Schloss Sanssouci: Mit der Familie in Potsdam – was kostet ein Tag?

Namensgeber und Mittelpunkt des Parks: Das Schloss Sanssouci, was „ohne Sorgen“ heißt, auf den Weinbergterrassen in Potsdam zieht vor allem im Sommer viele Besucher an.
Wiemke Reiners- Schlosspark Sanssouci in Potsdam: UNESCO-Weltkulturerbe, Eintritt bis 2026 kostenlos.
- Hauptattraktionen: Schloss Sanssouci, Friedenskirche, große Fontäne, historische Gartenanlagen.
- Eintrittspreise: Kombiticket „Sanssouci+“ ab 22 €, Kinder unter 7 Jahren frei.
- Geheimtipp: Botanischer Garten nahe Neuem Palais, App-Rallye für Familien.
- Gastronomie: Historische Mühle und Drachenhaus bieten regionale Gerichte ab 17,50 €.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mitten in Potsdam befindet sich der Park Sanssouci. Ein UNESCO-Weltkulturerbe mit vielen historischen Schlössern und Themengärten. Noch ist der Eintritt in den weitläufigen Park frei, doch ab 2026 könnte sich das ändern. Sollten Gäste dennoch Geld einstecken? Was kostet ein schöner Tag für eine vierköpfige Familie?
Der Park Sanssouci hat 26 Eingänge. Der bekannteste gilt bei vielen Besuchern bereits als Sehenswürdigkeit: das „Grüne Gitter“ an der gleichnamigen Allee. Von acht Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit stehen die mit goldenen Ornamenten verzierten Flügel des „Grünen Gitters“ offen. In diesem Jahr noch ohne Gebühr.

Das „Grüne Gitter“ ist der Haupteingang zum Schlosspark Sanssouci. Dahinter eröffnet sich eine Allee, die direkt zum Schloss führt.
Wiemke ReinersDahinter eröffnet sich eine große Allee, die direkt zum Schloss führt. Wer genug Zeit hat, sollte diesen Weg voererst links liegen lassen. Denn direkt rechts neben dem Eingang befindet sich die Friedenskirche.
Potsdam: Friedenskirche ist ein Ort für Ruhe und venezianische Kunst
Dieter Hertz-Eichenrode und seine Tochter stehen nebeneinander in dem Säulengang der Friedenskirche und betrachten einen Wandbrunnen. „Er ist jetzt hübscher, nach der Sanierung“, sagt der 92-Jährige. Er war lange nicht mehr in Potsdam, wollte aber etwas Schönes mit seiner Tochter unternehmen. Da bietet sich der Park Sanssouci natürlich an.

Potsdam: Dieter Hertz-Eichenrode und seine Tochter schauen sich den Brunnen im Säulengang der Friedenskirche an.
Wiemke ReinersIn der Friedenskirche wollen sie „die Atmosphäre und den Stil auf sich wirken zu lassen“. Zwischen den hellen Säulen ragen Tannenzweige in die Gänge, ihr Duft und das Plätschern des Brunnens wirken beruhigend. Folgen Besucher den Gängen, gelangen sie zu der berühmten Plastik des „segnenden Christus“.
Ein Gang weiter führt eine schwere Holztür in die Kirche und sperrt Glockenläuten und Gespräche aus. Um die kunstvollen Marmorarbeiten und das Mosaik in der Apsis zu sehen, muss kein Eintritt gezahlt werden – es wird lediglich um eine Spende gebeten.

Das Mosaik in der Apsis der Friedenskirche stammt aus der Kirche San Cipriano auf Murano. Friedrich Wilhelm IV. ließ es nach Potsdam bringen, als die Kirche abgerissen werden sollte.
Wiemke ReinersWer sich von dort aus direkt auf den Weg zum Schloss Sanssouci macht, kann sich die Statue der Flora im Marlygarten ansehen. Während der warmen Monate steht die römische Göttin der Blumen inmitten bunter Blüten. Von dort aus führen kleine Pfade zur Allee, an deren Ende die große Fontäne und das Schloss warten.
Große Fontäne vor den Weinbergterrassen zieht Besucher an
Hier kommt zum ersten Mal das Gefühl auf, an einem Sightseeing-Hotspot zu sein: Das Gras ist kurz, die Büsche sind akkurat gestutzt und es sind viele Menschen unterwegs. Vor allem Schulklassen, geführte Touristengruppen und Urlauber aus der Umgebung.
Zu dieser Kategorie gehören auch Ann-Kristin Carstens und Rüdiger Gottwald. Die beiden machen eine Woche Urlaub in Beelitz und genießen auf den Steinbänken vor der großen Fontäne die Sonne. Es riecht wie an der Havel. Wer hier die Augen schließt, vergisst schnell, dass er inmitten von vielen anderen Touristen ist.

