Wegen der Entschärfung von Weltkriegsmunition war die B1 zwischen Hoppegarten bei Müncheberg und der Kreuzung B1/B168 vor Müncheberg zwischen 8 und 13.30 Uhr voll gesperrt.
Zuvor sind in einem Waldstück zwischen der B1 und dem Ortsteil Bienenwerder zwei Blindgänger aus der Zeit des Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Dabei handelt es sich um zwei 500 Kilogramm schwere Fliegerbomben sowjetischer Bauart, schildert Roland Kamenz, Pressesprecher der Polizeidirektion Ost, auf Nachfrage.
Die Zufahrt nach Bienenwerder ist gesperrt. Anwohner und Rettungsdienste müssen über die B168 fahren, um den Ort zu erreichen.
Die Zufahrt nach Bienenwerder ist gesperrt. Anwohner und Rettungsdienste müssen über die B168 fahren, um den Ort zu erreichen.
© Foto: Dennis Lloyd Brätsch
Wie Anke Katschmarek vom Ordnungsamt der Stadt Müncheberg berichtet, waren rund 50 Einsatzkräfte vor Ort. Dazu zählen nicht nur die des Ordnungsamtes, der Feuerwehr und der Polizei, sondern auch Dienstleister wie die EWE. Denn im Sperrkreis verläuft eine Gasleitung und man wolle auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Bewohnte Häuser gibt es in dem 1000 Meter großen Sperrkreis, der zuvor vom Kampfmittelräumdienst festgelegt worden ist, nicht. Evakuierungsmaßnahmen seien daher nicht erforderlich.
Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei und des Ordnungsamtes der Stadt Müncheberg stehen bereit um den Sperrkreis einzurichten.
Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei und des Ordnungsamtes der Stadt Müncheberg stehen bereit um den Sperrkreis einzurichten.
© Foto: Dennis Lloyd Brätsch
Der Fundort der beiden Blindgänger liegt im Wald. Die B1 ist komplett gesperrt. Der Sperrkreis ist in einem Radius von 1000 Metern um den Fundort herum eingerichtet worden. Gegen 10.30 Uhr war dieser auch vollständig geräumt und die Entschärfer konnten mit der eigentlichen Arbeit beginnen.

Zunächst wurde erst eine der beiden Blindgänger entschärft, im Anschluss daran die Zweite. Die Fliegerbomben sowjetischer Bauart verfügen über jeweils zwei Zünder, die händisch entfernt werden müssen, deshalb sei die besonders Arbeit herausfordernd. Um die Belastung für die Entschärfer gering zu halten, sind deshalb mehrere Teams vor Ort, parallel arbeiten können sie jedoch aufgrund der Sprenggefahr nicht, schildert Herr Vogel vom Kampfmittelbeseitigungsdienst vor Ort.

Blindgänger durch Trümmerteil gefunden

Die Blindgänger in dem Wald an der B1 sind demnach durch Trümmerteile entdeckt worden. Der zuständige Förster wollte hier Holz schlagen und hat dabei die Leitwerke der Sprengkörper entdeckt.
Entschärfer Matthias Metke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Brandenburger Polizei erklärt, wie und wo die Blindgänger nahe der B1 gefunden wurden.
Entschärfer Matthias Metke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Brandenburger Polizei erklärt, wie und wo die Blindgänger nahe der B1 gefunden wurden.
© Foto: Dennis Lloyd Brätsch
Matthia Metke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte diese Leitwerke dann den sowjetischen FAB-500 Bomben zuordnen. Die zu den Leitwerken gehörenden Blindgänger konnten durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst, in Zusammenarbeit mit einem privaten Unternehmen, ausfindig gemacht und freigelegt werden. Sie waren etwa 2-3 Meter tief in der Erde eingegraben. Beide Bomben waren gegen 13.15 Uhr entschärft und transportfertig.

Weitere Munition wird vermutet

In den Wäldern bei Müncheberg entlang der B1 wird noch weiterhin nach Munition gesucht. Demnach ist auf der nördlichen Seite der B1 ein privater Kampfmittelbergungsdienst im Auftrag der Stadt Müncheberg dabei, diesen Wald systematisch nach Altlasten zu durchkämmen.
Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.