Bahn in Berlin und Brandenburg: Was sich an welchen Bahnhöfen für Fahrgäste verbessert

Der Bahnhof Fredersdorf bei Berlin in Märkische-Oderland ist einer der Bahnhöfe in Brandenburg, die nach gewissen Qualitätsstandards modernisiert wurden. Hier sieht man die wettergeschützten neuen Wartehäuschen. Was sich wo noch alles verbessert.
Deutsche Bahn AG/Christian Bedeschinski- Bis Ende 2025 werden 17 Bahnhöfe in Berlin/Brandenburg modernisiert, u.a. Fredersdorf, Gehrenseestraße.
- Verbesserungen: barrierefreie Zugänge, Solarlampen, Echtzeitinfos, wetterfeste Wartebereiche.
- 2024: 2,6 Mrd. Euro für 950 Bahnhöfe; Ziel: moderne Standards und bessere Vorplätze.
- Probleme: viele Empfangsgebäude privatisiert, Denkmalschutz erschwert Sanierung.
- Zukunft: Milliardeninvestitionen für weitere Modernisierungen geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rund 20 Millionen Fahrgäste nutzen täglich große und kleine Bahnhöfe in Deutschland. Doch viele Stationen wirken verwahrlost. Manchmal wurde jahrzehntelang zu wenig investiert. Das will die Deutsche Bahn ändern und die Bahnhöfe an die heutigen Bedürfnisse der Pendler anpassen.
Im Rahmen des Programms „Zukunftsbahnhof“ sollen jährlich rund 100 Bahnhöfe deutschlandweit aufgewertet werden. Dabei geht es um unter anderem um wetterfeste Wartebereiche, bessere Informationssysteme und barrierefreie Zugänge. Die Stationen sollen rundum modernisiert werden.
Bahn in Deutschland – Investitionen von 2,6 Milliarden Euro
„In den vergangenen Jahren haben wir meist nur stückweise saniert“, erklärt Ralf Thieme, Vorstand Personenbahnhöfe DB InfraGO. „Da haben wir zum Beispiel den Bahnsteig gemacht, aber nicht die Unterführung. Für die Fahrgäste hat sich das dann so angefühlt, als würde der Bahnhof nie ganz fertig und nie ganz schön.“
Doch durch neue Finanzspritzen auch vom Bund habe man ganz andere Spielräume. Hintergrund ist das 2024 novellierte Bundesschienenwegeausbaugesetz. Danach sind Bahnhofsgebäude der Deutschen Bahn wieder Bestandteil der neuen Finanzierungspolitik.
Alleine 2024 seien 2,6 Milliarden Euro in Modernisierungsmaßnahmen an rund 950 Bahnhöfen in ganz Deutschland geflossen, berichtet Thieme. Es entstanden 113 der Zukunftsbahnhöfe, die gewisse Rund-um-Standards erfüllen müssen. Dazu gehören verbesserte Zugänge, Echtzeit-Abfahrtanzeiger und wettergeschützte Sitzplätze. „Dabei geht es heute nicht nur um Regen, sondern auch um Sonnenschutz“, erklärt der Bahn-Mann.
So bekam in Berlin der Bahnhof Gehrenseestraße in Alt-Hohenschönhausen im vergangenen Jahr einen neuen Aufzug, neue Anzeigesysteme und ein modernes Bahnsteigdach. Bis zum Ende des Jahres 2025 sollen noch die Bahnhöfe Olympiastadion und Karlshorst zu Zukunftsbahnhöfen werden.
Bahnhof in Berlin und Brandenburg – Sitzhocker und Solarlampen
In Brandenburg war der Bahnhof Werder (Havel) 2024 der erste Zukunftsbahnhof. In der Gestaltung wurden Historie und Moderne verbunden, heißt es von der Bahn. Man habe die denkmalgeschützte Architektur durch zeitgemäße Designelemente ergänzt, die an die regionale Backsteinproduktion erinnern. Dazu kamen nachhaltige Beleuchtung und begrünte Sitzbereiche.
Aber auch der Bahnhof Caputh-Schwielowsee in Potsdam-Mittelmark, umgeben von Wasser und Wäldern, den viele Ausflügler anpeilen, bekam lichtdurchflutete Wetterschutzhäuschen, die mit solarbetriebenen Lampen am Abend beleuchtet werden. Auf dem modernisierten Vorplatz laden seit der Neugestaltung unter anderem bunte Sitzhocker zum Verweilen ein.
Auch die Beschilderung wird an den Zukunftsbahnhöfen überall überarbeitet, Ausgänge werden mit verschiedenen Buchstaben gekennzeichnet, die auch in Routen-Planern von google-Maps auftauchen. Die Anzeige-Tafeln bekommen mehrere Zeilen auf den Displays, auf denen auch der nachfolgende Zug sowie Erklärungen zu Störungen erscheinen können. Für Blinde und Hörgeschädigte gibt es einen gelben Knopf, mit dem sie die Reise-Informationen angesagt bekommen.
Digitale Aushänge mit E-Paper-Displays lösen die alten Schaukästen auf den Bahnsteigen ab und informieren Reisende an kleinen und mittleren Bahnhöfen ohne Bahnpersonal über geplante Abweichungen vom Fahrplan, die durch Baustellen verursacht werden. Durchgänge, die vielerorts zu Angsträumen geworden sind, werden mit besonderen Graffiti-resistenten Kacheln aufgehübscht und im Design an Umgebung und Historie der Stationen angepasst.

