Verabschiedung
: Pfarrer Scheufeles letzte Predigt

Nach sieben Jahren verlässt Pfarrer Matthias Scheufele die evangelische Verheißungsgemeinde Neuenhagen-Dahlwitz.
Von
Thomas Berger
Neuenhagen
Jetzt in der App anhören

Abschiedsgottesdienst: Viele Dankes- und Grußworte gab es am Ende für Matthias Scheufele (l.), auch von der durch Pfarrer Rainer Berkholz angeführten Abordnung der bisherigen Nachbargemeinde Mühlenfließ.

Thomas Berger

Er freut sich auf seine Aufgabe in der Lausitz, jener vor einem massiven Umbruch stehenden Region im Süden des Landes Brandenburg, ist im Dezember bereits rege zwischen seinem Einsatzort Cottbus und den letzten Amtsverpflichtungen in Neuenhagen gependelt. Ganz leicht falle ihm der Abschied allerdings nicht, bekannte Matthias Scheufele – sieben Jahre habe er sich als Pfarrer der evangelischen Verheißungsgemeinde Neuenhagen-Dahlwitz schließlich sehr wohl gefühlt.

Es ist ein gutes Verhältnis zu den Menschen vor Ort, den Nachbarn, den Glaubensbrüdern und -schwestern in der Ökumene und auch den weltlichen Vertretern in beiden Orten, das ganz auf Gegenseitigkeit beruhte. Das wurde in den vielen Dankesworten deutlich, die eben jene Vertreter Scheufele am Ende des offiziellen Abschiedsgottesdienstes am Sonnabendnachmittag in der Kirche Neuenhagen-Nord nebst guten Wünschen mit auf den weiteren Weg gaben. Die Lieder, die alle gemeinsam anstimmten, hatte sich Scheufele explizit gewünscht, es waren vor allem jüngere Werke, die sich – wie als Letztes das bekannte „Vertrau den neuen Wegen“ – als wunderbar passend erwiesen. Seine letzte Neuenhagener Predigt nutzte der scheidende Gemeindepfarrer, um noch einmal Rückschau zu halten. Da sich alle drei Kirchengebäude soweit in einem sehr guten Zustand befänden, habe er keine Belastungen gehabt, sich etwa um große Sanierungsarbeiten zu kümmern. Und gerade an dem vor 150 Jahren umgestalteten und erweiterten Bau in Nord, von Kaiserin Auguste Victoria damals noch mit einer Bibel beehrt, schätze er das Raumgefühl und die Akustik – ein Mikro, das ihn einenge, habe er dort nie gebraucht. Anders als zuvor an der großen Stadtkirche in Berlin-Prenzlauer Berg.

Ungewohnt sei für ihn in Neuenhagen aber gewesen, sich so oft mit Grundstücksangelegenheiten beschäftigen zu müssen. Zuletzt war dies, wie auch Bürgermeister Ansgar Scharnke erwähnte, noch mal im Bereich Gruscheweg der Fall, wo ein Flächentausch zwischen Kirche und Kommune nun den Schulbau an der vorgesehenen Stelle ermöglicht. Auch mit den zunächst drei Friedhöfen gab es einige Arbeit. Dass zwei nun in den Friedhofsverband eingebracht und das Dahlwitzer Areal verkauft wurde, sei für die Zukunft sicher erleichternd.

Kooperation in der Jugendarbeit

Ausdrücklich würdigte er die gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mühlenfließ. Das habe nicht nur die wechselseitige Vertretung der Pfarrer betroffen, sondern auch viele Punkte im Gemeindeleben. Ganz vornean bei den gemeinsamen Aktionen stand die enge Kooperation in der Kinder- und Jugendarbeit. In Neuenhagen-Dahlwitz habe es da mit sieben Leuten in ebenso vielen Jahren eine ziemliche personelle Fluktuation gegeben. Gleichwohl hätten gerade sowohl anfangs Kathrin Heyn als auch Ricarda Riebl bleibende Spuren hinterlassen und manches Neue angeschoben.

Scharnke, der ebenso wie sein Amtsvorgänger Jürgen Henze und Hoppegartens seit wenigen Tagen amtierender neuer Bürgermeister Sven Siebert dem Gottesdienst beiwohnte, würdigte das vielfältige Ausstrahlen der Kirchengemeinde in den ganzen Ort hinein zu Scheufeles Zeit. Für die in den sieben Jahren intensivierte Zusammarbeit in der Ökumene dankten Diakon David Hilus von der katholischen Gemeinde St. Georg Hoppegarten sowie Pfarrer Dietmar Peschel von der Adventgemeinde. Auch der neu gewählte Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Wolfgang Raack, dankte Scheufele, dessen formelle Entpflichtung Superintendent Hans-Georg Furian vornahm.

Rainer Berkholz übernimmt ab sofort die Vakanzverwaltung und wird bei einigen Aufgaben durch den vom Kirchenkreis abgestellten Sven Täuber unterstützt.