Die EU-Kommission hat die wegen der Afrikanischen Schweinepest eingerichteten Sperrzonen III in zwei Brandenburger Landkreisen nach Angaben der Landesregierung vorfristig aufgehoben. Da es in Spree-Neiße und Märkisch-Oderland in den vergangenen drei Monaten keine weiteren Ausbrüche in Hausschweinbeständen gegeben habe, seien sie zu Gebieten der Sperrzone II herabgestuft worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Freitag mit. Die Vermarktung der Tiere aus acht gewerblichen Betrieben mit insgesamt rund 31.500 Schweinen werde damit ermöglicht.
Die Schweinepest wurde Mitte Juli erstmals in Brandenburg bundesweit in Hausschweinbeständen festgestellt. Danach musste laut EU-Verordnung um die Fundorte die Sperrzone III eingerichtet werden. Schlachthöfe sind meist nicht bereit, Tiere aus der Zone zu schlachten, da die Vermarktung des Fleisches an Bedingungen gebunden ist.
Dank konsequenter Bekämpfungsmaßnahmen habe sich die Seuchenlage verbessert, sagte Staatssekretär Michael Ranft. Das Land habe sich mit dem Bund erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Frist zur Aufhebung der Sperrzone III von zwölf auf drei Monate verkürzt werde.
Innerhalb von knapp drei Wochen (Stand: 23. Oktober 2021) ist in Brandenburg die Zahl der bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest um 119 auf 1897 gestiegen. Am 4. Oktober waren es noch 1778 ASP-Fälle. Am meisten wurde die Tierseuche bislang im Landkreis Oder-Spree nachgewiesen (885). Danach folgen die Stadt Frankfurt (Oder) mit 318 Fällen und die Kreise Märkisch Oderland (285) und Spree-Neiße (279).
Die ASP ist eine schwere Virusinfektion. Für Wild- und Hausschweine ist die Seuche meist tödlich, für Menschen aber ungefährlich. Im September 2020 wurde in Brandenburg der deutschlandweit erste Fall bei einem Wildschwein bestätigt. Später war auch Sachsen betroffen. Mittlerweile sind auch ASP-Fälle bei Hausschweinen in Brandenburg aufgetreten.
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