Eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Sonntag (12. Dezember) in Berlin-Gesundbrunnen entschärft worden. Um 18.09 Uhr gab es für die Anwohner endlich die erlösende Nachricht. Die Berliner Feuerwehr vermeldete über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Geschafft! Die Weltkriegsbombe ist entschärft und wird nun zum Abtransport verladen.“ Die Polizei ergänzte, dass die Absperrungen ab sofort aufgehoben sind und die Menschen zurück in ihre Wohnungen können. Auch die U-Bahn der Linie 8 kann wieder auf ihrer gewohnten Strecke fahren. Diese war am Sonntag über Stunden wegen der Entschärfung gesperrt worden.
Die Bombe wurde vor gut drei Wochen bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Jüdischen Krankenhauses an der Iranischen Straße im Bezirk Mitte von Berlin entdeckt.
Rund 15.000 Anwohner in einem Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle waren aufgerufen, ihre Wohnungen und den Sperrkreis zu verlassen, wie Polizei, Feuerwehr, Innenverwaltung und die Bezirksämter Mitte und Reinickendorf gemeinsam mitteilten. Beim Aufenthalt innerhalb des Sperrkreises bestehe Lebensgefahr.

Der abgesperrte Bereich in Berlin-Gesundbrunnen

Der abgesperrte Bereich in Berlin wird durch folgende Straßen begrenzt:
Norden: Residenzstraße / Reginhardstraße
Osten: Osloer Straße / Drontheimer Straße
Süden: Reinickendorfer Straße / Nauener Platz
Westen: Seestraße / Groninger Straße
Die Entschärfung der Bombe in hat am Sonntagnachmittag später begonnen als geplant. Die Räumung des Sperrgebiets sei noch nicht abgeschlossen, teilte eine Polizeisprecherin kurz vor 16 Uhr mit. Vor allem die Krankentransporte von Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder akuten Erkrankungen würden viel Zeit in Anspruch nehmen, so die Polizeisprecherin. Darüber hinaus müsse man immer wieder einzelne Anwohner und Anwohnerinnen davon überzeugen, ihr Zuhause zu verlassen.
Um 16.24 Uhr meldete dann die Berliner Polizei über Twitter, dass die Evakuierung abgeschlossen sei und die Sprengstoff-Experten des Landeskriminalamtes mit der Entschärfung beginnen.
Das Bezirksamt Mitte teilte am Nachmittag mit, dass etwa 600 Menschen, die nicht bei Freunden oder Angehörigen untergekommen sind, in einem Hotel untergebracht und versorgt werden.

Bombe in Berlin-Gesundbrunnen – Wie läuft die Entschärfung?

Die beiden Zünder der amerikanischen Weltkriegsbombe sollen nach Angaben der Polizei möglichst am Fundort entschärft werden. Wenn das geglückt sei, könnten alle zurück in ihre Wohnungen. Wie viel Zeit für die Entschärfung nötig sei, lasse sich allerdings schwer einschätzen.
Am Fundort der Bombe bereitet sich nach Angaben der Polizei seit dem Morgen ein Spezialteam des Landeskriminalamts auf die Entschärfung vor. Ein Bagger hatte am Sonntagvormittag damit begonnen, die Erde über der Fliegerbombe abzutragen.

Unterkünfte für Anwohner während der Entschärfung

Seit dem frühen Morgen werden Menschen in der Sperrzone um das Jüdische Krankenhaus in Sicherheit gebracht, wie eine Polizeisprecherin am Sonntag sagte. Insgesamt 400 Beamte gehen demnach von Tür zu Tür und vergewissern sich, dass alle Bewohner ihre Häuser verlassen haben. Die Anwohner sind gebeten worden, am dritten Adventssonntag bei Freunden oder Angehörigen unterzukommen. Alternativ stellt das Bezirksamt Mitte Unterkünfte bereit, die dafür genutzt werden können.
Folgende Sammelpunkte für Menschen, die eine Alternativunterkunft benötigen, sind eingerichtet:
  • Osloer Straße 36-37, 13359 Berlin
  • Reinickendorfer Str. ggü. 71-73, 13347 Berlin
  • Seestraße 80, 13347 Berlin
Shuttle-Busse fahren von den Sammelpunkten zu den Unterkünften.