Ann-Kristin Carstens und Rüdiger Gottwald machen Urlaub in Brandenburg. Sie sitzen auf einer der Stenbänke, die die große Fontäne umgeben. Hinter ihnen führen Treppen über die Weinbergterassen bis zum Schloss Sanssouci.
Wiemke ReinersZumindest so lange, bis eine der Schulklassen vorbeimarschiert. Eine große Gruppe stürmt die Treppen zum Schloss hinab und diskutiert lautstark über die Anzahl der Stufen – sie einigen sich auf 120. Immer wieder bleiben die Besucher bei ihrem Aufstieg stehen, um einen Blick zurückzuwerfen und Fotos zu knipsen: Der Ausblick lohnt sich.
Schloss Sanssouci ist bekannt für Prunk – und Kartoffeln
Auf der obersten Terrasse befindet sich das Grab von Friedrich dem Großen, der sich neben seinen Hunden hat beerdigen lassen. Statt Blumen schmücken Kartoffeln das Grab. Damit wollen die Kartoffel-Liebhaber den König dafür ehren, dass er die Knolle in Deutschland und Preußen bekannt gemacht haben soll. Dass die Legende längst widerlegt ist, hält die Besucher nicht davon ab, den Brauch fortzuführen.

Von den Weinbergterassen aus hat man einen tollen Blick auf die große Fontäne und den Park Sanssouci.
Wiemke ReinersDie Gartenanlagen, verschiedene kleinere Tempel, Statuen und die Neptungrotte sind frei zugänglich. Besucher, die einen Tag im Grünen verbringen möchten, müssen in Sanssouci kein Geld auszugeben.
Wer das Sommerschloss und Gebäude wie die Bildergalerie oder die Neuen Kammern von Innen sehen will, braucht ein Ticket. Das gibt es am Schloss und in den Besucherzentren am neuen Palais oder der historischen Mühle. Da mit dem Kauf feste Einlasszeit gebucht werden, sollten Besucher ihre Besichtigung vorab planen. Das geht auch von zu Haus im Online-Ticketshop.

Die Bildergalerie des Schlosses Sanssouci wurde von Friedrich dem Großen für seine Gemäldesammlung errichtet. Neben rund 180 Kunstwerken gibt es viele Statuen und kleine vergoltete Szenerien an der Decke.
Wiemke ReinersNach dem Ticketkauf und kurzer Wartezeit in der Schlange schlendern die Besucher im Entenmarsch und mit dem Audioguide am Ohr durch die engen Gänge und prunkvollen Räume im Rokoko-Stil. Dabei müssen sie ihre Rucksäcke vor dem Bauch tragen, um nicht versehentlich etwas umzustoßen.
Ticket-Preise und Öffnungszeiten Mai bis Oktober
Park
- täglich von 8 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit
- Freiwilliger Parkeintritt von 2 Euro pro Tag
Besucherzentren
- Historische Mühle: Di - So, 9:30 - 17:30 Uhr
- Neues Palais: Mi - Mo, 10 - 17:30 Uhr
Kombitickets
- Sanssouci+ : 22 Euro, ermäßigt 17 Euro
- Sanssouci+ Familie: 49 Euro für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder unter 18
- gelten für alle Schlösser und Gärten der SPSG, außer Schloss Sacrow, Jagdschloss Stern und das Belvedere Pfingstberg. Für letzteres erhalten Besucher mit Kombiticket den ermäßigten Preis.
Einzeltickets
- Schloss Sanssouci: Di - So, 10 - 17:30 Uhr | 14 Euro, ermäßigt 10 Euro
- Neues Palais: Mi - Mo, 10 - 17:30 Uhr | 14 Euro, ermäßigt 10 Euro
- Bildergalerie, Neue Kammern, Schloss Charlottenhof: Di - So, 10 - 17:30 | je 8 Euro, ermäßigt 6 Euro
- Chinesisches Haus: Di - So, 10 - 17:30 Uhr | 5 Euro pro Person, ermäßigt 4 Euro
Kinder unter 7 Jahren erhalten kostenlosen Zugang.
Weitere Infos zu Tickets und Schlössern sowie eine Tabelle zu allen Öffnungszeiten finden Sie auf der Homepage der SPSG.
Einkehren in historischer Mühle oder Drachenhaus kostet
Kommt nach der Besichtigung Hunger auf, ist das Gasthaus „Zur Historitschen Mühle“ die nächste Anlaufstelle. Die Hauptgerichte kosten zwischen 28 und 35 Euro, Vorspeisen und kleinere Gerichte zwischen 8,50 Euro (kleiner Salat) und 21,50 Euro (Bandnudeln mit Spargelragout). Zum Gasthaus gehört ein Biergarten.
Durch den nordischen oder den sizilianischen Garten gelangen die Besucher zum Orangerieschloss. Ein Teil ist von einem Gerüst verdeckt, wegen Renovierungsarbeiten finden keine Besichtigungen statt. Der Weg lohnt sich trotzdem.

