Länger als ursprünglich angekündigt werden die Umgestaltungsmaßnahmen auf dem rund zehn Hektar großen Gelände der ehemaligen Hennickendorfer Kompost GmbH andauern. 2018 hatte die Berliner Stadtreinigung (BSR) die Anlage übernommen und kurz darauf vor Rüdersdorfer Kommunalpolitikern das Ziel verkündet, den Standort innerhalb von drei bis vier Jahren in einen „Stand der guten fachlichen Praxis“ zu überführen. Mit hohen Qualitätsstandards zur Verwertung organischer Abfälle. Dazu wollte das kommunale hauptstädtische Unternehmen einen höheren Betrag investieren, als für den Kauf der Anlage, hieß es damals.
Mit den Investitionen wurde auch umgehend begonnen. Auf einem Teil des Areals sind die „Behandlungsflächen“ inzwischen versiegelt, also asphaltiert und mit Entwässerungssystem versehen. Wie BSR-Sprecher Thomas Klöckner erläuterte, soll das großflächig fortgeführt werden. Alles in allem werde der Umbau wohl bis 2025 dauern, so der neueste Zeitplan.

Material aus Hennickendorf erfüllt teilweise Naturland-Standards

Mittlerweile sind indes auch neue Geräte wie Radlader und Mietenumsetzer angeschafft, ist moderne Sortiertechnik im Einsatz, damit „Störstoffe“ wie Plastikteile herausgefiltert werden. Wie Klöckner erklärte, habe der frische Kompost aus Hennickendorf inzwischen eine Zertifizierung der Gesellschaft für Qualitätssicherung Landbauliche Abfallverwertung (QLA), die eine nachhaltige Verwertung von Rest- und Abfallstoffen nach aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik fördert. Das Material sei in die höchste Kategorie „Gold“ eingestuft. Teilweise erfülle es sogar die Standards von Naturland. Das seien noch höhere Anforderungen als in der Bioabfallverordnung oder in den QLA-Anforderungen gestellt werden. Im laufenden Jahr habe die BSR bereits zwei Bio-Landwirte mit dem Hennickendorfer Kompost beliefert.

Kürzere Öffnungszeiten wegen Corona

Auf Kritik von Bürgern, dass die Anlage nur von 6 bis 14 Uhr und sonnabends nur äußerst selten geöffnet sei, verwies der BSR-Sprecher auf Corona und den Schutz der Kunden und des Personals. „Wir möchten so wenig Infektionsrisiko wie möglich, um nicht die gesamte Anlage schließen zu müssen“, sagte Klöckner. Man habe die Einrichtung in Hennickendorf vor allem zur Verwertung des eigenen Materials übernommen. Orangefarbene Laster des Berliner Entsorgers rollen denn auch alle paar Minuten zu dem Gelände.

BSR nimmt weiterhin Gartenabfälle an

Da es für einen guten Kompostierungsprozess notwendig sei, nehme die Anlage auch Strauchschnitt als Strukturmaterial an. Die BSR halte sich, wie beim Kauf der Anlage zugesichert, daran, dass Gartenabfälle der Hennickendorfer auch weiterhin angenommen werden, versicherte er. An Sonnabenden sei nur ausnahmsweise geöffnet, wenn wegen eines Feiertags in der Woche ein sogenannter Nachladetag anfalle. Dies sei zum Beispiel Ostern und Himmelfahrt der Fall. Dann falle ja viel Grünschnitt in den Gärten an. Das nächste Mal ist laut den Hinweistafeln an der Einfahrt von der Rehfelder Straße und am Tor im Oktober nach dem Tag der Deutschen Einheit noch einmal die Chance.

Die Zufahrt durch den Wald soll komplett asphaltiert werden

Was die Staubentwickung in den langen Trockenperioden anbelangt, verwies der Sprecher darauf, dass die BSR-Fahrzeuge und Laster die Zufahrt direkt von der Rehfelder Straße durch den Wald nutzen und nicht die durch das Wohngebiet. Zur Verringerung des Staubaufkommens werde ein Spülfahrzeug auf dem Standort eingesetzt, das die genannte Zufahrt befeuchtet.  Zumindest das letzte Stück. Für die Zukunft sei geplant, die komplette Zufahrt zu asphaltieren. Dafür sei allerdings die Zustimmung sämtlicher Eigentümer der Streckenabschnitte Voraussetzung und die Verhandlungen benötigten noch Zeit.