Brandenburgs Grünen-Landesvorsitzende Alexandra Pichl hat vor den Folgen von Einschränkungen bei der Schwangeren-Beratung aufgrund der Corona-Pandemie gewarnt. Dies führe zu erheblichen Risiken und Schwierigkeiten bei Schwangerschaftsabbrüchen, sagte Pichl am Sonntag anlässlich des „Safe Abortion Day“ am Montag. Wegen des eingeschränkten Angebots verzögere sich oft die vorgeschriebene Beratung vor Schwangerschaftsabbrüchen, erklärte Pichl laut Mitteilung. „Eingriffe drohen sich deswegen zu verschieben, auch aufgrund der zusätzlichen Belastung der Kliniken.“ Schwangerschaftsabbrüche müssten aber so früh wie möglich durchgeführt werden, mahnte Pichl.

Mehr Aufklärung zu Schwangerschaftsabbrüchen gefordert

„Gleichzeitig passieren nachweislich mehr Fälle häuslicher Gewalt, womit sich auch das Risiko ungewollter Schwangerschaften erhöht“, erklärte die Landesvorsitzende. Sie forderte die Abschaffung des Paragrafen 219a im Strafgesetzbuch, der die Veröffentlichung von Informationen zum Schwangerschaftsabbruch teilweise unter Strafe stellt. „Frauen brauchen ausreichende, dezentrale Informationen, damit ihr Wohl und ihre Gesundheit im Falle einer ungewollten Schwangerschaft sichergestellt werden können“, sagte Pichl.