde sich auch um nötige bauliche Veränderungen am U-Bahnhof Hönow kümmern, sagte er. Erste Kontakte mit Berlin dazu habe es bereits gegeben.