Abläufe nicht im Griff: Fusionspläne der Haftanstalten Wulkow und Wriezen überraschen

Auf Hochglanz: Blick in den Zellenflur der JVA Wriezen. Wriezen und Wulkow sollen miteinander verschmelzen.
dpa/Sören TetzlaffGegenüber dieser Zeitung bestätigte Uwe Krink, Sprecher des Justizministeriums, dass es hausinterne Pläne gibt, beide Einrichtungen organisatorisch zusammenzuführen. Das habe zum einen mit dem anhaltenden Problem zu tun, vakante Anstaltsleiterposten zu besetzen, was zumeist finanzielle Gründe habe, zum anderen würden Kapazitäten und aktuelle Belegungszahlen beider Einrichtungen diesen Schritt nahelegen. Beide hätten eine Kapazität von 342 Plätzen, derzeit sitzen in Wulkow und Wriezen jedoch lediglich 281 Gefangene ein. „Wir könnten aus aktuell fünf dann vier JVAs machen, die in etwa gleiche Kapazitäten haben“, sagt Krink. Neben Neuruppin-Wulkow und Wriezen gibt es noch Justizvollzugsanstalten in Brandenburg/Havel, Cottbus-Dissenchen und Luckau-Duben.
Am Personalbestand soll es nach der „Fusion“ keine Abstriche geben. „Wir haben insgesamt knapp 1000 Beschäftigte in allen Einrichtungen. Die brauchen wir auch, weil wir uns sehr auf Wiedereingliederung und Resozialisierung konzentrieren“, begründet Krink. In Wulkow sind nach seinen Angaben derzeit 118, in Wriezen 123 Mitarbeiter beschäftigt. Aber: Der Krankenstand war in den vergangenen Jahren in nahezu allen Einrichtungen hoch.
Würden Wulkow und Wriezen gemeinsam verwaltet, wäre auch das Problem der bislang offenen Stelle des Anstaltsleiters gelöst. Es würde eine Stelle geschaffen, die großzügiger besoldet ist als der Führungsposten in einem kleineren Gefängnis, sagt Krink. Praktisch stehen beide schon seit Jahren unter einer Führung.