Statistik
: Altersarmut steigt um 20 Prozent

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Märkisch-Oderland ist besorgt über Entwicklung.
Von
MOZ
Strausberg
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Eine Frau am holt Münzen aus ihrem Portemonnaie - und dreht jeden Euro zweimal um.

Stephanie Pilick/dpa

Immer mehr Menschen im Landkreis Märkisch-Oderland sind neben ihren Altersbezügen auf staatliche Stütze angewiesen. Die Zahl der Empfänger von „Alters-Hartz-IV“ steige innerhalb von zehn Jahren um 20 Prozent, sagt die Statistik. Gab es im Kreis Märkisch-Oderland 2008 noch 1183 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, so waren es im vergangenen Jahr bereits 1425. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten im Deutschen Gewerkschaftsbund mit. Die NGG beruft sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Danach erhielten in ganz Brandenburg zuletzt rund 24 000 Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung – 26 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Sebastian Riesner, Geschäftsführer der NGG-Region Berlin-Brandenburg, sieht den Trend mit Sorge – und fordert eine „rentenpolitische Kurskorrektur“. Insbesondere die von der Bundesregierung angekündigte Grundrente müsse rasch angepackt werden, um ein Ausufern der Altersarmut im Landkreis zu verhindern. „Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen, die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben, schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück“, sagt Riesner. So sind nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bundesweit aktuell bereits 16,8 Prozent der Rentner von Armut bedroht.