Mit der Schlüsselübergabe liegt die Verantwortung für den ikonischen Bau des Architekten Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) seit Donnerstag wieder in den Händen der Staatlichen Museen zu Berlin.
Während eines coronabedingt nur online übertragenen Festaktes sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters, es habe „zweifellos schon bessere Zeiten für ein glanzvolles Museumscomeback gegeben, als mitten in einer Pandemie“. Kunst sei und bleibe überlebensnotwendig für eine demokratische Gesellschaft, sagte die CDU-Politikerin.

Investition von 140 Millionen Euro

Das Gebäude sei „eindrucksvoller denn je zurückkehrt in die erste Reihe der Hauptstadt-Kultureinrichtungen“, der lichtdurchflutete Kunsttempel habe sich über die Jahre zu einer Pilgerstätte für Liebhaberinnen und Liebhaber moderner Kunst entwickelt.
Ein Team um den britischen Stararchitekten David Chipperfield hat das Gebäude für 140 Millionen Euro saniert und instandgesetzt. Das Museum soll am 21. August wieder eröffnet werden, Ende Mai sind Tage der offenen Tür geplant. Mies schuf den Bau Ende der 60er Jahre als ein Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts.

Nationalgalerie mit einer besonderen architektonischen Rolle

Chipperfield sprach in einer Videobotschaft von einem der wichtigsten Werke von Mies, das mit seiner außergewöhnlichen Harmonie von Strukturen und Raum einen Platz in der Geschichte der Architektur besetze.
Der Präsident der für die staatlichen Museen zuständigen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, sprach von dem Bau als „starkem Zeichen des Aufbruchs und der freiheitlichen Utopie“. Er werde am Kulturforum immer eine besondere Rolle spielen, egal wie sich der Ort weiterentwickle.
Direkt neben der Neuen Nationalgalerie entsteht derzeit das 450 Millionen Euro teure Museum des 20. Jahrhunderts der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron. Die beiden Gebäude sollen unterirdisch verbunden werden.