Stadtentwicklung: Debatte um Grenzen des Strausberger Wachstums muss warten
Es geht ihr um eine Zeichen für den Klimaschutz: „Um sich nicht nur dem wichtigen Thema Straussee zu widmen, sondern aufzuzeigen, dass Strausberg das Thema Klimaschutz nachhaltig und übergreifend angehen will, sind die Bekundung und Anerkennung von menschengemachtem Klimawandel notwendig“, schreibt sie darin. Aus Zeitgründen wurde das Papier nicht behandelt. Der Ausschuss hatte sich ausschließlich mit dem Thema Wasserhaushalt und Straussee beschäftigt.
Wachstum macht Sorgenfalten
Jenny Stiebitz schlägt vor, für Strausberg den Klimanotstand auszurufen. Sie stellt in diesem Zusammenhang das im Integrierten Stadtentwicklungskonzept prognostizierte Wachstum der Strausberger Bevölkerungszahl dem aktuellen und zukünftigen Wohnungsbau gegenüber. „Bis 2030 werden ein Einwohnerwachstum auf 27 500 Menschen und eine Verkleinerung der Haushaltsgröße auf 1,75 erwartet.“ Die Prognose zöge einen rechnerischen Wohnraumbedarf von zunächst 900 Einheiten und später noch einmal 700 Einheiten nach sich. Die Website der Stadt meldete zu Wochenbeginn 27 161 Einwohner. 1055 Wohneinheiten seien im Bau bzw. in Planung, antwortete Bürgermeisterin Elke Stadeler um die Jahreswende auf eine Anfrage. „Wenn alle angefangenen und geplanten Wohnbauflächen umgesetzt werden, explodiert Strausberg, und das entspricht kaum den Zielen der nachhaltigen Entwicklung wie dem Agenda-Dokument“, heißt es in ihrem Grundsatzpapier.
Neben den Infrastruktur-Anforderungen brächte die Bebauung auch mehr Flächenversiegelung, also weniger Niederschlagswasser, das in der Region versickert, dafür mehr Trinkwasserbedarf. Sie verweist auf das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt von 2010, das überarbeitet und aktualisiert werden müsse, und auf den Maßnahmenkatalog, der noch nicht umgesetzt ist.
Niederschlagsmenge sinkt
Zum gleichen Thema hat sich auch das Mitglied des Agenda-Beirats Toni Zander schriftlich zu Wort gemeldet. Er erwähnt einen zu erwartenden Bevölkerungszuwachs von 4000 Einwohnern und fordert: „Bei der Stadtentwicklung muss dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die jährliche Niederschlagsmenge von 600 mm auf 400 mm sinken wird.“ (Potsdam Institut für Klimaforschung) Das Wachstum habe auch Einfluss auf den Erhalt des Straussees.
Der Wasserverband Strausberg–Erkner könne bereits seit zwei Jahren ohne Überschreitung der zulässigen Höchstfördermengen die Bevölkerung nicht mit ausreichend Trinkwasser versorgen. Zusätzlich greife die Tesla-Fabrik mit drei Millionen Kubikmeter jährlich in den Wasserhaushalt ein.
Die Sitzung des Ausschusses für Klima und Umwelt muss demnächst erneut einberufen werden. Dann sollte Jenny Stiebitz’ Papier zur Diskussion stehen.

