Workshop in der Mensa
Am Montag stehen die zwei Vertreterinnen dieses noch sehr jungen Projektes in der Mensa des Altstadthortes vor einer ansehnlichen Gruppe von Eingeladenen und versuchen, sie für ihr Schwerpunktthema zu gewinnen: Nahverkehr in Altlandsberg.
Lobbyarbeit, würden die Politiker dazu sagen, doch eigentlich rennen die RaumPioniere in dieser Sache bei den Anwesenden offene Türen ein. Da sitzen Mitglied und Stadtverordneter Roland Marks (A & O/Altlandsberger Freie Wähler) und die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Margot Pietsch, in der Runde. Ebenso Ralf Marquardt für den Seniorenbeirat, Michael Töpfer als Chef der stärksten Fraktion (Bürger für Stadt und Land) in der Stadtverordnetenversammlung, aber auch Ricarda Heuke und Rainer Kegel von den Ortsbeiräten Wegendorf und Bruchmühle, Stephen Ruebsam von der Schlossgut GmbH und später trifft auch noch Bürgermeister Arno Jaeschke ein.
Sie alle sind in irgendeiner Weise vom Thema Nahverkehr betroffen, was sich auf den angepinnten Stichworten zu persönlichen Gründen für das Interesse an dem RaumPionier-Workshop nachlesen lässt: ausbaufähig, schulpflichtige Kinder, barrierefreie Haltestellen, lange Wartezeiten, kreative Lösungen oder damit es vernünftig läuft ...
Da lässt sich in der ersten Projektphase "Teambildung", die von Orientierung bis Zielfindung reicht, doch ansetzen. Zunächst wird daher gesammelt, was die Anwesenden im Raum selbst für Erfahrungen mit dem Nahverkehr gemacht haben. Auch wenn die Seite mit positiven Eindrücken deutlich weniger Punkte aufweist (Rufbusse laufen gut, pünktliche und klimatisierte Busse, Anschlüsse funktionieren, Linie 944 mit teils halbstündigem Takt), es gibt sie.
Auf der anderen Seite hingegen summieren sich berechtigte Forderungen bis hin zu schwer realisierbaren Vorstellungen. landkreis-übergreifender ÖPNV, knappe Anschlüsse, mangelnder Wochenend- und zumeist fehlender Abendverkehr, zu viele Umstiege finden sich da.
Neue Mitstreiter sind gefragt
Von all dem berichten die erwachsenen Teilnehmer, von ihren bisherigen Anstrengungen in Sachen Nahverkehr, den Schwierigkeiten dabei, der Finanzierung bereits eines Abendbusses zu Lasten der Stadt. Ein längerer und holpriger Weg tut sich da auf, doch die RaumPioniere nehmen auch Lösungsansätze mit wie eine Online-Umfrage zum Bedarf, Schnupperangebote für bessere Akzeptanz oder flexibler Rufbus.
Dranbleiben, weitermachen, neue RaumPioniere einbeziehen, lautet ihre Devise. Und so sollten sich Interessierte, jung oder auch älter, gleich den nächsten Treff am 15. September, 10 Uhr, in der Hortmensa, notieren.

Stichwort: RaumPioniere


Der Begriff RaumPioniere erklärt sich aus seinen beiden Wortbestandteilen Raum und Pioniere und stellt ein landesweit mögliches Projekt von Kinder- und Jugendbeteiligung dar. Es zielt da­rauf ab, dass sich Jugendliche mit ihren Bedürfnissen und Vorstellungen in ihrem Umfeld, ihrem Lebens-Raum, artikulieren und einbringen. Dabei soll im Team agiert, sollen aus Ideen möglichst realistische Pläne entwickelt werden. Wie bei Pionieren wird dabei neues Terrain erobert. Beispiele dafür gibt es bereits in Treuenbrietzen und in Wiesenburg. Unterstützt wird das Projekt RaumPioniere von der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Brandenburg (LKJ). rj