Ritterfest in Eggersdorf
: Hoch zu Ross mit Lanze, Schwert und Fackel

Die hohe Kunst im Umgang von Mensch und Pferd war beim Ritterfest am Drachenmoor auf vielfältige Weise zu erleben.
Von
Thomas Berger
Eggersdorf
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  • Zielsicher mit der Lanze: Prinzessin Lea vorneweg, zeigten die Rittersleut zu Pferde nach dem Wettkampf ihr Können noch in einer speziellen Übung, bei der in Gruppe vier im Boden steckende Pappen aufzuspießen waren.

    Zielsicher mit der Lanze: Prinzessin Lea vorneweg, zeigten die Rittersleut zu Pferde nach dem Wettkampf ihr Können noch in einer speziellen Übung, bei der in Gruppe vier im Boden steckende Pappen aufzuspießen waren.

    Thomas Berger
  • Pferde-Feuershow: Die abendliche Darbietung am Sonnabend war das i-Tüpfelchen auf einem insgesamt eindrucksvollen Programm.

    Pferde-Feuershow: Die abendliche Darbietung am Sonnabend war das i-Tüpfelchen auf einem insgesamt eindrucksvollen Programm.

    Thomas Berger
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Mit ihrem feurigen spanischen Schimmel, auf dem die 20–Jährige regelrecht über die Turnierbahn flog, war Prinzessin Lea alias Lea Oppelt in Runde zwei des Turniers der erfahrenen Rittersleut zwar zweifellos die Schnellste. Zielsicher auch ihr Wurf mit der Lanze. Doch blieb beispielsweise der Kelch, der am Bahnanfang in vollem Galopp aufgenommen und hinten wieder abgestellt werden musste, auf dem kleinen Podest nicht stehen. Was, wie an einigen anderen Stellen, Okuli (Punkte) kostete.

Immerhin 14 standen am Ende bei ihr zu Buche, so viele wie auch bei Joanne von Eggersdorf. Stefanus von Krügersdorf, Beiname „der Bärtige“, kam auf einen mehr. Klare Siegerin dieser Runde aber seine Frau Angela mit 17 Okuli. Und zum Schluss gab es für die begeisterten Zuschauer auf der Freilichtbühne am Drachenmoor auch noch eine extra Vorführung — alle vier ritten da im Team und spießten mit der Lanze äußerst zielgenau kleine Pappen auf, die im Sand steckten.

Gastgeber Christian Scholle–Ziefuß, der zu seinem 50. Geburtstag viele Glückwünsche erhielt, musste sich diesmal verletzungsbedingt mit einer reinen Moderatorenrolle begnügen. Das berittene Bogenschießen auf der Sunbow–Ranch ist inzwischen um Kosakenreiten als spezielle Form erweitert wurden, die insgesamt im Kern etwa zwölfköpfige Truppe ist immer wieder auch mit Vorführungen oder zu Wettkämpfen im In– und Ausland unterwegs. So beispielsweise erst kürzlich mit der grandiosen Pferde–Feuershow, die es in dieser Form weithin kein zweites Mal gibt, bei einem großen Turnier in Polen.

Auf dem Gelände in Eggersdorf will Scholle–Ziefuß, so wie jetzt mit dem Ritterfest am Drachenmoor, künftig etwa vier größere Veranstaltungen pro Jahr bieten. Nicht zuletzt, um weiter für diesen speziellen Sport bei Kindern wie Erwachsenen zu werben. Die langjährigen Verdienste des Münchebergers in dieser Hinsicht wurden jetzt auch von einer Delegation der Spitze des Kreissportbundes gewürdigt.

Einheit von Mensch und Tier

Die hohe Kunst, wie Mensch und Tier im Bedarfsfall regelrecht zu einer Einheit verschmelzen, war an diesem Tag immer wieder zu bewundern. „Trickpferde haben haben ja ganz eigene Kommandos“, erzählte der gestandene Reiter, mit vielen Besuchern persönlich ins Gespräch kommend, mal am Rande. Schon die Ritterwettkämpfe tagsüber ließen immer wieder staunen, doch die Feuershow in der einsetzenden Dunkelheit war eindeutig das i–Tüpfelchen auf diesen Impressionen. Eine Extraeinlage gab Ruth mit ihrem „Feuerzauber“, dann sprangen Reiter über ein Feuerband aus brennendem Stroh und ließen ihre Tiere durch ein brennendes Portal schreiten.