Da machten neben den Dürreperioden die Frostgrade im Frühjahr und der rapide Temperaturanstieg im Frühsommer den Landwirten zu schaffen. Neu in diesem Jahr ist für Bösel, dass es  bei  den Niederschlägen "extrem große regionale Unterschiede auf kleinstem Raum" gegeben hat. Die Stimmung unter den Landwirten sei "angespannt", sagt Bösel auf einer Veranstaltung zu Klimawandel und Landwirtschaft am Mittwochabend in Berlin. Das Müncheberger Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung ZALF hatte eingeladen.
Anpassung an den Klimawandel und Gegensteuern – das sind die beiden Felder, auf denen schon lange geforscht wird. "Der Boden ist die beste Versicherung gegen die Folgen des Klimawandels", sagt Katharina Helming vom ZALF.
Ein Kubikmeter Boden besteht zur Hälfte aus Poren, Hohlräumen, und kann darin  die mittlere Jahresniederschlagsmenge in Brandenburg speichern. Das funktioniert aber nur, wenn er eine ausreichend poröse Struktur hat, also gut von Wurzeln durchsetzt und belebt ist. Gesunder Boden ist nicht nur fruchtbar, er speichert auch Kohlenstoff und kann dem Klimawandel entgegenwirken.
Für die schweren Landmaschinen, die ihn schädigen, entwickelt die Forschung Ersatz –  leichte Roboter. Die sollen ein kleinteiliges Bewirtschaften von Flächen erlauben. Randstreifen könnten brach bleiben, was der arg reduzierten natürlichen Vielfalt an Pflanzen und Tieren helfen könnte. Neu ist das alles nicht.
Wir wissen, was zu tun ist – aber "de facto tun wir das kaum", sagt der Wissenschaftler Harald Grethe von der Humboldt Universität in Berlin. "In erster Linie subventionieren wir mit heutiger Agrarpolitik das Bodeneigentum". Stattdessen müsste Arbeit im Sinne von Gemeinwohl honoriert werden, Naturschutzleistungen beispielsweise.
Kritik am Klimapaket
Der Markt honoriert über die Preise eine Arbeit zugunsten von Gemeinwohl nicht, sagt Grethe, hier müsse die Politik eingreifen, mit der C02-Besteuerung zum Beispiel. Der Preis von zehn Euro pro Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid, wie ihn das Klimapaket regelt, ist "ein Witz", sagt Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung PIK. Um die Klimaziele Deutschlands zu erreichen, hätte jetzt ein CO2-Einstiegspreis von 50 Euro festgelegt werden müssen. Das bedeute höhere Preise, räumt Edenhofen ein.
Ärmere Haushalte hätten aber mit Steuererleichterungen entlastet werden können. Edenhofer wirft der Koalition vor, stattdessen das Argument von der Belastung der ärmeren Haushalte als Schutzschild benutzt zu haben, "um nichts zu tun." Das Klimapaket entlaste mittlere und reiche Haushalte.
Während Grethe und Edenhofer klare Worte finden, bleibt die Politik blass. Kaum Konkretes ist von den Vertretern des Bundesagrar- und Umweltministeriums zu erfahren. Anton Hofreiter von den Grünen kritisiert die Regierung heftig und bleibt zurückhaltend, wenn es um die Visionen seiner Partei für die Landwirtschaft geht.
Wenn sich in der Klimapolitik nichts bewegt, muss Deutschland  mit einer durchschnittlichen Erwärmung um vier Grad bis 2100 rechnen, sagen Experten des PIK. Der Norden Deutschlands wird dann tendenziell nasser und der Süden trockener. Die Landwirtschaft muss sich auf noch mehr Extreme gefasst machen.
Informationen zu Klimawandel und Landwirtschaft unterwww.quer-feld-ein.blog