Eigentlich ist die Oma schuld und auch die Einwohner von Königs Wusterhausen, die unbedingt wollten, dass sich zum Lieblingsort des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I auch die schönste Brandenburgerin gesellt. Und beide haben es auf ihre Weise geschafft: Auf Wunsch der Oma hatte Josi sich beworben und wurde dann sogar zur „Schönsten Brandenburgerin 2020“.

Die Oma ist schuld

Schon lange hatte die Oma von Josi Borch erfolglos versucht, ihre Enkeltochter dazu zu bewegen, beim Wettbewerb um den Titel „Schönste Brandenburgerin“ mitzumachen und erst als sie selbst für eine längere Zeit ins Krankenhaus musste, konnte sich die Enkeltochter dazu durchringen, ihre Bewerbung einzureichen.
Denn Josi wollte ihrer Oma eine Herzensfreude machen und sie mit ihrem Bild überraschen. Auch wenn die Oma, Monika Malanowski, es fast verpasst hätte, einen Blick in die Zeitung zu werfen und es wirklich als allerletzte erfahren hat, war sie sehr gerührt von dem Mut ihrer Enkeltochter. Und auch was die Schönheit anbetrifft, sollte sie recht behalten: Josi Borch wurde im Oktober Monatssiegerin.

Mit ganz viel Herz

Da die schönste Brandenburgerin ja auf eher ungewöhnlichem Weg zu ihrer Bewerbung kam, war sie auch ganz überrascht, das zusätzlich zum Monatssieg im Oktober auch ein Gutschein von Douglas in ihr Haus flatterte, den sie dann auch prompt dazu verwendete, um ihrer Oma mit deren Lieblingsparfüm Danke zu sagen. Und genau das ist es, was die schönste Brandenburgerin in diesem Jahr ausmacht – ganz viel Herz.
„Schönheit hat gar nichts mit dem Äußeren zu tun, die Taten zählen, die man vollbringt. Wichtig ist, dass man für die Menschen um einen herum da ist, zuhört und hilft, wenn es nötig wird. Ich glaube, das brauchen wir gerade heute am allermeisten“, sagt die inzwischen 30-jährige Gewinnerin.

Von der Medizin zum Schmuck

Sie hat eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten absolviert und auch wenn sie diesen Beruf sehr geliebt hat, ist sie vor einem halben Jahr dem Ruf ihres Herzens gefolgt und arbeitet jetzt als Schmuckdesignerin bei milk-design in Strausberg: „Ich bin ein durch und durch kreatives Wesen und als mich der Geschäftsführer von milk-design gefragt hat, ob ich für ihn arbeiten wolle, habe ich nicht lange überlegt. Ich wollte nicht, dass ich irgendwann traurig bin, weil ich es nicht probiert habe. Als Schmuckdesignerin kann ich meinen Ideenreichtum voll ausleben. Wir fangen mit unseren ganz besonderen Schmuckstücken Emotionen, Erinnerungen und die schönsten Momente ein. Von der Hochzeit über Geburt der Kinder bis hin zu über Freundschaft oder enge Verbindungen zu unseren Haustieren. Naturmaterialien wie zum Beispiel Muttermilch, Haare, ein Stückchen vom Brautkleid und andere ganz persönliche Dinge werden in den Schmuck eingearbeitet. Ich stelle diese Stücke mit her, mache Fotos und auch Social Media. Dieses vielseitige Wirken entspricht genau meiner DNA.“

Grüner Daumen

Auch privat findet sie immer etwas, was sie schön findet und doch nicht den gängigen Idealen entspricht. Vor drei Jahren hat sie mit ihrem Mann Patrick zusammen ein Haus gebaut, und aus dem Feld ringsum soll ein Garten entstehen. Sie hat den ganzen Sommer über gepflanzt, und irgendwann ist das Gesträuch auch ins Haus gewandert.
Jetzt haust dort ein wahrer Dschungel voller exotischer Gewächse mit exorbitanten Ansprüchen. Eine Vitrine bietet extra hohe Luftfeuchtigkeit und Licht für panaschierte Pflanzen. Grünlinge also, die nicht mehr ganz grün sind und mit weißen oder zweifarbigen Blättern aufwarten. Ihr Mann Patrick, mit dem sie seit vier Jahren verheiratet ist, ist gerade sehr glücklich damit, dass die Bau- und Pflanzenmärkte geschlossen sind und der Weg für neue Mitbewohner so versperrt ist.

Mit Hilfe der Freunde, Facebook und Instagram

Nach dem Josi Borch Schönste des Monats Oktober wurde, brach, wie sie selbst sagt, eine lustige Zeit an: „Ich war sehr erstaunt, dass Leute, die ich seit Ewigkeiten nicht gesehen habe, sich bei mir meldeten und mir Komplimente machten. Irgendwie ist da das Fieber bei mir ausgebrochen. Ich habe meine ganze Familie angesteckt, alle haben mitgevotet und auch ihre Freunde ins Boot geholt, auf Instagram und Facebook gepostet und immer weitergetragen. Das war sehr spannend zu sehen. Zwei Tage nach dem Votingstart hat der stadtbekannte Uwe Kretschmar einen Post über mich und die Wahl zur „Schönsten Brandenburgerin“ veröffentlicht, und so entstand ein ganz neuer Hype. Es ging darum, den Titel in die Stadt zu holen und zu zeigen, das Königs Wusterhausen nicht nur der Lieblingsort des Preußenkönigs war, sondern auch die „Schönste Brandenburgerin 2020“ hervorgebracht hat.“

Gewinn für die Großeltern

Gerade überlegt sie, was sie aus ihrer glücklichen Situation machen und wie sie ihre Bekanntheit für einen guten Zweck einsetzten könnte. Derzeit sammelt sie noch Idee, man kann gespannt sein. Aber auf alle Fälle möchte sie die gewonnene Reise ihren Großeltern schenken, denn die Oma ist diejenige, die das Wellness-Wochenende wirklich verdient hat. Momentan ist das gesundheitlich zwar noch nicht möglich, aber da der Gutschein erst 2023 abläuft, bleibt noch viel Zeit, um wieder ganz gesund zu werden.