Umwelt
: Naturschützer befürchten Fischsterben

Die Nabu-Ortsgruppe beklagt den Wassermangel und schlechte Wasserqualität im Teilungssee Petershagen.
Von
Uwe Spranger
Petershagen-Eggersdorf
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Kontrolle: Mitglieder vom Nabu testen täglich die Wasserqualität vom Teilungssee in Petershagen.

Uwe Spranger

Das darf nicht noch einmal passieren“, steht für Andreas Hinz und seine Mitstreiter vom Naturschutzbund im Doppeldorf fest. Im Sommer 2018 war der Teilungssee in Petershagen durch Trockenheit und lange Hitze „gekippt“, waren massenhaft Fische verendet. Deshalb habt der Nabu seit dem Frühjahr ein Auge auf das Gewässer. Und zuletzt eine deutliche Verschlechterung der Situation registriert.

„Wir waren erst  ein-, zweimal pro Woche hier, aber jetzt jeden Tag“, berichtet Anja Augsten, stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe. Der Sauerstoffgehalt liege inzwischen unter sechs Milligramm pro Liter, kann sie an den mitgebrachten Teststreifen ablesen. Er sollte mindestens acht sein. Bei vier würden die Fische qualvoll ersticken, macht sie deutlich. Erste tote Karauschen habe man schon herausgezogen. Deshalb brauche es umgehend eine Lösung.

Wasserzufuhr als Soforthilfe

Als schnelle Hilfsmaßnahme sei mit Bürgermeister Marco Rutter eine Frischwasserzugabe besprochen worden. Die Gemeinde ist Eigentümer des Sees, hat ihn nicht wie andere Gewässer an Angler verpachtet. Dabei sei der Fischbestand im Teilungssee sehr hoch, gelte er bei Berlinern als Geheimtipp zum Angeln. Es gebe dort große Karpfen, Hechte, Welse und andere Sorten. Bisweilen würden noch eimerweise  Fische eingesetzt, was dem Zustand ebenso wenig förderlich sei wie zu viel Brot von Spaziergängern beim Entenfüttern, sagt sie.

Nicht zuletzt setze die Trockenheit dem Teilungssee zu. Er hat keinen Zufluss, und Regenwasser, das früher darin landete, fließe inzwischen an Straßen zu anderen Punkten ab, so Anja Augsten. Winter und Frühjahr hätten keine Erholung gebracht. „Der hintere Teil ist selbst im Winter trocken geblieben, die Uferkante um drei bis vier Meter zurückgegangen“, verdeutlicht sie. Es brauche eine „Zukunftslösung“. Ein Tiefbrunnen sei da ebenso möglich wie ein „Aufgeben“ des Sees. Dann müsste er aber vorher leer gefischt werden. Dass Tiere im wahrsten Wortsinne „verrecken“, gehe nicht.

Dessen ist sich auch Rutter bewusst. Er habe nach der Information durch den Nabu Material bereitlegen lassen bei der Feuerwehr, so dass zunächst einmal Wasser aus einem Hydranten zugeführt werden könne und Bewegung in den See komme, sagte er am Freitag. Trinkwasser dafür einzusetzen, sei aber keine Dauerlösung, steht für ihn wie auch die Naturschützer fest.

Der Bürgermeister favorisiert ein massives Abfischen, so dass nur noch wenige kleine Tiere im See verbleiben und sich der Bestand möglichst selbst reguliere. Das werde er mit den Naturschützern weiter besprechen. Zudem sollte man den niedrigen Wasserstand nutzen, um Pflanzen in Randbereichen zu reduzieren und vielleicht Schlamm zu entfernen. Zuerst werde das aber am kleinen Giebelsee passieren, sagte er.