3D auf Erotikmesse „Venus“
: Virtuelles Spiel macht Regie führen bei Pornos - oder selbst mitmachen möglich

Auf der Erotikmesse „Venus“ stellt das Berliner Start-Up „me.mento 3D“ das neuartige Spieleerlebnis „vrXcity“ vor. Beim Regieführen der Pornos werden der Fantasie keine Grenzen gesetzt.
Von
Oliver Jastram
Berlin
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Erotisch: Darstellerinnen präsentieren auf der "Venus" Virtual-Reality-Brillen.

Ralf Hirschberger

Was sich in der Realität noch als schwierig erweist, wird mit einer sogenannten VR-Brille in naher Zukunft für jedermann möglich sein.

Ein erotisches Abenteuer

Die Firma „me.mento 3D“ präsentiert auf der Erotikmesse Berlins bis Sonntag ihre recht freizügige Interpretation eines Videospiels. Das Projekt nennt sich "vrXcity“ – und Messebesucher dürfen bereits einen ersten Blick auf das Projekt erhaschen, welches sich in seiner frühen Entwicklungsphase befindet, aber bereits Anfang 2021 marktfähig sein soll.  Dabei kann sich der Nutzer in der sogenannten virtuellen Realität (VR) sein eigenes erotisches Abenteuer gestalten, sämtliche sexuelle Fantasien ausleben und die Geschehnisse entweder als passiver oder aktiver Teilnehmer erleben.

Basierend auf echten Szene-Stars der aktuellen Pornografie-Welt, die per aufwendigem Körperscan in das Spiel implementiert wurden, kann der Nutzer seinen Traumliebhaber durch diverse Anpassungsmöglichkeiten mit wenigen Klicks selbst erschaffen. Angefangen bei den verschiedensten Haarprachten, über die Gestaltung der Körbchengröße bis zur Auswahl des bevorzugten Hinterteils – in „vrXcity“ wird vieles möglich, was Fans von pornografischen Inhalten begeistern dürfte.

Der Chef-Entwickler sieht einen großen Markt für das Produkt und will die „Porno-Enthusiasten der VR-Szene“ ansprechen. Die Zielgruppe sei bereits vorhanden, habe aber bisher nicht über die Möglichkeit verfügt, in das Geschehen tatsächlich einzugreifen. Mit den dazugehörigen Controllern kann der Nutzer Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen, was das Projekt von der Konkurrenz abhebt. Bisher sei es nämlich lediglich möglich gewesen, passiver Beobachter zu sein.

Nun darf der Gamer entscheiden: über die Stellungen, über den Ort des Aktes, über die Geschwindigkeit und wie er mit dem Partner interagieren möchte. Es scheint, als wären keine Grenzen gesetzt.

Übrigens ist das Spiel keine reine Männersache, auch Frauen sollen unterhalten werden, ebenso wie homosexuelle Nutzer. Neben dem standardmäßigen Geschlechtsakt kann man selbst Regie bei seinem eigenen Streifen führen und den Darstellern Anweisungen geben, wie sie sich zu verhalten haben. Weitere Charaktere, Modi und Orte sollen dazukommen und die Inhaltspalette des Spiels erweitern.

Grund zur Eifersucht in realen Beziehungen besteht für den Chef-Entwickler nicht – zumindest für jene Paare, die pornografischen Inhalten gegenüber offen sind. Man könne "vrXcity“ schließlich auch gemeinsam genießen.

Dass die virtuelle Realität im Zuge des Medienwandels auch die Porno-Industrie verändert, ist wenig überraschend. Geschäftsführer Tobias Platte bedient mit seinem Start-Up „me.mento 3D“ und dem Sex-Spiel „vrXcity“ letztlich nur einen Markt, der von den technischen Errungenschaften unserer Zeit profitiert. „Moderne User suchen nach Erlebnissen, die sie interaktiv steuern und somit individuell gestalten“, sagt Platte. Und wer weiß, vielleicht ist das virtuelle Erleben in seiner simplen Zugänglichkeit irgendwann eine ernsthafte Alternative zum echten Leben. Zumindest müssten Erotiksuchende keine schwierigen sozialen Kontakte pflegen, sie müssten nur einen Knopf drücken und sich in eine andere Welt versetzen lassen.