Schulentwicklung: Geheimnis um Schulneubau in Neuenhagen gelüftet

Archivbild: Baugebiet am Gruscheweg in Neuenhagen im Herbst 2018
Gerd Markert/MOZDie Würfel sind gefallen. Nach mehr als zwölf Stunden Begutachtung der insgesamt 13 eingereichten Entwürfe von Architekten und Landschaftsplanern für den Schulcampus am Gruscheweg im Bürgerhaus in dieser Woche hat die Berliner Numrich Albrecht Klumpp Gesellschaft von Architekten mbH das Rennen gemacht. Das hat Neuenhagens Bürgermeister Ansgar Scharnke am Donnerstagabend im Hauptausschuss bekannt gegeben.
Wie Baufachbereichsleiterin Christiane Fälker berichtete, waren sämtliche Vorschläge in anonymisierter Form, so dass zumindest für das ungeübte Auge der Einreicher nicht zu erkennen war, in mehreren Inforunden und Wertungsläufen von einer Fach– und einer Sachjury begutachtet worden. Im Sachgericht waren die Gemeinde und der Landkreis mit mehreren Personen vertreten, im Fachgericht Experten der Architektenkammer.
Die Neuenhagener hatten laut Christiane Fälker einen anderen Favoriten, wurden jedoch am Ende von der Fachjuroren überstimmt, da deren Stimme in dem Auswahlverfahren mehr Gewicht hat. In jedem Falle handele es sich beim Sieger um einen „versierten Schulbauer“, bestätigte sie. Die Berliner haben in der Region unter anderem die neue Sporthalle der Hegermühlen–Grundschule in Strausberg entworfen, mehrere Schulen in Berlin und erst vor wenigen Wochen bei einem anderen Wettbewerb in Werneuchen den 1. Preis für eine Grundschule gewonnen.
Der Vorschlag für Neuenhagen, wo neben der verlängerten Speyerstraße eine Grundschule für die Gemeinde sowie für den Landkreis eine Förderschule als Ersatz für die Schule am Amselsteg entstehen sollen, ist aus ihrer Sicht „ein gut umsetzbarer Entwurf“, was für eine zügige Abarbeitung spreche. Sie hatte aber offenbar architektonisch mehr erwartet. Die Entwürfe seien nach ihrer Einschätzung allesamt recht ähnlich gewesen. Der Bürgermeister ergänzte, es handele sich um den von der Raumaufteilung besten Beitrag. Im Gegensatz zu anderen sei er allerdings für die Laien nicht so augenfällig aufbereitet gewesen.
Wie am Rande verlautete, sei der Vorschlag auch der kostengünstigste gewesen. Zahlen wollte die Verwaltung nicht nennen, weil es sich noch um grobe Schätzungen handelt und Vertraulichkeit vereinbar sei. Nach MOZ–Informationen ist für den Gesamtkomplex eine mittlere zweistellige Millionensumme veranschlagt und die nächsten hätten noch einige Millionen mehr angesetzt.
Wie Scharnke ankündigte, wolle man nun „mit Hochdruck weiterarbeiten“. Bereits Mitte November sei der erste Gesprächstermin mit dem Siegerbüro geplant, um weitere Schritte abzustimmen. Im Vorfeld solle die Gemeindevertretung per Beschluss am 7. November die Legitimation zu den Verhandlungen aussprechen. Sollten diese scheitern, käme automatisch der Nächste in der Wettbewerbswertung zum Zuge.
Ausstellung ab 4. November
Vom 4. bis 15. November werden sämtliche Entwürfe aus dem Wettbewerb im Parkettsaal und in der Galerie im historischen Rathaus öffentlich ausgestellt. Die Eröffnung ist am 4. November um 12.30 Uhr vorgesehen. Es werden auch Mitarbeiter der Architektenbüros anwesend sein. Zur Ausstellungseröffnung werden zudem die Preisträger prämiert.