Verkehrseinschränkungen wegen Bombenentschärfung

Während der Sperrmaßnahmen sind starke Einschränkungen des Verkehrs vor allem auf der Reinickendorfer Straße (B96) und der Osloer Straße zu erwarten. Außerdem soll der U-Bahn- und Tramverkehr in dem Bereich während des Einsatzes eingestellt werden.
In den Sozialen Medien berichten Betroffene von Begleiterscheinungen der Bombenentschärfung. Ein Twitter-Nutzer schreibt: „Polizei überall, die gerade die Leute aus den Häusern holen. Transporter mit durchsagen, für Anlaufstellen und Informationen. Aber fuck, ist das gruselig, da selbst kaum noch ein Auto hier fährt.“

Hotline für Betroffene der Bombenentschärfung

Die Bezirksämter Mitte und Reinickendorf haben eine Hotline für die Betroffenen eingerichtet: Sonntag, 7 bis 18 Uhr unter der Nummer: (030) 9018 46 660 oder per E-Mail unter bombenfund@ba-mitte.berlin.de erreichbar.
Anwohner von folgenden Straßen und Hausnummern sind von der Evakuierung betroffen:
  • Drontheimer Straße: Nr. 31, 32, 32A, 34, 36, 37, 38, 40
  • Exerzierstraße: Nr. 1-34
  • Gottschedstraße: Nr. 7-14, 20-23, 26-43
  • Hansastraße: Nr. 1-9, 11-17
  • Haßlinger Weg: Nr. 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 27, 28, 30
  • Heinz-Galinski-Straße: 1-18
  • Hochstädter Straße: Nr. 1, 21, 22, 23, 24
  • Iranische Straße: Nr. 2, 3, 3A, 3B, 3C, 3D, 3E, 3F, 3G, 3H, 4, 5, 6, 6A, 8
  • Koloniestraße: Nr. 144, 145, 146, 147, 148, 149, 150, 151
  • Liebenwalder Straße: Nr. 1, 1A, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 57, 58, 59, 60, 61
  • Markstraße: Nr. 20, 21, 22, 23, 24, 25, 25A
  • Martin-Opitz-Straße: Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 13, 14, 17, 17A, 17B, 18, 19, 20, 21
  • Osloer Straße: Nr. 36, 37, 42, 76, 77, 78, 80, 83, 83A, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92
  • Oudenarder Straße: Nr. 1, 1A, 1B, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34
  • Reginhardstraße: Nr. 1, 3, 5, 5A, 5B, 5C, 5D, 6, 7, 7A, 7B, 7C, 8, 9, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 20, 22, 28
  • Reinickendorfer Straße: Nr., 48, 48A, 49, 50, 50A, 51, 52, 52A, 52B, 53, 53A, 54, 55, 57, 58, 58A, 58B, 59, 59A, 59B, 60, 60A, 60B, 62, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 72, 73, 74
  • Residenzstraße: Nr. 74, 74A, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 84, 85, 89, 90
  • Seestraße: Nr. 73, 74, 80
  • Schulstraße: Nr. 40, 40A, 41, 42, 43, 44, 44A, 45, 45A, 46, 47, 48, 48A, 49, 49A, 50, 50A, 51, 51A, 52, 53, 54, 54A, 54B, 56, 57, 58, 59, 97, 98, 98A, 101, 102, 103, 104
  • Schwedenstraße: Nr. 1, 1A, 2, 3, 3A, 3B, 4, 5, 5A, 9, 9A, 9B, 10, 10A, 11, 11A, 12, 13, 14, 15, 15A, 15B, 16, 17, 18, 18A, 18B, 18C, 19, 20
  • Tromsöer Straße: Nr. 1, 3, 4, 6
  • Uferstraße: Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 23
  • Ungarnstraße: 99, 99A