Studie: Schwimmbad bringt sattes Defizit

Zukunftsmodell: So könnte die Schwimmhalle aussehen. Hier eine Skizze auf dem favorisierten KWO-Gelände in Hoppegarten.
Martin StralauUm den Bedürfnissen einer wachsenden Bevölkerung und dem steigenden Bedarf im Bereich Schulschwimmen gerecht zu werden, soll am Berliner Rand ein Schwimmbad gebaut werden. Damit der seit Jahren bestehende Wunsch Realität werden kann, haben Neuenhagen, Hoppegarten, Fredersdorf–Vogelsdorf, Schöneiche, Rüdersdorf, Petershagen–Eggersdorf und Altlandsberg unter Federführung und bezahlt von Neuenhagen (Kosten: 15 000 Euro) eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Die ersten Ergebnisse werden in diesen Wochen in den politischen Gremien diskutiert, liefern eine grobe Orientierung.
Als am geeignetsten sieht die mit der Studie beauftragte Baukoncept Planungsgesellschaft mbH aus Lichtenstein (Sachsen) das am S–Bahnhof Hoppegarten gelegene KWO–Gelände. Als entscheidender Vorteil wird vor allem die sehr gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gesehen, zudem seien Schulen und Kita in wenigen Fußminuten erreichbar. Die sechs Hektar große Fläche im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben befindet sich im Ankauf durch die Gemeinde, die allerdings auch damit liebäugelt, dort ein Gymnasium zu errichten. Auf Platz zwei folgt der LIW Gewerbehof in Neuenhagen an der Ziegelstraße. Das 12 400 Quadratmeter große Grundstück müsste von der Gemeinde erworben werden. Auch diese Fläche besticht durch ihre gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Ebenso als geeignet sehen die Planer ein 34 300 Quad–ratmeter großes Grundstück an der Landstraße in Fredersdorf–Vogelsdorf, das der Gemeinde gehört und auch als Schulstandort im Gespräch ist. Die S–Bahn ist hier mit 1,7 Kilometern relativ weit entfernt, allerdings fährt in der Nähe ein Bus.
In die Analyse wurden neben Kriterien wie Grundstücksgröße, Lage und Anbindung auch Anforderungen an die Halle aufgrund der Bevölkerungszahlen am Berliner Rand herangezogen. Als Referenzobjekt diente dabei ein Schwimmbad in Schwerin. Dessen Einzugsbereich ist mit 96 000 Einwohnern in etwa mit den sieben Gemeinden der S 5–Region vergleichbar (105 000 Einwohner). Die Schweriner Parameter wurden auf die hiesigen Verhältnisse und Bedürfnisse umgerechnet. Herausgekommen ist nach aktuellen Planungen ein Sportbad mit sechs 25–Meter–Bahnen, einem Mehrzweckbecken und 950 Quadratmeter Gesamt–Wasserfläche. Es bräuchte 261 Garderobenschränke. Allein der Hallenbau würde mit etwa 15 Millionen Euro zu Buche schlagen.
Was die Wirtschaftlichkeit des Bades betrifft, kommt die Studie zu einem klaren Ergebnis. „Die Einnahmen decken die Ausgaben nicht.“ Mit Objektmanagementkosten (inklusive Personal), Betriebs– und Instandsetzungskosten käme man auf Ausgaben von 920 000 Euro pro Jahr. Demgegenüber stehen die Einnahmen aus den zu erwartenden Besuchern, die im besten Fall bei 500 000 Euro und im schlechtesten Fall bei 250 000 Euro lägen, gerechnet mit 50 000 bzw. 100 000 Besuchern und einem Eintrittsgeld von 5 Euro. Das Defizit würde sich demzufolge zwischen 420 000 und 670 000 Euro bewegen.
„Verabredet ist, dass alle an der Studie teilnehmenden Kommunen bis Oktober sagen, ob und in welcher Form sie sich an dem Projekt weiter beteiligen wollen“, sagt Gunter Kirst, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und Einrichtungen in Neuenhagen. Positive Signale kamen schon aus Petershagen–Eggersdorf, wo das Thema im Sportausschuss diskutiert wurde und sich die Mitglieder grundsätzlich für eine Weiterführung der Studie und damit einhergehende genauere Kostenkalkulationen stark machten. Karin Reimann (Fraktionsgemeinschaft Verantwortung) und Heiko Krause, Fraktionsvorsitzender FDP/PEBB, schlossen sich dem Vorschlag von Bürgermeister Marco Rutter (FDP) an, Strausberg – auch wegen des drohenden Defizits – bei dem Projekt mit einzubeziehen.