Burkhard W. hat ein Problem: Der Mann aus dem Berliner Speckgürtel würde gern das deutschlandweite 9-Euro-Monatsticket der Bahn nutzen. Doch in den Nutzungsbedingungen etwa beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) ist ausdrücklich die Rede davon, dass man nicht nur seinen vollen Namen auf dem Ticket eintragen muss, sondern für die Kontrolle auch noch ein gültiger Lichtbildausweis erforderlich ist.
Der Ausweis von Burkhard W. ist aber erst kürzlich abgelaufen. Und einen Termin zur Erneuerung hat er auf die Schnelle im zuständigen Bürgeramt auch nicht erhalten. Riskiert er nun eine strafrechtliche Verfolgung als Schwarzfahrer, wenn er das 9-Euro-Ticket dennoch nutzen will?
Eine Mitarbeiterin des VBB-Infozentrums sorgt auf Nachfrage von moz.de für Beruhigung: „Ein gültiger Führerschein oder die Karte von der Krankenkasse tun es in solchen Fällen auch. Herr W. sollte aber sicherheitshalber noch seinen abgelaufenen Personalausweis mitnehmen und den oder die Kontrolleurin auf sein Problem hinweisen“, empfiehlt sie. Dann dürfte der Reise mit dem 9-Euro-Ticket sicher nichts mehr im Weg stehen.

Bereits erworbene Fahrscheine rechtzeitig umtauschen

Die Antworten auf die am häufigsten zu dieser Aktion gestellten Fragen hat der VBB auf einer Internetseite zusammengestellt. Dort erfährt man beispielsweise auch, dass man als Inhaber einer gültigen Jahreskarte einen Erstattungsantrag stellen muss, um das für die Monate Juni, Juli und August mehr gezahlte Geld wieder zurückzuerhalten.
Oder dass der Preis für bereits erworbene Fahrkarten für Regionalzüge nur vor dem 1. Geltungstag erstattet wird. Auch wie die Regelungen für die Inhaber von Firmen- oder Mobilitätstickets beziehungsweise Abonnements-Fahrscheine sind, kann man dort erfahren.

Gültigkeit und Vertrieb

Das 9-Euro-Ticket ist an allen gewohnten Stellen verfügbar, so z.B. an Fahrausweisautomaten und personalbedienten Verkaufsstellen sowie digital als Handyticket in den Apps von VBB, BVG und DB. In der ersten Woche wurde das Ticket bereits mehr als eine halbe Million Mal verkauft. Wie der VBB mitteilt, gilt es monatsscharf jeweils vom 1. bis 30./31. Tag des Monats. VBB-Abonnenten werden automatisch Teil der Aktion „9-Euro-Ticket“ und müssen nicht selbst aktiv werden. Die Differenz zu ihrem jeweiligen Abo-Preis wird vom Verkehrsunternehmen, mit dem der Vertrag abgeschlossen wurde, kompensiert.
Der VBB geht davon aus, dass es insbesondere im Berufsverkehr und auf schon jetzt viel befahrenen Strecken voll in den Zügen wird und wirbt um Verständnis. Teilweise setzt die Bahn auch zusätzliche Züge ein, beziehungsweise hat zusätzliche Waggons geplant.
Auch könnten Tagesfahrten zu attraktiven Ausflugszielen zu außergewöhnlich starker Nachfrage besonders an Wochenenden und Feiertagen führen. Das betrifft besonders die von Berlin ausgehenden Strecken an die Ostsee (RE3 und RE5), in den Spreewald (RE2 und RB24) und in den Fläming (RE7).
Ab dem 1. Juni können mit dem 9-Euro-Ticket alle günstig durch Deutschland fahren. Die Redaktion des Verbraucherportals Vergleich.org hat die längsten Strecken zusammengestellt, auf denen man mit dem Ticket fahren kann.
Ab dem 1. Juni können mit dem 9-Euro-Ticket alle günstig durch Deutschland fahren. Die Redaktion des Verbraucherportals Vergleich.org hat die längsten Strecken zusammengestellt, auf denen man mit dem Ticket fahren kann.
© Foto: Verbraucherportal vergleich.org
Deshalb gibt es in den Sommermonaten zusätzliche Saisonverkehre sowie in diesem Jahr ein von den Ländern bestelltes Zusatzangebot. Hier der Überblick:

Zwischen Berlin und der Ostsee:

  • Verlängerung der schon heute fahrenden Ausflugszüge nach Prenzlau und Neustrelitz an die Ostsee (RE3 und RE5)
  • zusätzlicher Ausflugszug der ODEG am Samstag und Sonntag von Berlin nach Greifswald und Stralsund und zurück ab Mitte Juni
  • zusätzliche Züge an Wochenenden und Feiertagen zwischen Angermünde und Stralsund mit Anschluss aus und zu den RE3-Zügen in der Relation Berlin-Schwedt (Oder)
  • zusätzliche Züge an Wochenenden und Feiertagen zwischen Neustrelitz und Rostock mit Anschluss aus und zu den RE5-Zügen der Relation Berlin-Neubrandenburg-Stralsund
  • Zwischen Berlin, Beelitz Heilstätten und Dessau: Mehr Sitzplätze am Wochenende auf dem RE7 zur Landesgartenschau und nach Dessau
  • Zwischen Cottbus und Dresden: Mehr Sitzplätze in der Lausitz auf den Linien RE15 und RE18 zwischen Hoyerswerda bzw. Cottbus und Dresden
Weitere Zusatzzüge – insbesondere für den Ferienzeitraum ab Anfang Juli – seien mit den Verkehrsunternehmen in Prüfung, heißt es vom VBB.
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