Ein Spaziergang durch schöne Gartenanlage und ein Blick von den Terrassen des Orangerieschlosses lohnen sich, auch wenn eine Besichtigung der Innenräume wegen Sanierungsarbeiten nicht stattfinden kann.
Wiemke ReinersEtwas weiter in Richtung Neues Palais befindet sich das „Restaurant & Café Drachenhaus“. Mit Ausnahme der Riesengarnelen (55 Euro das Pfund) sind die Hauptgerichte hier etwas günstiger als im Gasthaus bei der Mühle: 17,50 Euro (Rote Linsen Curry) bis 27,90 Euro (Wiener Schnitzel vom Kalb). Kalte Getränke scheinen hier günstiger zu sein, für Kaffee zahlt man jedoch mehr, als in der Mühle.
Baustellenlärm am Neuen Palais in Potsdam
Das nächste Ziel vieler Besucher ist das Neue Palais. Der Weg führt durch den naturbelassenen und ruhigeren Abschnitt des Parks. Weniger geplante Beete, Touristen und Gelächter, mehr hohes Gras, Grillenzirpen und Jogger. In dieser Gegend befindet sich auch der Botanische Garten der Universität Potsdam – ein echter Geheimtipp!

Für die Sanierung des Neuen Palais mussten die Figuren abmontiert werden. Jetzt stehen sie hinter einem Bauzaun.
Wiemke ReinersIm direkten Umfeld vom neuen Palais dominieren Baustellenlärm und Motorengeräusche, denn Dach und Eingangsbereich werden saniert. Trotz der Sanierungsarbeiten steht das Neue Palais Besuchern offen – zu fest gebuchten Einlasszeiten.
Nicht weit entfernt befinden sich das von außen eher unscheinbare Schloss Charlottenhof und ein Rosengarten. Die bunten und abwechslungsreichen Innenräume können Interessierte nur im Rahmen einer Führung besichtigen.

Schloss Charolottenhof war ein Weihnachtsgeschenk für Friedrich WIlhelm IV.
Wiemke ReinersApp-gesteuerte Parkrallye begeistert Kinder und Familien
Dass sich ein Ausflug für Schulklassen, Touristengruppen und Paare lohnt, ist klar. Doch sind die historischen Gebäude was für Kinder? Gerade da Skateboardfahren, Ballspielen, das Baden in den Brunnen oder Wettrennen über die Wiesen (laut Parkordnung) verboten sind, könnte der Ausflug zur Geduldsprobe werden.
Abhilfe schaffen kann die Stadtreally-App Actionbound. Besucher können sich die App auf ihr Smartphone oder Tablet laden und anschließend einen QR-Code scannen oder bei der Bound-Suche „Sanssouci“ eingeben. Je nach Tour sind die Spielerinnen und Spieler ungefähr eine bis zweieinhalb Stunden unterwegs.

Das Chinesisches Haus befindet sich zwischen Schloss Charlottenhof und dem Schloss Sanssouci.
Wiemke ReinersDer „Bound“ führt sie durch bestimmte Bereiche und Attraktionen des Parks, indem Orte anhand von Bildern und Beschreibungen gefunden werden müssen. Mit der Standortfunktion erkennt die App, dass ein Spieler den richtigen Ort erreicht hat – und vergibt Punkte. Die gibt es auch für die richtige Antwort auf Fragen. So können Personen und Gruppen gegeneinander antreten. Neben Such- und Ratespaß liefert die App auch immer wieder kurze Fakten zu Personen und Gebäuden.


