Schlossgut-Konzert: Geladen zur Schubertiade nach Altlandsberg
Wie am Sonnabend in die Schlosskirche zu dem jährlich von der Fördergesellschaft Schlossgut organisierten Klassik-Konzertabend. Dazu hatte Klaus Schmitt erneut den Kontakt zu den Künstlern von der Komischen Oper hergestellt und die organisatorischen Fäden gezogen. So konnte in dem barocken Bauwerk diesmal eine „Schubertiade“ stattfinden. So wurden die von Freunden in Wien organisierten geselligen und der Kunst gewidmeten Abende mit Franz Schubert am Klavier genannt, erklärte Scheitzbach dem Publikum.
Einen solchen konnte das Publikum quasi miterleben: mit exzellenten Instrumentalisten, mit musikalischen „Juwelen“ des frühen österreichischen Romantikers, der schon mit 31 Jahren starb, aber ein großes musikalisches Werk hinterließ, und mit geistreichen und vergnüglich-eingängigen Einlassungen des Kammermusikers Scheitzbach – eine Schubert-Musik-Lehrstunde, die Lust auf mehr machte.
Zwar marschierten die fünf Musiker gleich zu Beginn in Richtung Bächlein sprich Forellenquintett, womit das angekündigte Programm erst einmal umgedreht wurde, doch damit nahm das Fischlein die Zuhörerschaft von Strausberg bis Berlin und Altlandsberg sofort gefangen. Sie folgte aufmerksam Scheitzbachs Worten, der das Werk lustvoll in Einzelteile zerpflückte, um sie mit seinen Künstlerkollegen an Piano, Violine, Viola, Cello und Kontrabass anschließend Satz für Satz wieder zusammenzufügen.
Da erfährt der erwartungsvolle Zuhörer vom Wechselspiel aus Melancholie und Spielfreude in der Komposition – angespornt von Scheitzbachs „Passen Sie auf, Sie werden es hören!“ – und verfolgt die Musik ganz anders.
Schlingpflanzen und Hindernisse
Da werden Vergleiche von Mozarts Menuetten zur Heiterkeit gemütlichen Wiener Schmähs bemüht, problematische Spielstellen für die Solisten akustisch verdeutlicht und mit „bobobobomm“ auch selbst intoniert. Da schildert der moderierende Musiker Gedankengänge, die Schubert beim Komponieren bewegt haben könnten – er sieht vor dem inneren Auge die Schlingpflanzen, durch die die Forelle gleitet, hört die Baumstämme, denen sie ausweichen muss ...
Je nach Publikum, jugendlich oder älter, verändere er schon mal den Ton seiner Moderation zu den jeweiligen Kompositionen oder Komponisten, sagt der weithin geschätzte Scheitzbach der MOZ in der Pause, doch das Gerüst bliebe schon dasselbe. Wie auch das Spiel der Musiker des Quintetts dem jeweiligen Ort angepasst werden müsse. Die Schlosskirche beispielsweise besitze „eine schöne Atmosphäre“, aber auch „viel Raum“, weshalb man „nicht überziehen“ dürfe.
Die schöne Melancholie
Keineswegs als überzogen, sondern wunderbar gelungen – wie anhand des Beifalls zu ermessen – wertete das Publikum auch den folgenden Teil des Abends. Der hielt musikalische Kleinodien wie das sehnsuchtsvolle Ständchen und das Ave Maria bereit. In Scheitzbachs Worten: Es ist das Traurige bei Schubert, das uns so glücklich macht.
Bei dem überwältigenden Impromptu Es-Dur für Klavier forderte Prof. Alexander Vitlin am Flügel besonderen Beifall heraus. Aber auch das eigentlich als Zugabe gedachte vierhändige „Momento musical“, bei dem Scheitzbach die tieferen Töne beisteuerte. Und so volkstümlich im besten Sinne, wie dessen Moderationen, endete dieser Abend – mit dem allseits bekannten Volkslied „Der Lindenbaum“ von Franz Schubert.
Zuvor bat Detlef Börold vom Veranstalter Schlossgut-Fördergesellschaft Klaus Schmitt auf die Bühne, um ihm für die ehrenamtliche Konzertorganisation zu danken. Er beendet diese nun, stehe indes noch im Hintergrund bereit. das Klassik-Konzert der Fördergesellschaft ist für 2020 schon verabredet.

