Schwimmen
: Treffen der Generationen auf dem Straussee

Die Bedingungen waren hervorragend, aber alle machen sich große Sorgen um den Erhalt des Wettbewerbs.
Von
Stephan Dreyse
Strausberg
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  • Los geht‘s: Start der Männer und Frauen über 2500 Meter bei 22 Grad Wassertemperatur

    Los geht‘s: Start der Männer und Frauen über 2500 Meter bei 22 Grad Wassertemperatur

    Stephan Dreyse
  • Haben alles im Blick und halten auf dem Laufenden: Silvia und Mandy Kurz (von links)

    Haben alles im Blick und halten auf dem Laufenden: Silvia und Mandy Kurz (von links)

    Stephan Dreyse
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„Ohne die Wasserwacht sind wir nichts. Schon bei der Vorbereitung, der Vermessung der Strecke und dem Abstecken der Bojen bis zur Absicherung am Veranstaltungstag helfen sie uns“, sagte Doris Domann, die über mehrere Jahre die Organisation leitet, und lobt die großartige Unterstützung aller Helfer.

Im Vorfeld hatten die Veranstalter Sorge, liefen die Anmeldungen doch recht schleppend. „Ein Radiosender hatte gefolgert, da das Strandbad geschlossen ist, falle auch das Schwimmen aus“, klärte Silvia Kurz vom KSC auf. Besonders bemängelt sie, dass der Sender sich nicht beim Veranstalter rückversicherte. Kaum auszumalen, hätten nicht zufällig KSC-Mitglieder die Fehlmeldung gehört. Dennoch konnten beim Staffelschwimmen, das erst vergangenes Jahr ins Leben gerufen wurde, gut doppelt so viele Anmeldungen registriert werden. Auch beim Querbeetschwimmen, das mit 300 Metern eine Strecke für die ganze Familie ist, waren deutlich steigende Meldezahlen zu verzeichnen.

Das siebte Mal dabei war Heike Kaden, die von klein auf schwimmt. Mit der Familienstaffel beim Weihnachtspokal ist die Abteilungsleiterin Schwimmen des KSC auf den Geschmack gekommen und trat mit ihrer Tochter Sofie beim Teamschwimmen an. „Wir treffen viele bekannte Gesichter. Außerdem ist der Straussee eines der saubersten Gewässer Deutschlands und die Runde ist gut überschaubar“, lobte Heike Kaden. „Das Wasser ist sehr angenehm – wärmer als draußen“, sagte Sofie, die seit über 14 Jahren Schwimmerin ist. Bereits mehr als fünfmal ist sie beim Strausseeschwimmen angetreten, obschon sie „sonst kein Freiwasser schwimmt. Doch hier ist es einfach schön.“

Teilnahme ist Ehrensache

„Es ist Ehrensache, für den Verein mit anzutreten“, erklärt Nele Moses vom KSC, die insgesamt das dritte Mal und das zweite Mal in der Staffel antrat. „Es ist einfach eine tolle Sache“, so Gina Angelique Mehlis von der DLRG-Gruppe aus Pankow. Die 17-Jährige war das erste und sicherlich nicht das letzte Mal dabei, wie sie sagte. Ebenfalls aus der Bundeshauptstadt angereist ist eine Staffel vom SSL Berlin (Sportverein für Schwule und Lesben). „Wir sind schon mindestens das vierte Mal dabei und haben in der Staffel mit Gunnar Splittgerber sogar einen deutschen Meister mit“, berichtete Stephan Haufe und fügte hinzu, der Anspruch sei recht hoch.

Das erste Mal am Start und gleich Siegerin über 5000 Meter hieß es für Marlene Sandberg (17) vom SSC Berlin-Reinickendorf. Yannic Paeck (16) und Stefan Kamlage folgten zwei Minuten später.

