Thai-Boxen: Gesundheit steht an erster Stelle
Die Box Union Strausberg war am Wochenende Gastgeber der Ostdeutschen Meisterschaft im Thaiboxen.Insgesamt konnten die Sportler der Box Union Strausberg sechsmal Gold, achtmal Silber und einmal Bronze erkämpfen. Die Sieger qualifizieren sich für die deutschen Meisterschaften.
Wie ernst diese Veranstaltung auch vom Bundesverband, Muaythai Bund Deutschland (M.T.B.D), genommen wird, zeigte, dass die Wettkämpfe mit mehr als 90-minütiger Verspätung beginnen mussten. Grund war, dass der bestellte Sportarzt Hristo Dimitrov seine Untersuchungen sehr genau und sich Zeit für jeden der knapp 60 Kämpfer nahm. Detlef Türnau, Präsident des Verbandes, erklärt die Situation: „Es ist wichtig, denn mehr als die Hälfte der Teilnehmer sind Kinder und Jugendliche und wir wollen keinesfalls etwas riskieren.“ Türnau war extra aus Düsseldorf angereist und zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung, die dieser Sport in den vergangenen Jahren auch in Strausberg genommen. „Wir reden längst nicht mehr von einer Trendsportart. Vor allem im Bereich der Kinder und bei den Frauen haben wir einen riesigen Zulauf.“ Auch die Tatsache, dass der Sport nunmehr zu den olympischen Disziplinen gehört, verleiht dem Thaiboxen noch mehr Attraktivität. Deutschlandweit gibt es mehr als 9000 Aktive.
„Aber wir haben auch Vereine, die nicht im Dachverband organisiert sind. Wir wollen also auch ein wenig Werbung für den organisierten Sport machen.“
Türnau erzählt von konsequenten Doping-Kontrollen und dass Schutzkleidung Pflicht bei den Kämpfen ist. Der 62-Jährige begann Anfang der 1980er-Jahre mit dem Thaibox-Training in Amsterdam und erreichte schnell hohe Meistergrade (6. Dan Kempo, 3. Dan Dju Su).
Trotz der Verspätung kam das Publikum in der Halle sofort auf Touren. Sandro Wichmann vom Verein sagte sogar: „Die Ernst-Grube-Sporthalle war lange nicht so ein Hexenkessel wie an diesem Sonnabend.“ Es gab spektakuläre Kämpfe in allen Altersklassen, männlich wie auch weiblich, und dazu eine imposante Kulisse von rund 350 Zuschauern. Gekommen waren Vereine aus Speyer und Marnheim (Rheinland-Pfalz), Leipzig, Dresden und auch Zary (Polen).
Ein Höhepunkt wurde schon der zweite Kampf. Amina Israpilova kämpfte gegen Lucie Eicher. Es war auch gar nicht der Kampf selber, der die Zuschauer faszinierte, sondern eher die Tatsache, dass die Jüngsten an diesem Tag in den Ring stiegen. Für Amina Israpilova war es überhaupt der erste Kampf vor Publikum. Beide bewiesen sehr viel Mut und machten ihre Sache durchaus gut. Unter den Strausberger Teilnehmern befanden sich insgesamt zwei Jungs und zwei Mädchen, die zum ersten Mal in den Ring stiegen. Eine echte Feuertaufe vor so einer Kulisse. Alle vier haben ihren ersten Kampf verloren. „Aber darum geht es nicht“, erklärte das Strausberger Trainerteam René Büttner/Sandro Wichmann. „Sieg oder Niederlage – spielt eine untergeordnete Rolle, auch wenn ein Sieg schöner ist. Alleine der Weg in den Ring ist für alle Erstkämpfer die größte Herausforderung. Alle vier haben den ersten Schritt getan und ihre eigene Angst besiegt.“
Für den Gastgeber gewannen Yann Fessel, Alexander Sichting, Noah Bolte, Edward Koralka, Mahdi Massavy und Melissa Büttner. Sie haben sich für die am 9. März stattfindenden deutschen Meisterschaften im Amateur Thaiboxen qualifiziert. Diese werden in Rockenhausen (Rheinland-Pfalz) stattfinden. Nachnominiert werden Neo Rothe und Emely Kaiser.
Die erste Hürde ist genommen. Jetzt steht eine Woche angeordnete Trainingspause bei den Strausberger Kämpfern an. Danach geht es in die Vollen. Defizite ausmerzen, schneller, härter und besser werden. Das Strausberger Wettkampfteam ist voller Vorfreude und heiß darauf, den begehrten Titel „Deutscher Meister“ nach Strausberg zu holen.

