Air Defender 23
: Kampfjets bei Instagram und Co – User beobachten Kampfflugzeuge am Himmel

Am Himmel über Deutschland findet das größte Luftwaffen-Manöver seit Bestehen der Nato statt. User beobachten die Kampfflieger am Himmel über Deutschland. Wie groß sind die Auswirkungen?
Von
Bodo Baumert
Potsdam/Berlin
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Schaulustige beobachten den Start eines Tornado-Kampfjets zu Beginn des internationalen Luftwaffen-Manövers „Air Defender 2023“ am Zaun des Fliegerhorst Schleswig/Jagel. An dem Manöver sind 25 Staaten mit 250 Flugzeugen und fast 10.000 Soldaten beteiligt.

Gregor Fischer/dpa

Rund 250 Kampfflugzeuge aus insgesamt 25 Nato-Staaten sind derzeit in Deutschland stationiert. Die meisten davon sind extra aus den USA eingeflogen, um an dem groß angelegten Manöver Air Defender 23 teilzunehmen. In drei Trainingsbereichen über Deutschland üben die Flieger seit dem 12. Juni den Luftkampf.

Auf Luftraum-Beobachtungs-Plattformen im Internet lassen sich die Bewegungen der Flugzeuge teilweise nachverfolgen. Rund 15 sind beispielsweise am Dienstagmittag zu erkennen. Stratotanker zum Betanken von Kampfflugzeugen sind darunter, die über Mecklenburg-Vorpommern kreisen, Transportmaschinen, Kampfflugzeuge.

Teile des deutschen Luftraumes sind während Air Defender 23 für den zivilen Luftverkehr gesperrt. Auch über Brandenburg sind entsprechende Korridore für die Luftwaffenübung vorgesehen.

Air Defender 23 – Kampfflieger am Himmel beobachtet

Interessiert beobachten deshalb auch viele Menschen in Deutschland seit Beginn des Manövers den Himmel – und entdecken dort immer wieder Flugzeuge, die zum Manöver gehören könnten. Auf Plattformen wie Instagram gibt es zahlreiche Bilder solcher „Plainspotter“ genannter Flugzeug-Fotografen.

Air Defender 23 – wann sind Flugzeuge über Brandenburg unterwegs?

Laut Bundeswehr werden die jeweiligen Lufträume nur zu bestimmten Zeiten täglich genutzt. „Der Übungsraum Ost wird zwischen 10 und 14 Uhr, der Übungsraum Süd zwischen 13 und 17 Uhr und der nördliche Übungsraum zwischen 16 und 20 Uhr für die militärische Nutzung zeitweise reserviert sein. Nachts und am Wochenende finden keine Übungsflüge statt“, heißt es auf einer Informationsseite der Bundeswehr.

Mit dem bloßen Auge zu sehen sind die Kampfflieger in der Regel aber nicht. „Die Flughöhen während Air Defender in den drei Übungsräumen betragen zwischen 2500 und 15.000 Metern und höher. Darunter werden in der Regel keine Missionen geflogen“, teilt die Bundeswehr mit.

Air Defender 23 – drohen jetzt verstärkt Flugausfälle?

Die befürchteten Auswirkungen auf den zivilen Luftverkehr sind in den ersten Tagen des Manövers weitgehend ausgeblieben. Der Flugbetrieb an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main laufe „insgesamt stabil“, sagte eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Fraport. Von rund 1280 geplanten Flugbewegungen sei am Dienstag eine zweistellige Zahl von Flügen von Verspätungen oder Annullierungen betroffen.

Am Flughafen Berlin-Brandenburg sorgte die Luftwaffenübung für einen Start und eine Landung außerhalb der gewöhnlichen Betriebszeiten. Das teilte der Flughafen am Dienstag auf Anfrage mit. Eigentlich sind am BER reguläre Linienflüge in der Kernnachtzeit von 0 bis 5 Uhr ausgeschlossen, von 23.30 bis 24.00 Uhr und von 5.00 bis 5.30 Uhr dürfen grundsätzlich keine planmäßigen Flüge stattfinden. In der Nacht zum Dienstag habe es einen Start um 23.32 Uhr und eine Landung um 0.12 Uhr gegeben.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung geht allerdings davon aus, dass da noch mehr kommt. Der Bundesvorsitzende Matthias Maas rechnet demnach damit, dass die Auswirkungen von Tag zu Tag spürbarer werden. Einen ersten großen Höhepunkt erwartet er für diesen Mittwoch: „Die größte Sorge ist, dass die Flieger dann zum Teil verspätet starten und vielleicht auch verspätet wieder ankommen. Sagen wir, dreimal fliegt eine Maschine am Tag nach Mallorca, und der erste Flug ist schon verspätet, dann baut sich das halt nach und nach weiter auf. Es könnte also passieren, dass der ein oder andere Flugplatz schon geschlossen hat, wenn die Maschine abends zurückkommt.“ (mit dpa)