Als sich der Kochclub Herrensee im Jahr 2014 gründete, war nicht absehbar, dass er sich zu einer festen kulinarisch-kulturellen Institution in Rehfelde entwickeln würde. Zehn Männer, neun Hobbyköche und ein ehemaliger Meisterkoch, veranstalten seither einmal im Quartal ein thematisches Kochen im Freien, immer im Wechsel auf den Grundstücken der Mitglieder, wie der Ideengeber und Koordinator Fred Ball erzählt. Das Besondere: Einmal im Jahr, seit 2015, richtet der reine Männerclub ein Sommerfest für die Rehfelder aus – die Erlöse fließen an den Verein "Leben mit Handicap – Anima", der davon Krebspatienten in der Region unterstützt.
Am Sonnabend fand das Sommerfest im weitläufigen Garten von Club-Mitglied Sven Gawenda statt. Wie üblich, hatten alle Köche 200 Euro in einen Topf geworfen, davon eingekauft und gekocht. Ihre Frauen und andere Helfer ergänzten die Speisen ebenso wie Gäste mit weiteren Leckereien und Kuchen. Es gab alles, was das Herz begehrte, ob Wild vom Wildhof Müncheberg oder – eine Premiere beim Sommerfest – frisch geräucherte Forellen aus dem Stienitzsee. Auch der obligatorische Heubraten, der zu diesen Festen immer angeboten wird, stand wieder auf dem Speiseplan. "Wir probieren viel, ändern auch mal etwas, aber den Heubraten dürfen wir nicht weglassen, das würden uns die Gäste übel nehmen", sagte Fred Ball.
Schon zweieinhalb Stunden nach Beginn des bis 17 Uhr angesetzten Festes hatten die Ausrichter mehr als 400 Gäste gezählt. "Für 500 reichen die Portionen", sagte Fred Ball und frohlockte: "Wenn wir heute mit einrechnen, haben wir in den fünf Jahren dieses Festes mehr als 5000 Euro Spenden für Anima gesammelt." Die kommen nicht nur durch die Erlöse aus dem Essen zustande, sondern auch aus den im Garten aufgestellten Spendenboxen. Wieder mit von der Partie war Rentnerin Waltraut Kaminski, die einen Kirschstreuselkuchen als Beitrag mitgebracht hatte. "Ich freue mich, dass ich mithelfen kann und hier im Ort so etwas auf die Beine gestellt wird", sagte sie.
Zufrieden war auch die Chefin von Anima, Anja Frohloff, über die jahrelange Unterstützung durch den Kochclub. Die dieses Mal eingenommenen Spenden wolle man vor allem dafür einsetzen, krebskranken Patienten aus der Region im Mai 2020 ein "Wochenende zum Krafttanken" anzubieten. Mit Wanderungen, Waldbaden, Atemtherapien und weiteren Angeboten. Wer Inte­resse an dem Wochenende hat und Vorschläge für dessen Ausgestaltung, könne sich bei ihr melden. Tel. 03341 306210, E-Mail: anja@krebshilfe-mol.de