Solche Anzeigen sollen auch auf kleinen und mittleren „Zukunftsbahnhöfen“ in Brandenburg die Verbindungen anzeigen.
Fabian Sommer/dpaInsgesamt bekamen und bekommen in Brandenburg in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 17 Bahnhöfe diese Art von Schönheitskur. Schon das Prädikat „Zukunftsbahnhof“ tragen dürfen neben den oben genannten Beispielen: Petershagen Nord, Hubertushöhe, Helenesee, Baruth (Mark), Halbe, Fredersdorf bei Berlin, Alt Hüttendorf, Golzow bei Eberswalde, Chorin, Beelitz-Heilstätten, Ortrand, Jänschwalde und Jänschwalde Ost.
In Arbeit sind 2025 noch der Kaiserbahnhof in Joachimsthal und der Bahnhof Golm. Dabei liegen neben den Bahnhofsanlagen auch die Vorplätze und die Anschlussmöglichkeiten, zum Beispiel durch Fahrradstellplätze, im Fokus. „Allerdings können wir die Bahnhofsvorplätze nicht automatisch mitmachen, da die Flächen meistens den Gemeinden und Kommunen gehören“, erklärt Thieme.
Viele Empfangsgebäude längst privatisiert
Anders als in der Vergangenheit ziehe sich die Bahn nun bei den Vorplätzen nicht mehr zurück, sondern entwickle mit den Kommunen Konzepte und helfe bei der Fördermittelbeantragung.
Schwierig werde es mit den Empfangsgebäuden, die sich gerade in Brandenburg vielfach nicht mehr im Besitz der Deutschen Bahn befänden. „Oft wurden sie schon mehrfach verkauft und liegen in einem traurigen Dornröschenschlaf, da sich die neuen Besitzer manchmal auch mit dem Denkmalschutz übernommen haben“, sagt Thieme.
Bis auf Einzelfälle, bei denen man mit Käufern zusammen gute Projekte entwickle, sollen Bahnhöfe deshalb in ganz Deutschland nicht mehr veräußert werden.
Mit dem Bahnhofsmodernisierungsprogramm werde es in den kommenden Jahren weitergehen. Helfen sollen dabei die Milliarden aus dem Sondervermögen, die zu großen Teilen in die Infrastruktur investiert werden sollen. „Das wird für uns eine große Aufgabe“, betont Thieme. „Die wir aber gerne annehmen, denn auf die Chance haben wir Jahre lang gewartet.“




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Wie Bahn und Co. den Frust noch steigern
Ein Unwetter über Berlin und Brandenburg verursacht Verkehrschaos, für das viele erst mal Verständnis haben. Ein ganz klares Defizit von Bahn und Co. sorgt hingegen für großen Frust.