Bahn in Berlin
: Züge rollen nach mutmaßlichem Brandanschlag wieder nach Plan

UPDATE 7.8.: In einem Kabelschacht der Bahn in Berlin hat es nach einem mutmaßlichen Anschlag gebrannt. Nah- und Fernverkehr waren beeinträchtigt. Doch nun rollen die Züge wieder planmäßig.
Von
dpa
Berlin
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Am dritten Februar-Wochenende ist der S-Bahn-Verkehr zwischen Oranienburg und Birkenwerder unterbrochen.

ARCHIV - 18.12.2020, Brandenburg;Berlin, Schönefeld: Die S-Bahn der Linie S9 fährt am frühen Abend von Spandau kommend zum Terminal 1/2 des Flughafens Berlin Brandenburg «Willy Brandt». Die Berliner FDP fordert in beiden Landesparlamenten jeweils einen Ausschuss für die Metropolregion Berlin-Brandenburg, um die Zusammenarbeit beider Länder etwa in der Wirtschafts-, Verkehrs- oder Wohnungspolitik voranzutreiben. (zu dpa: «FDP macht sich für gemeinsamen Ausschuss Berlin-Brandenburg stark») Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Brand bei der Bahn in Berlin: Nach Feuer in einem Kabelschacht in den Morgenstunden gibt es Beeinträchtigungen bei S-Bahn und Regionalzügen.

Soeren Stache/dpa

Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf die Berliner Bahn rollt der Verkehr zwischen Spandau und dem Hauptbahnhof sowohl bei der S-Bahn als auch den Regional-, Fern- und Güterverkehrszügen wieder planmäßig.

Die Polizei geht bei dem Kabelbrand bei der Deutschen Bahn in Berlin von einem politischen Anschlag aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand liegt eine entsprechende Motivation vor, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Staatsschutz ermittele weiter zu dem Fall. Dabei spielt auch ein Bekennerschreiben eine Rolle, das auf einer linken Internetplattform hochgeladen wurde.

Dieses stammt nach Überzeugung der Ermittler aus der linken Szene. Allerdings handelt es sich aus Sicht der Polizei nicht um ein „authentisches Selbstbezichtigungsschreiben“, wie man es von anderen Taten kenne. Gleichwohl werde das Schreiben weiter geprüft, weil anhand des Verfassers möglicherweise Rückschlüsse zu den Tätern möglich seien.

Austausch mit LKA in Hamburg und Bremen

Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) steht bei den Ermittlungen nach Angaben des Polizeisprechers im engen Austausch mit den Polizeibehörden in Hamburg und Bremen. Auch auf der Bahnstrecke zwischen Bremen und Hamburg hatte es in der vergangenen Woche einen mutmaßlichen Brandanschlag gegeben. Der Vorfall wurde ebenfalls in dem veröffentlichten Schreiben erwähnt.

Nach einem Bericht des RBB teilte die Bremer Polizei bereits am Montag mit, dass eine „abschließend eindeutige Bewertung hinsichtlich der Authentizität des Selbstbekenner-Schreibens durch die beteiligten LKA nicht bestätigt werden“ könne. Man gehe aber von einem linksextremistischen Hintergrund bei den Anschlägen aus. Hinweise zu den Tätern erhoffen sich die Berliner Ermittler durch gesicherte Spuren am Tatort. Untersucht wird laut Polizei, ob es DNA-Spuren oder Fingerabdrücke gibt. Auch das verwendete Material kann demnach Aufschluss geben, wer hinter der Tat steckt.

Behinderungen im Nah- und Fernverkehr

Ein Feuer an den Bahnanlagen hatte am Freitag (2. August)  „rund 30 Kabel mit etwa 1000 Adern stark beschädigt“, erklärte eine Sprecherin der Bahn. Dadurch konnten etwa Weichen nicht gestellt werden.

In den vergangenen Tagen wurden die Kabel stückweise ersetzt. Anschließend wurden sie getestet. Insgesamt waren nach Angaben der Bahn durch die Einschränkungen bei der Ringbahn und dem Regionalverkehr über fünf Tage mehr als 2300 Züge betroffen.

Bahn schloss früh technische Ursache aus

Nach erstem Ermittlungsstand wurde eine technische Ursache ausgeschlossen, hieß es von der Bahn. Die von der Bahn betriebene S-Bahn sprach von Vandalismus.

Der „Tagesspiegel“ hatte von anschließendem Chaos auf dem Hauptbahnhof berichtet, als Fahrgäste vor abgesperrten Rolltreppen auf den Zugang zum Bahnsteig warten mussten, weil so übervolle Bahnsteige vermieden werden sollten.

In Bremen hatten die Täter der Polizei zufolge am frühen Montagmorgen die Leitungen in einem Kabelschacht an einem Bahndamm gezielt mit einem Brandmittel angezündet. Zunächst konnten danach wegen des Schadens keine ICE-Züge zwischen Nordrhein-Westfalen und Hamburg über den Bremer Hauptbahnhof fahren. Auch die Regionalzüge auf der Strecke Hamburg-Bremen waren von Beeinträchtigungen betroffen.

Am Mittwochmorgen (7. August) kam es nach Angaben der Bahn unabhängig von dem Kabelbrand wegen einer Reparatur an der Strecke der Ringbahn zu Einschränkungen. Zwischen Beusselstraße und Wedding fuhr die Bahn nur im 20-Minuten-Takt. In die andere Richtung verkehrte die Ringbahn im 10-Minuten-Takt.