Nachweihnachtliche Ruhe gibt es an diesem Sonnabend auf dem Gelände am Ende der Woltersdorfer Straße nicht. Catrin Schimpf und Alexandra Keil-Marzahn streifen sich die blauen Plastiküberzieher auf die Schuhe und und schlüpfen dann durch das Tor eines Freigeheges, um noch ein paar Leckerli an die Katzen zu verteilen. Ein paar Meter weiter ist eine andere Helferin dabei, die Katzenklos zu tauschen und das Innere des von anderen Vierbeinern bewohnten Holzhäuschens zu reinigen.
Drei bis vier Leute kommen jeden Tag, um morgens und nachmittags zu füttern, zu reinigen oder notwendige Fahrten zum Tierarzt zu bewerkstelligen, erklärt Corinna Ritter, Schriftführerin und Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit im Verein. Die neue Quarantänestation hat zwar auch ein Tierarztzimmer, aber das sei noch nicht ganz so weit, dass ein Veterinär auch in dem Gebäude Impfungen oder kleine Behandlungen vornehmen könne.
Und auch sonst gibt es einiges zu tun. Im Flur räumen der neue Vereinsvorsitzende Bernd Peisker und seine Frau gerade einen Schrank aus. Das ältere offene Modell soll gegen ein neues geschlossenes ausgetauscht werden, erklärt er. Wenig später schraubt Frank Preuße, der fast jedes Wochenende in der Station anzutreffen ist, die neuen Möbelteile zusammen. Derweil belädt draußen Jens Heidler sein Auto mit Kisten voller Hundefutter. "Wir hatten eine Spende bekommen und haben ja selbst keine Hunde hier, also geben wir die Ladung ans Tierheim Wesendahl weiter, denn wir hatten neulich auch den Spendenaufruf gelesen", berichtet er.
Die Kontaktpflege mit Wesendahl gehört zu den Neuerungen, die mit dem Führungswechsel bei den Rüdersdorfer Tierschützern einhergehen. "Wir haben ja das gleiche Ziel", erklärt Corinna Ritter. "Uns liegen die Tiere am Herzen." Auch gegenüber anderen Vereinen und der Gemeinde wolle man sich mehr öffnen, kündigte sie an.
Sie spricht von einer Art Aufbruchsstimmung seit der Vorstandsneuwahl bei ihrem Verein. Helfer seien jetzt mit mehr Spaß dabei, hätten auch mehr Mitspracherechte. Es gebe zum Beispiel spezielle Gesprächsrunden und eine Tafel, auf der sie vermerken können, was ihnen gefällt und was nicht oder wo etwas verändert werden sollte.
Zudem seien in den vergangenen Wochen weitere Mitglieder zum Verein gestoßen, so dass man ab Jahresbeginn 2020 auf rund 65 Mitstreiter bauen könne. "Allen Mitgliedern, freiwilligen Helfern und Spendern, die mit uns den Neuanfang geschafft haben, gilt ein großer Dank", will Corinna Ritter im Namen des gesamten Vorstandes unbedingt los werden. Das gelte natürlich ebenso für alle, die sich in der Vergangenheit eine Katze geholt hätten. Denn erstrangiges Ziel sei die Vermittlung der Tiere.
Vermittlung jeden Sonnabend
Direkt vor Weihnachten sei die allerdings vorübergehend gestoppt worden. Da wurden erst einmal nur Gutscheine ausgegeben. Zum einen seien Tiergeschenke zum Fest problematisch, zum anderen könnten Interessierte dann in Ruhe nach den Feiertagen aussuchen kommen. "Es ist ja nicht immer gleich das Richtige da", ist ihr bewusst. Zudem sei das Finden kein einseitiger Prozess, sondern auch die Tiere gingen auf bestimmte Personen zu.
In den ersten Tagen nach Weihnachten seien diesmal noch keine Katzen in der Station abgegeben worden. "Vermutlich kommen sie später, wenn Leute nach Urlaub und Ferien merken, dass sie Arbeit machen", glaubt die Vereinssprecherin. Es sei aber auch bei vielen angekommen, dass sich Katzen und Tiere generell nicht als Geschenke eigneten.
Vermittelt wird neuerdings nicht mehr nach dem etwas unübersichtlichen Terminplan, sondern nun jeden Sonnabend von 12 bis 16 Uhr. Oder nach telefonischer Vereinbarung, wie Corinna Ritter hinzufügt. Die dazugehörige Rufnummer wird wahrscheinlich bleiben.
Verändern will der Verein hingegen die Internetseite. Sie soll frischer und aktueller werden. Erste Gespräche gab es am Wochenende. Nachgedacht wird ebenfalls über einen neuen Vereinsnamen und ein neues Logo. Vielleicht könne man zum Neujahrsempfang am 18. Januar ab 13 Uhr in der Station schon mehr sagen. Zu dem seien Bürgermeisterin, Vereine, andere Tierheime, Helfer, Mitglieder und Interessierte eingeladen. "Das wird ganz schön groß", vermutet Corinna Ritter.
Um bei der Gelegenheit für alle Wetterverhältnisse gewappnet zu sein, könnte man einen Pavillon oder ein Partyzelt gebrauchen, lässt sie einen nachträglichen Weihnachtswunsch durchblicken. Und man suche einen Tierpfleger in Voll- oder Teilzeit. Ansonsten freue man sich weiter über Futter-, Sach- und Geldspenden. Und man würde auch gern den einzigen noch aus Zeiten am Standort Vogelsdorf verbliebenen Metallcontainer durch ein Holzhäuschen ersetzen.
www.tierschutzverein-strausberg.de