Morgens mehr Zeit haben, schneller am Ziel sein und wenn die S-Bahn einem doch einmal vor der Nase wegfährt, nicht ewig warten müssen: Für den Zehn-Minuten-Takt auf der S-Bahn-Linie S5 zwischen Strausberg und Hoppegarten gibt es viele Gründe. Aber vielleicht ist das Verkehrsmittel, derzeit alle 20 Minuten unterwegs, für die Einwohner an der Strecke gar nicht so attraktiv. Sei es, dass sie ihre Ziele nur mit dem Auto erreichen können oder sich – eventuell der Pandemie geschuldet – nur sehr ungern in die Züge setzen. Deshalb wollten wir von den MOZ-Usern wissen: Brauchen sie einen Zehn-Minuten-Takt auf der S-Bahn-Linie S5?
Die Umfrageergebnisse.
Die Umfrageergebnisse.
© Foto: Gollner/MOZ
164 Befragte gaben in unserer nicht repräsentativen Umfrage ihre Stimme ab. Davon gab etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent) an, den Zehn-Minuten-Takt zu benötigen. Knapp 35 Prozent Teilnehmer hingegen antworteten klar mit Nein und fast zehn Prozent zeigten sich unentschieden und klicken die Antwortmöglichkeit „vielleicht“ an. Hintergrund unserer Umfrage war die groß angelegte Kampagne der Landtagsfraktion von BVB/Freie Wähler, die mit Plakaten und Wurfsendungen in den S-Bahn-Gemeinden für die Taktverdichtung geworben hatten.
Des Weiteren ist der Zehn-Minuten-Takt Bestandteil des i2030-Projekts, mit dem die Länder Berlin und Brandenburg, Deutsche Bahn (DB) und Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) eine bessere Schieneninfrastruktur für die Hauptstadtregion planen. Doch auch wenn eine Finanzierungsvereinbarung für die Planungen des Vorhabens zwischen den Beteiligten im Februar unterzeichnet wurde – so bald werden die Züge nicht öfter rollen können.

Die Planungen laufen erst an

Zum einen ist noch völlig unklar, welche baulichen Maßnahmen erfolgen müssen, um die Bahnen alle zehn Minuten verkehren zu lassen. Zum anderen gilt es allerhand weitere Aspekte zu berücksichtigen. Etwa ist zu klären, ob die Flotte der S-Bahn Berlin über ausreichend Fahrzeuge verfügt und wie zeitnah jetzt noch beschrankte Bahnübergänge zu Unterführungen und Brücken werden können. Ansonsten kämen Individual-, Liefer-, aber auch Rettungsverkehr ins Stocken.
Bahn-Experten gehen davon aus, dass in diesem Jahrzehnt die Einführung eines Zehn-Minuten-Takts auf der östlichen S5 ausgeschlossen ist oder ein extrem ambitioniertes Unterfangen darstellen würde. Deshalb heißt es für alle S5-Nutzer erst einmal weiterhin: Fahrten planen, pünktlich zum Bahnhof gehen und vor allem Geduld mitbringen.