In Brandenburg gibt es zahlreiche Gewässer – bis zu 4.000 Seen wurden im Land gezählt. Da ist es fast selbstverständlich, dass Angler aus Nah und Fern nach Brandenburg kommen, um ihr Glück zu versuchen.
  • Wo kann man in Brandenburg ohne Angelschein angeln?
  • Wo bekomme ich Angelkarte und Fischereiabgabemarke?
  • Welche Fische darf ich ohne Angelschein fangen?
  • Wie und wo kann ich einen Angelschein machen? Was sind die Kosten?

Angeln in Brandenburg: Die wichtigsten Regeln

Zunächst einmal ein Überblick über die wichtigsten Regeln für Angler in Brandenburg:
  • Angeln ist ab dem 8. Lebensjahr erlaubt
  • Ohne Angelschein kann jede und jeder auf Friedfische angeln
  • Angler müssen eine Fischereiabgabe entrichten
  • Angler brauchen für jedes Gewässer eine Angelkarte
  • Um Raubfische zu angeln, braucht man einen Angelschein
Wer diese allgemeinen Regeln befolgt, kann im Grunde überall in Brandenburg angeln. Sonderregeln gibt es für das Angeln in der Oder. Dennoch ist wichtig zu wissen, dass es im Detail viele Gesetze und rechtliche Bestimmungen gibt. Das Brandenburgische Fischereigesetz schreibt daher ausdrücklich: „Wer die Fischerei ausübt, hat alle rechtlichen Bestimmungen, insbesondere fischereirechtlicher, tierschutzrechtlicher und naturschutzrechtlicher Art zu beachten. Dazu hat er sich entsprechend zu informieren und weiterzubilden.“ Jede und jeder Angel-Interessierte verpflichtet sich also, sich vor dem Angel-Ausflug richtig und gründlich zu informieren.

Angeln ohne Angelschein: Alles über Friedfischangeln

Wer keinen Angelschein hat und trotzdem angeln möchte, darf das in Brandenburg tun. Ohne Angelschein darf man aber nur auf Friedfische angeln. Und: Man braucht Fischereiabgabekarte und Angelkarte für das Gewässer.

Fischereiabgabe und Angelkarte: Wo und was Kosten sie?

Die Fischereiabgabekarte ist ein grünes Kärtchen, in dem pro Kalenderjahr eine Marke geklebt wird, die beweist, dass die Abgabe geleistet wurde. Diese bekommt man in den unteren Fischereibehörden und bei allen Abgabestellen für Angelkarten. Die Fischereiabgabe kostet:
  • 12 Euro für Erwachsene
  • 2,50 Euro für Kinder ab acht Jahren
Angelkarten werden beispielsweise in Angelgeschäften, in Touristeninformationen, Angelvereinen oder Fischereibetrieben ausgegeben. Der Landesanglerverband Brandenburg ermöglicht auch einen Online-Kauf von Angelkarten – es gibt Tages- und Wochenkarten. Die Tagesangelkarte kostet für Erwachsene 13 Euro, die Wochenangelkarte 25 Euro. Auf der Seite können auch Karten für Nachtangeln und Sonderkarten für die Oder erworben werden.

Friedfische in Brandenburg

Mit Angelkarte und Fischereiabgabekarte im Gepäck kann es schon losgehen. Wer keinen Angelschein hat, darf jetzt ausschließlich auf Friedfische angeln. Das sind Fische, die sich von Kleintieren wie Insekten ernähren. Beispiele für Friedfische sind:
  • Rotfeder
  • Güster
  • Karausche
  • Döbel
  • Karpfen
  • Aaland
  • Hasel
  • Schleie
  • Barbe
Um Friedfische zu angeln sind maximal zwei Handangeln erlaubt. Der Haken wird mit folgenden Ködern bestückt: Wurm, Maden, Getreide, Teig. Wenn der gefangene Fisch nicht eindeutig zu erkennen ist, muss er zurück ins Wasser gesetzt werden!

Raubfische in Brandenburg

Wer einen Angelschein besitzt, kann auch auf Raubfische angeln. Das sind Fische, die sich von anderen Fischarten ernähren und diese jagen. Beispiele für Raubfische sind:
  • Barsch
  • Hecht
  • Zander
  • Regenbogenforelle
  • Bachforelle
  • Wels
  • Aal
Um diese Tiere zu angeln, braucht man einen passenden Köder: Eine Raubfischangel wird daher meistens mit Wirbel- oder Krebstieren bestückt.

Angeln in Brandenburg: Wie bekomme ich einen Angelschein?

Um einen Fischereischein zu bekommen, muss man zunächst mindestens 14 Jahre alt sein. Bevor man den Angelschein bekommt, wird eine Anglerprüfung abgelegt, in der die Themen Fischkunde, Gewässerpflege, Fanggeräte, Behandlung gefangener Fische und Rechtsvorschriften abgefragt werden. Die Prüfung ist in Brandenburg ein Multiple-Choice-Test. Der Besuch eines Vorbereitungslehrgangs ist freiwillig – in Berlin ist er beispielsweise verpflichtend. Die Kosten für die Prüfung und alle anhängenden Kosten liegen bei etwa 250 Euro. Mit dem bestandenen Zeugnis kann dann der Schein beantragt werden – er ist auf Lebenszeit gültig.