Nach derzeitigem Erkenntnis­stand  der Polizei befanden sich die Beamten bereits wieder im Treppenhaus, da sperrte sich der Mieter ein und es waren aus der Wohnung Geräusche zu hören, die von den Beamten als Schüsse gedeutet wurden. Die Polizisten versuchten, Kontakt zu dem Mann aufzunehmen, was sich zunehmend schwierig gestaltete. Er warf nur noch Zettel aus dem Fenster mit Beleidigungen und Drohungen. Nun sperrte die Polizei das Gelände um das Haus ab. Rettungsdienst, Notarzt, Feuerwehr und ein Spezialeinsatzkommando der Polizei Brandenburg rückten daraufhin an. Die Spezialkräfte der Polizei übernahmen das weitere Geschehen. Sie stürmten die Wohnung und überwältigten den Mann. Den ersten Angaben zufolge soll dieser psychisch auffällig sein und wurde daher in eine psychiatrische Klinik verbracht. Die Polizei durchsuchte die Wohnung und fand dabei unter anderem eine Schreckschusspistole und Pyrotechnik. Die Absperrungen konnten gegen 8.20 Uhr aufgehoben werden. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Weitergehend wollte sich die Polizei auf Nachfrage der MOZ nicht äußern.
Der Vorfall war auch den ganzen Tag über Gesprächsstoff bei den Nachbarn in der Rüdersdorfer Straße. Kaum einer hatte den gesamten Vorfall beobachtet, vieles wurde über Hörensagen zu einem ganzen Bild gestaltet. So hatten Anwohner erwähnt, dass sich Polizei und der Mann fast eine halbe Stunde lang einvernehmlich unterhalten hatten. „Die standen die ganze Zeit hier fast vorm Haus und man hatte den Eindruck, dass sie sich einig sind“, berichtet ein Anwohner. Aufgefallen sei ihm im weiteren Verlauf, dass die Polizei sehr aggressiv in der Ansprache vorgegangen ist. „Warum man gleich mit einem Maschinengewehr auf ihn losgehen musste, ist mir ein Rätsel. Der war doch schon eingeschüchtert genug“, erzählt ein Beobachter.

Räumungsklage stand an

Als schmächtig und eher zurückhaltend wird der Mittdreißiger beschrieben.  Der Mann sei durch das soziale Netz gefallen, erklärt ein Nachbarn. So soll Geldnot ständiger Begleiter des Täters gewesen, fügte er hinzu. Mietschulden soll er gehabt haben, die dazu führten, dass der der Mann aufgrund einer Räumungsklage seine Wohnung verlassen sollte. Seitdem wurde er nur noch selten von den Nachbarn gesehen. Alkohol- und Drogenprobleme des 36-Jährigen sollen sich so noch verstärkt haben. „Es ist schade um den Mann. Keiner hat sich wirklich um ihn gekümmert, aber er hat auch nicht wirklich jemanden an sich herangelassen“, berichtet ein anderer Nachbar. Vorwürfe macht er sich, dass er nicht im Vorfeld tätig geworden ist. „So richtig bewusst wird einem die Not von anderen erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist“, fügte er hinzu.
Mit Ansprachen wollte die Polizei den Mann aus der Wohnung holen, das SEK sicherte derweil die Fluchtwege. Später musste der Mann aus der verwahrlosten Wohnung geholt werden. Dabei protestierte er lautstark gegen Polizeigewalt, ließ sich aber ohne körperlichen Widerstand abführen.