Versammlung
: Behindertenbeirat beklagt Desinteresse

Wenig Interesse aus Bevölkerung und Politik: Der Behindertenbeirat der Stadt Strausberg wünscht sich mehr Unterstützung.
Von
Martin Stralau
Strausberg
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Stolperfalle: Die erste Stufe der Treppe am Medizent I in der Prötzeler Chaussee ist für Rollstuhl- und Rollatornutzer ein Sicherheitsrisiko. Der Beirat fordert eine Markierung.

Martin Stralau/MOZ

Ernüchtert zeigte sich Rena Schrapel auch über die öffentliche Sprechstunde, die immer vor der Beiratssitzung stattfindet. „Wir können bei Problemen konkrete Hilfestellungen geben oder Verbindungen zur Stadt herstellen“, sagte sie. Auch diesmal sei niemand gekommen. „Man hat fast das Gefühl, dass alle zufrieden sind in der Stadt.“

Derzeit besteht der Behindertenbeirat aus neun Mitgliedern, mindestens sieben müssen es laut Hauptsatzung der Stadt sein. Sie sollen die Interessen von Menschen mit Behinderung vertreten und sich für die Integration in ihrem gesellschaftlichen Umfeld einsetzen. Wie wichtig viele Mitstreiter sind, zeigte die Sitzung am Montag, an der mit Rena Schrapel und Marina Hinz zwei Beiratsmitglieder teilnahmen. Damit war das Gremium nicht beschlussfähig. Für die Zeit nach der Kommunalwahl hätten zwar schon sieben Mitglieder erklärt, im Beirat weiter mitzuwirken, sagte Kerstin Wendt, die Beauftragte für die Integration von Menschen mit Behinderung. Neue Mitglieder seien aber sehr willkommen. Informationen dazu gibt es auf der Seite www.stadt–strausberg.de unter dem Punkt Beiräte.

Für einen Neustart nach der Wahl sprach sich Wolfgang Türke vom Seniorenbeirat aus, der bei der Sitzung zu Gast war. „Nach der Wahl müssen wir den Stadtverordneten aktiv sagen, dass wir in beiden Gremien Mitglieder brauchen.“ Bürgermeisterin Elke Stadeler schlug vor, dass der Behindertenbeirat Kontakt mit dem Kinder– und Jugendparlament aufnimmt, um sich mehr Gehör zu verschaffen. Außerdem regte sie ein bis zwei Sitzungen pro Jahr mit dem Seniorenbeirat zu gemeinsamen Themen an.

Ein Dauerthema für Rena Schrapel ist der Eingangsbereich vor dem Medizent I in der Prötzeler Chaussee. Die Rollstuhlfahrerin wünscht sich dort schon seit Längerem eine Markierung im oberen Bereich der Stufen am Eingang, weil das Geländer erst nach der ersten Stufe beginne. „Nicht, dass dort noch jemand runter fällt.“ Das Thema sei bekannt, sagte Kerstin Wendt. „Ich hake da alle Vierteljahre nach, werde es auch diesmal mitnehmen.“ (mst)