Vorlesewettbewerb
: Siegerinnen kommen aus Petershagen und Prenzlau

Klara Schmidt aus Petershagen und Lea Sophie Schürmann aus Prenzlau gewannen den Vorlesewettbewerb auf Regionalebene.
Von
Thomas Berger
Strausberg
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Kurzzeitig Konkurrentinnen, aber vereint in der Liebe für Bücher: die Teilnehmerinnen des Regionalfinales, vorn Mitte (v. l.) die Siegerinnen Klara Schmitt und Lea Charlotte Schürmann

Thomas Berger

Das sind Klara Schmitt von der katholischen Grundschule St. Hedwig aus Petershagen (neben Lena Schönfeld aus Müncheberg sozusagen die zweite Lokalmatadorin aus Märkisch–Oderland) und die Uckermärkerin Lea Charlotte Schürmann aus Prenzlau, wo sie die Artur–Becker–Grundschule besucht. Sie setzten sich gegen sieben weitere Konkurrentinnen durch.

Buchhändler Falko Micklich als Hauptorganisator hatte bereits bei der Begrüßung darauf verwiesen, dass dieser bundesweit größte schulische Wettbewerb nun schon seit 60 Jahren läuft. Damalige Erst–Teilnehmer wären nun also so alt wie einige der Omas und Opas im Raum, die neben Eltern und jüngeren Geschwistern die jungen Hauptpersonen begleitet hatten.

Lea, die bereits mit vier Jahren lesen konnte, wie sie auf MOZ–Nachfrage verriet, und als echter Bücherwurm gelten darf, hatte in Teil eins mit dem selbst gewählten Text einen Auszug aus „Pippa — Mein (halbes) Leben ist ein Ponyhof“ geboten. Die Geschichte eines Scheidungskindes, doch war die ausgewählte Passage für die Zuhörer eher ein Zwerchfellkitzel, als sich (noch vor der Scheidung) die Eltern von Pippa darüber stritten, in welcher Reihenfolge der Einkauf an der Kasse auf das Band gelegt wird (laut Vater nach wissenschaftlich–praktischen Erwägungen) und von welcher Seite die Klopapierrolle eingehängt wird.

Klara mag nach eigener Aussage in der Pause „vor allem Geschichten, die real sind, manchmal auch ein bisschen traurig, aber mit gutem Ende“. Zum Wettbewerb hatte sie sich für „Wie ein Fisch im Baum“ von Lynda Mullaly Hunt entschieden. Die Story über die elfjährige Elly, die nicht lesen und schreiben kann. Was für Verwicklungen sorgt, als sie ihrer schwangeren Klassenlehrerin versehentlich eine Beileids– statt einer Glückwunschkarte schenkt.

Gerade das Spiel mit verschiedenen Tempi, also auch mal das Innehalten im Lesefluss für eine bewusste Pause, hatte Klara von allen neun wohl am perfektesten drauf. Doch jedes der Mädchen schuf Atmosphäre, ließ eintauchen in die jeweiligen Szenen. Gewürzt bei Lilli Müller aus Basdorf, gleich als Erste an der Reihe, auch mit wunderbaren Dialekten der beiden Fische des Orakels, das die Hauptpersonen in „Kamikatze“ gerade befragen. Oder bei Lucia Gründler (Hangelsberg) bei „Pogo und Polente“ von einem wunderbaren Dialog, als die beiden Titelhelden sich streiten. Im zweiten Teil hatten alle mit dem gerade erst Ende Februar erschienenen „Traumspringer“ unbekannte Textpassagen zu lesen. Und bewältigten dies alle mit Bravour. Micklich, Marion Hahn, MOZ–Journalist Tim Johnschker und die Jugendbuchautorin Celine Lux als Jury waren um ihre Aufgabe jedenfalls nicht zu beneiden. Am Ende entschied die Summe der Punkte.