Während das Querbeetschwimmen eher als Familienteil des Programms anzusehen und offen für (fast) jedes Alter war, mussten die Teilnehmer bei der Staffel sowie den 1250-, 2500- und 5000-Meter-Distanzen mindestens zwölf Jahre alt sein. Unter ihnen war auch Phil Friedebold, der über 1250 Meter ins Wasser ging. Im Urlaub, als er sein Bronze-Abzeichen machte, empfahl ihm ein Bademeister, sein Schwimmtalent weiterzuentwickeln. „Sonst schwimme ich eher in der Halle“, sagte der Zwölfjährige vom KSC kurz vor seiner Strausseetaufe.  Für die Landesmeisterschaften im nächsten Jahr hat er sich fest vorgenommen, auf dem Treppchen zu stehen.

Dass Schwimmen etwas für jedes Alter ist, bewiesen Wolfgang Erfle (Jahrgang 1932) und Bärbel Michler (1944). „Schwimmen gehört zu meinem Leben. Schon in Kindertagen hat mir meine Mutter das vorgelebt“, sagte Bärbel Michler, die vielen als Kinderärztin vertraut ist. So lange der Straussee eisfrei ist, Wetter und Gesundheit mitspielen, schwimmt die Rentnerin fast täglich auf die andere Seeseite und zurück. Beim Strausseeschwimmen hatte sie bereits früher mitgemacht, musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen knapp 15 Jahre aussetzen. Die 1250 Meter zu schaffen, war  ihr Ziel. „Es ist einfach mein See, schönes Wasser, doch der rückläufige Pegelstand ist katastrophal“, ergänzt sie.

Wie Silvia und Mandy Kurz ausführten, gab es bislang nur positives Feedback. „Wir sind für alle Hinweise und Anregungen offen, nehmen sie auf und versuchen, uns natürlich weiterhin zu verbessern“, so Mandy Kurz. Froh zeigen sich die beiden Moderatoren, Organisatoren und Richter, dass in diesem Jahr der Golfpark Wilkendorf eingesprungen ist und die Verpflegung übernommen hatte und sogar ein paar Tombolapreise sponserte.

Nächster Termin steht fest

Da sich das Strausseeschwimmen an den Sommerferien orientiert, wird die 95. Auflage, ähnlich wie dieses Jahr, erst spät stattfinden: am 22. August 2020. Im neuen Kalender des Schwimmevents ist bereits im Monatsblatt April eine Anmeldekarte hinterlegt. Wer diese ausfüllt und schnell abschickt, nimmt an einer Sondertombola teil und hat Chancen auf weitere Gewinne.

Angesichts des sinkenden Wasserstandes kommt das Traditionsschwimmen in Schwierigkeiten. Ob das 100. Strausseeschwimmen noch im Straussee stattfinden könne, hält Silvia Kurz für durchaus fraglich. Eine Alternative wäre der Bötzsee, doch bis dahin bleibt die Hoffnung auf Rettung des Strausberger Wahrzeichens.

Ergebnisse

1250 m/Männer: 1. René Asmus (BSV Medizin Marzahn) 16:37 Minuten, 2. Robert Weißhuhn (Berliner Wasserratten) 16:47,  3. Stefan Kamlage (BSC Robben) 17:07, Frauen: 1. Florentine Tesch (SG Neukölln Berlin) 17:43, 2. Geraldine Grahl (SSC Berlin) 18:04, 3. Christin Gräser (CSV Berlin) 18:55

2500 m/Männer: 1. René Asmus 33:09, 2. Gunnar Splittgerber (Vorspiel SSL Berlin) 34:28, 3. Toni Meiners (Wasserfreunde Spandau) 35:55, Frauen:1. Florentine Tesch 35:15, 2. Sina Lang (BSC Robben) 36:45, 3. Fabienne Gericke (SV Wasserfreunde Brandenburg) 39:13

5000 m/Männer:1. Stefan Kamlage 1:10:03 Stunden, 2. Yannic Paeck (Berliner TSC) 1:10:03, 3. Alexander Sperl 1:14:32, Frauen:1. Marlene Sandberg (SSC Berlin Reinickendorf) 1:08:03, 2. Heike Siegrun Ott Jabel 1:26:41, 3. Anne Hartmann (Wasserfreunde Brandenburg) 1:28:52