Vertrag verlängert: Betreiber des Strandbads in Hennickendorf können aufatmen

Können der Zukunft nun entspannter entgegensehen: Die Hennickendorfer Strandbad-Betreiber Maria und David John sollen für weitere zehn Jahre einen Vertrag bekommen.
Uwe SprangerAls kürzlich die Betreiber aufgefordert wurden, im Wirtschafts– und Finanzausschuss ein Konzept für die nächste Zeit vorzustellen und zwischenzeitlich der Eigentümer benachbarter Flächen Messungen veranlasste, kochte die Gerüchteküche hoch. Es wurde vermutet, dass dieses letzte Stück Gemeindeland am Stienitzsee beispielsweise für einen Hotelbau hergegeben und deshalb der Vertragsabschluss zurückgehalten werden solle. Etliche Stammgäste und Vertreter von Vereinen, die im Strandbad einen Anlaufpunkt gefunden haben, stärkten John denn auch bei der Ausschusssitzung, die im Strandbad selbst stattfand, den Rücken. Das Bad sei mittlerweile eine Marke geworden, bei Ortsansässigen wie Auswärtigen gleichermaßen beliebt, machten sie deutlich. Die weitere Entwicklung hänge von einer baldigen Entscheidung ab, denn es gebe bereits Anfragen für die Zeit nach 2021, unter anderem, weil Johns das Gelände auch als Trauungsstätte hergerichtet haben.
Verkehrsschau mit dem Landkreis
Im Ortsentwicklungsausschuss am Dienstagabend in Herzfelde fragten Hennickendorfer gezielt nach, ob es anderweitige Pläne für das Gelände gebe. Thomas Lilienthal, im Rüdersdorfer Rathaus stellvertretender Abteilungsleiter im Baubereich, dementierte dies energisch. Es gebe keine Absicht der Gemeinde, die Flächen von Strandbad und Parkplatz zu verkaufen, sagte er im Ausschuss. Die Verwaltung sei sogar dabei, eine Lösung für das Parkproblem zu schaffen. Es liefen Gespräche mit der Kaminbaufirma Schreyer über die Nutzung einer Fläche auf der anderen Straßenseite als „Überlaufparkplatz“. Nur eine Zustimmung eines Anliegers stehe noch aus.
Überdies sei bei einer „Verkehrsschau“ mit dem Landkreis verabredet worden, auf der Berliner Straße wechselseitig Markierungen aufzutragen, um deutlich zu machen, wo auf der Straße geparkt werden könne. Zuletzt hatten Bad–Besucher Knöllchen kassiert, weil sie auf den Seitenstreifen gefahren waren — vermutlich in guter Absicht, um den Verkehr nicht zu behindern. Dies sei jedoch nicht erlaubt, da auf den Flächen Wasser versickern soll und Autos den Boden verdichten, erläuterte Lilienthal.
Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer sind geplant
Er bescheinigte den gegenwärtigen Betreibern, aus einer maroden Fläche mit wenig ansehnlicher Infrastruktur „etwas Präsentables“ geschaffen zu haben. Das Bad hat Strand und Wiese mit Sonnen– und Schattenplätzen, Bootsverleih, Steg, Imbiss, Bar und Terrasse mit dem markanten Kuppelzelt, Spielgeräte ... Aufgrund von Corona–Regeln dürfen momentan maximal 250 Besucher hinein. „Ich habe nur Positives gehört, es macht Spaß, sich dort aufzuhalten, und das Bad wird auch überörtlich angenommen“, lobte der Rathausmitarbeiter.
844135
Was die Pläne für die Zukunft angeht, müsse man sehen, was ohne große Eingriffe in Natur und Landschaft möglich sei und ob gegebenenfalls planungsrechtliche Schritte nötig seien. Johns hatten unter anderem Übernachtungsmöglichkeiten für Rad– und Wasserwanderer angedacht, eventuell Wohnmobilstellplätze. Zudem kann sich das Pächterpaar mehr Veranstaltungsangebote vorstellen, vom Seekino über An-/Abbaden bis hin zu Lasershow oder „Stienitzsee in Flammen“ samt entsprechender Gastronomie. Neben der Bewirtung beim Badebetrieb, der Kernstück der Aktivitäten bleibe, könnte Eventcatering für Firmen, Familien, Schulen, Vereine zusätzliches Standbein werden. Für einen Ganzjahresbetrieb müsste indes in dem vor einigen Jahren von der Gemeinde errichteten Anbau eine Heizung nachgerüstet werden. Ausbauen wollen die Betreiber schließlich auch die Flotte von Tretbooten und insbesondere Boards für Stand–up–Paddeln, denn die sind sehr stark nachgefragt. Für vorstellbar halten sie auch den Verleih von Grillbooten oder -flößen, für wünschenswert Synergien mit dem Museumspark.
Förderverein vor Gründung
Beide Ausschüsse sprachen sich grundsätzlich für eine Fortführung des Pachtverhältnisses aus. Als Eckpunkte wurden unter anderem festgehalten, dass die Fläche von Bad und Parkplatz vergeben wird, insgesamt 14 200 Quadratmeter, dass die Laufzeit erneut zehn Jahre beträgt mit Option auf weitere fünf und einer Öffnungsklausel für beide Seiten, dass der Pachtzins gemäß Lebenshaltungskostenindex angepasst werden kann und dass es für werterhöhende Maßnahmen einen Ausgleich geben soll. Details sollen Pächter und Verwaltung nun klären.
Unterdessen kündigten Sympathisanten die Bildung eines Fördervereins an. Rüdersdorfer, Hennickendorfer, Herzfelder, Strausberger und Petershagen–Eggersdorfer wollen das Strandbad in seiner jetzigen Form bewahren und ausbauen als Anlaufpunkt für Vereine und Bürger aus den anliegenden Orten und seine Ertüchtigung für behinderte Menschen voranbringen. Unterstützen wolle man vor allem mit Manpower, zum Beispiel als Parkeinweiser, aber auch fachlich für Planungen und durch Sponsoring, hieß es.