"Ich bin sehr froh, dass sich mit Ursula Langer eine so kompetente und engagierte Nachfolgerin zur Verfügung stellt, die dem Verein starke Impulse nach vorne verleihen wird und den Kneipp-Gedanken wirklich lebt", freut sich der scheidende Vorsitzende.
Kneipp braucht nicht viel
Kneipp wirklich leben, seine Intentionen verinnerlichen und sich täglich nach ihnen richten, dazu bedarf es nach Meinung von Ursula Langer keiner großen materiellen Ausstattung: "Wenn ich zur Zertifizierung in eine Kita komme und man mir stolz sagt: Wir haben sogar eine Sauna, wehre ich ab. Sebastian Kneipp hatte auch keine Sauna." Es gehe mehr darum, seine Idee von der gesunden Lebensweise, die  sich in den fünf Lebenssäulen manifestiert, im Alltag anzuwenden. Die fünf Säulen lassen sich mit den Begriffen Wasser, Heilpflanzen, Bewegung, Ernährung und Lebensordnung auf den Punkt bringen.
Ursula Langer ist heute 68 Jahre alt und steht fest auf beiden Beinen. Von 1971 bis in den April dieses Jahres war sie Kita-Leiterin in der Gemeinde Schönefeld südlich von Berlin. Wie Reiner Stolle befasste sie sich seit 2006 intensiv mit der Kneippschen Lehre. Damals drängten Mitarbeiterinnen sie dazu, ihre Einrichtung weiter zu profilieren, die Nachfrage zuziehender Eltern nach gesundheitsbewusster Kinderbetreuung wuchs. "mit einer Kollegin absolvierte ich, vermittelt von reiner Stolle, eine Fortbildung im Haus Waldfrieden in Buckow mit Praxisanteilen in der Kneipp-Kita Buckow bei Helga Bachert. Diese Kontakte knüpften wir fester." 2008 hatten alle 28 Erzieherinnen und technischen Mitarbeiter ihrer Kita Kneipp-Lehrgänge absolviert, war ein Barfußreflexzonen-Gang gebaut, den Kinder und Erzieherinnen täglich begehen. "Ich habe gelernt, dass diese tägliche Anwendung erst die gewünschten Wirkungen zeitigt", sagt Ursula Langer. Als die Kita in Schönefeld 2008 das Zertifikat bekam, überreichten es die Landesvorsitzende Gudrun Beckmann und Reiner Stolle aus Strausberg.
Seit 2016 ist Ursula Langer nun  selbst als ehrenamtliche Qualitätsmanagerin im Auftrag des Landesverbandes in Brandenburg unterwegs, um Einrichtungen zu prüfen. Das können Kinderkrippen, Kindergärten, Horte und Senioreneinrichtungen sein.
Kneipp leben ist ihr wichtig
"Ich spreche nicht nur mit den Leiterinnen und Erzieherinnen, sondern auch mit Kindern und Eltern, ob sie mit den Kneippschen Gedanken mitgehen, ob sie ihnen vertraut sind", erzählt Ursula Langer. Es sei wichtig, dass alle fünf Lebenssäulen in einer Einrichtung praktiziert würden, wobei nicht jede Gruppe alle gleichermaßen realisieren könne. Aber dass ein Kräutergarten da ist und die Köchin in gesunder Ernährung und der Anwendung von Kräutern geschult sei, das möchte schon sein.
Für die nächste Zukunft hat sich die neue Vorsitzende vorgenommen, alle Kneippeinrichtungen in Strausberg und Umgebung, die im Verband Mitglied sind, zu besuchen. Sie möchte sich vorstellen und deren Vorhaben erfahren. Schließlich wird im nächsten Jahr der 200. Geburtstag Sebastian Kneipps gefeiert.