Schüler in Rehfelde
: Online-Petition für weiterführende Schule gestartet

Bereits seit einigen Jahren wird in Rehfelde um eine weiterführende Schule im Ort gerungen. Jetzt ist dazu eine Online-Petition gestartet worden. Wer die Adressaten sind und welche Gründe es gibt.
Von
Thomas Berger
Rehfelde
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Für eine weiterführende Schule: Dazu ist in Rehfelde jetzt eine Online-Petition gestartet worden. Worum genau geht es dabei?

Thomas Berger

Rehfelde ist die mit Abstand größte Gemeinde im Amt Märkische Schweiz, in der mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Amtes lebt – derzeit rund 5400 Menschen, Tendenz weiter steigend. Bisher allerdings können Kinder im Heimatort dort nur die Grundschule besuchen. Nach der 6. Klasse ist es mit den kurzen Wegen vorbei: Dann geht es entweder nach Strausberg, Müncheberg oder vereinzelt nach Rüdersdorf.

Bis vor knapp zwei Jahrzehnten gab es auch eine Sekundarstufe I in Rehfelde. Seinerzeit fehlten für deren Fortführung nur zwei Schüler, wie unlängst bei der Bürgerbühne zu diesem Thema im Familienzentrum in Erinnerung gerufen wurde. Bei den übergeordneten Stellen, die sich damals querstellten, war offenkundig nicht erkennbar, dass Rehfelde später zum erweiterten Speckgürtel gehören und einen starken Bevölkerungsaufschwung erleben würde. Etwa 100 neue Einwohner kämen derzeit pro Jahr hinzu, heißt es nun in einer Petition.

Initiator ist Elternsprecher Sven Lange

Gestartet hat sie Sven Lange, der umtriebige Schulelternsprecher der Grundschule, der neben Bürgermeister Patrick Gumpricht (FÜR) und Stephan Schwabe (Die Linke), Vorsitzender des Bildungsausschusses im Kreistag Märkisch-Oderland, auch einer der Podiumsgäste auf der Bürgerbühne im Oktober war. An die Mitglieder des Kreistags sowie an Landrat Gernot Schmidt (SPD) ist jetzt die Petition gerichtet.

„Die Planung neuer Schulen sollte allerdings nicht nur bestehende Zentren verstärken, sondern auch als Ziel haben, im Interesse der Kinder möglichst kurze Schulwege zu ermöglichen. Wir fordern deshalb den Kreistag Märkisch-Oderland auf, am Schulstandort Rehfelde die Planung und den Bau einer weiterführenden Schule zu beschließen“, lautet der Kernsatz des Textes. Begründet wird dies einerseits mit den bis zu einer Stunde pro Strecke langen Schulwegen, die es momentan für die betroffenen Schülerinnen und Schüler gebe. Andererseits mit dem klar ersichtlichen Bedarf angesichts der jetzt schon dreizügigen Grundschule, zwei Kitas allein im Ortsteil Rehfelde und schon existierender Planungen für 150 weitere Wohneinheiten im Gemeindegebiet. Die Zuziehenden seien dabei „in der Regel junge Familien mit ein bis zwei Kindern bis 12 Jahre. Viele dieser Familien erwarten zudem nach dem Zuzug weiteren Nachwuchs“, wie es heißt.

Zusätzliche Punkte aus Bürgerbühne-Runde eingearbeitet

Argumentiert wird zusätzlich mit Punkten, die schon bei der Bürgerbühne zur Sprache kamen. So hätten auch Kinder aus den Rüdersdorfer Ortsteilen Lichtenow und Hennickendorf kürzere Schulwege als bisher, wenn eine weiterführende Schule in Rehfelde als Option bestünde. Und eine solche Bildungseinrichtung würde überdies den örtlichen Sportverein und andere lokale Strukturen stärken.

Schon kurz nach dem Petitionsstart am 23. November hatten mehrere Dutzend Menschen unterschrieben, nach gut einem Tag wies die automatische Zählung bereits weit mehr als die Hälfte des Mindestquorums von 180 Beteiligten aus. Unterzeichnet haben auch Eltern, die erst demnächst zum Beispiel von Berlin nach Rehfelde ziehen, ein lokales Schulangebot aber bereits für ihren Nachwuchs als wichtig erachten. Die meisten Unterschriften kommen jedoch bisher aus dem unmittelbaren Ortsgebiet.

Kürzere Schulwege als zentrales Argument

„Die Zukunft unserer Kinder kann dadurch nur besser gefördert werden. Eine wohnortnahe weiterführende Schule zu haben, bringt unseren Kindern viele Vorteile, wie zum Beispiel mehr Schlaf, kürzere Wege hin und zurück mit dem Fahrrad, mehr Freizeit nach der Schulzeit“, heißt es in einem der rund 40 Kommentare. Der Kreis ist Adressat, weil es darum geht, eine solche Schule offiziell in dessen Schulentwicklungsplan zu verankern. Die Petition läuft zwar noch bis 22. Februar. Lange will aber schon in Richtung der kommenden Kreistagssitzung am 13. Dezember Druck aufbauen, wie er sagt: „Weiße Flecken muss man füllen, gerade auch im Bildungsbereich.“