Raub in Berlin-Marzahn
: Überfall und Schüsse auf Geldtransporter, Prozess startet

Prozessauftakt in Berlin: Nach einem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter in Marzahn stehen vier Männer vor Gericht. Ihnen wird schwerer Raub und versuchter Mord vorgeworfen.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Berlin
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Nach dem spektakulären Überfall auf Geldtransporter in Berlin-Marzahn im März 2025 startet nun der Prozess gegen vier mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Berlin.

Nach dem spektakulären Überfall auf Geldtransporter in Berlin-Marzahn im März 2025 startet nun der Prozess gegen vier mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Berlin. Die Täter setzten damals ein Tatfahrzeug in Brand.

Dennis Lloyd Brätsch
  • Prozessauftakt in Berlin: Vier Männer wegen Überfalls auf Geldtransporter in Marzahn angeklagt.
  • Tat im März 2025: 2,4 Mio. Euro erbeutet, Schüsse abgefeuert, Flucht mit Blaulicht-Wagen.
  • Polizei fand Fluchtfahrzeug mit Geldkassetten in Neukölln, Täter zunächst nicht gefasst.
  • Verdächtige (20-26 Jahre) in Neukölln und Lichtenberg festgenommen, Untersuchungshaft seit Mai 2025.
  • Angeklagt wegen versuchten Mordes, schwerem Raub und Kriegswaffenkontrollgesetz-Verstößen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund zehn Monate nach einem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter in Berlin-Marzahn beginnt nun der Prozess gegen vier mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Berlin. Die Männer sollen im März 2025 einen Werttransport in der Marzahner Chaussee überfallen haben. Dabei fielen Schüsse, ein Tatfahrzeug wurde in Brand gesetzt und die Täter rasten mit einem Auto, angeblich samt Blaulicht, quer durch die Stadt. Am Ende kam es zu einem Großeinsatz von Spezialeinheiten in Berlin-Neukölln.

Rückblick: Am Sonntagabend, dem 23. März 2025, war ein Geldtransporter kurz nach 22.40 Uhr auf der Marzahner Chaussee unterwegs, nur wenige hundert Meter vom Firmensitz entfernt. Nach bisherigen Ermittlungen wurde das Fahrzeug von zwei Autos gerammt und eingekesselt. Mehrere bewaffnete Männer stiegen aus, öffneten den Transporter gewaltsam und feuerten gezielt Schüsse ab. Trotz der Attacke blieben die Insassen dank der Panzerung unverletzt.

Täter flüchten mit Millionen-Betrag nach Berlin-Neukölln

Die Täter erbeuteten insgesamt 26 Geldkassetten mit rund 2,4 Millionen Euro Bargeld. Anschließend setzten sie eines der Tatfahrzeuge in Brand und flüchteten mit dem zweiten Wagen durch Berlin. Zeugen berichteten damals, dass das Fahrzeug mit einem Blaulicht ausgestattet gewesen sein soll. Auf der Flucht kam es zudem zu mehreren Unfällen, die die Polizei später auf die Spur des Wagens brachten.

Kurze Zeit später fand die Polizei das Fluchtfahrzeug verlassen auf einem Gewerbegelände an der Neuköllnischen Allee. In dem Wagen wurden die geraubten Geldkassetten sichergestellt. Ein Spezialeinsatzkommando durchsuchte den Gewerbekomplex, zunächst jedoch ohne die Täter zu stellen.

Während die Ermittler in Marzahn Spuren sicherten, rückten in Neukölln Hundertschaft und Spezialeinsatzkommando an.

Während die Ermittler in Marzahn Spuren sicherten, rückten in Neukölln Hundertschaft und Spezialeinsatzkommando an.

Dennis Lloyd Brätsch

Vier Verdächtige in Neukölln und Lichtenberg festgenommen

Nach umfangreichen Ermittlungen gerieten vier Männer im Alter von 20, 21, 24 und 26 Jahren ins Visier der Ermittler. Zwei von ihnen sollen sich nach der Tat vorübergehend in die Türkei abgesetzt haben, später jedoch nach Deutschland zurückgekehrt sein. Am 28. Mai 2025 nahmen Spezialkräfte die Verdächtigen bei Durchsuchungen in Berlin-Neukölln und Lichtenberg fest. Seither befinden sie sich in Untersuchungshaft.

Am Montagvormittag (5. Januar) startet nun der Prozessauftakt vor dem Landgericht Berlin. Den vier mutmaßlichen Tätern wird nach Angaben des Landgerichts Berlin vorgeworfen, sich zu einer Bande zusammengeschlossen zu haben, um bewaffnete Überfälle auf Geldtransporter zu begehen. Die Gruppe soll über eine eigene Gewerbeimmobilie in Neukölln verfügt haben, in der unter anderem mehrere Fahrzeuge, eine Kalaschnikow sowie Werkzeuge für die Taten bereitgehalten worden seien.

Konkret stehen die Vorwürfe des versuchten Mordes, des schweren bandenmäßigen Raubes sowie Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz im Raum. Laut einer Mitteilung des Strafgerichts soll einer der Angeklagten mit einer Kalaschnikow gezielt aus kurzer Distanz auf den Fahrerraum des Geldtransporters geschossen haben, als der Fahrer versuchte zu fliehen. Weitere Schüsse seien aus dem hinteren Bereich in das Innere des Transporters abgegeben worden. Für den Prozess sind bislang 23 Tage bis zum 11. Mai anberaumt.