Tod in Petershagen
: Familie startet Spendenaktion für verstorbenen Biker

Der Tod von Mike Schneider aus Petershagen traf die Familie hart. Online haben sie jetzt einen Spendenaufruf für den verstorbenen Biker gestartet. Das steckt dahinter.
Von
Claudia Braun
Petershagen-Eggersdorf
Jetzt in der App anhören
Mike Schneider aus Petershagen an seinem Lieblingsort Niechorze an der polnischen Ostsee, wo er mit seiner Familie gern Urlaub machte. Mit nur 59 Jahren ist der Vater und Opa aus dem Leben gerissen worden.

Mike Schneider aus Petershagen an seinem Lieblingsort Niechorze an der polnischen Ostsee, wo er mit seiner Familie gern Urlaub machte. Mit nur 59 Jahren ist der Vater und Opa sowie leidenschaftliche Motorradfahrer aus dem Leben gerissen worden.

Joanna Müller
  • Familie in Petershagen startet Spendenaufruf auf GoFundMe für Mike Schneider.
  • Der 59-Jährige starb am 22. Mai nach Diagnose Lungenkrebs im Februar.
  • Biker erfüllten ihm kurz vor dem Tod eine letzte Motorrad-Ausfahrt im Beiwagen.
  • Die Familie plant einen Grabstein aus einer Motorradfelge – es fehlen Ersparnisse.
  • Schneider war Paketbote und fünffacher Vater; Enkelin galt ihm als „besonderer Schatz“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei seiner letzten Ausfahrt konnte Mike Schneider die schwere Maschine nicht mehr selbst steuern. Aber er saß im Beiwagen, als es für ihn noch einmal raus auf die Landstraßen ging, begleitet von dem unverwechselbaren Sound der Motoren, mitten in den Fahrtwind hinein.

Eine Gruppe Biker hatte dem 59-jährigen Petershagener seinen Wunsch erfüllt, noch einmal einen Ausflug mit dem Motorrad zu machen. Eine Woche später musste der fünffache Vater und Opa einer Vierjährigen wieder ins Krankenhaus, wo er nach einer weiteren Woche, am 22. Mai, starb.

„Dass ihm die Motorradfahrt von eigentlich fremden Menschen ermöglicht wurde, geht ans Herz“, sagt Dominique Müller aus Biesenthal. Sie lernte Mike Schneider vor rund zehn Jahren kennen. Damals kamen ihre Tochter und sein Sohn zusammen. Vor vier Jahren wurden ihre Kinder Eltern einer Tochter. „Die Kleine war sein ganz besonderer Schatz. Für sie hätte er alles gemacht“, sagt sie. Nun möchten Schneiders Sohn Steven und die Müllers dem viel zu früh Verstorbenen die letzte Ehre erweisen.

Spendenaktion in Petershagen für Paketbote ohne Ersparnisse

„Die Idee ist, ihm einen Grabstein aus einer Motorradfelge anfertigen zu lassen“, so Dominique Müller. „Mike liebte das Motorradfahren. Es war für ihn Freiheit, Leidenschaft und ein Teil seines Lebens“, schreibt die Familie auf der Online-Spendenplattform „GoFundMe“, wo sie Geld sammelt, um diese Besonderheit umsetzen zu können.

Obwohl Mike Schneider privat stets zur Stelle war, wenn an Autos und Motorrädern geschraubt und handwerkliches Geschick gefragt war, lebte er selbst als Single von seinem bescheidenen Gehalt als Paketbote. „Leider gibt es keine Ersparnisse und keine Versicherung“, schildert Dominique Müller die Situation. „Der Familie fällt es schon schwer, überhaupt die Beerdigungskosten aufzubringen“, ergänzt sie.

Mit Mike Schneiders Tod hatte niemand so schnell gerechnet. „Er war immer kerngesund und nie ernsthaft krank“, sagt Müller. Im Februar kam dann für alle überraschend die Diagnose Lungenkrebs. Obwohl er die folgende Chemotherapie nicht gut vertragen habe, sei er immer guter Dinge gewesen, meint die Biesenthalerin. „Sein Motto war: Ich nehme jetzt Medikamente und dann wird es wieder.“

Mike Schneider verstarb vier Monate nach Diagnose Lungenkrebs

Dabei hatte der Krebs sich bereits ausgebreitet und Metastasen gebildet. Diese entstehen, wenn sich Krebszellen ablösen und über Blut- oder Lymphbahnen in andere Körperregionen wandern, um dort neue Tumore zu bilden. Seine Familie schildert, wie er in kürzester Zeit abbaute und schwächer wurde.

Da waren seine unzähligen Motorradtouren, die ihn an die Ostsee und andere Orte führten, nur noch langsam verblassende Erinnerungen. Besonders angetan hatte es ihm Niechorze an der polnischen Ostsee. Obwohl er oft allein mit dem Motorrad unterwegs war, machte er dort mit Sohn, Schwiegertochter und Enkelin gemeinsam Urlaub. Im Fischerdorf buddelte er mit der Kleinen am Sandstrand und blickte wohl in den Sonnenuntergang.

So richtig glauben kann es noch keiner, dass Mike Schneider nach einem Ausflug nicht einfach wieder in Motorradkluft und mit Helm in der Hand in der Tür steht. „Am 11. November wäre er 60 Jahre alt geworden“, sagt Dominique Müller leise. Vielleicht wird die Familie an diesem besonderen Tag an seinem Grab stehen und sich an Motorradfahrer Mike Schneider erinnern, für den zwei Räder die Freiheit bedeuteten.