Bau der A14: Deshalb verzögert sich Nordverlängerung der Autobahn in Brandenburg weiter

Die Fertigstellung der A14-Nordverlängerung nach Schwerin verzögert sich erneut. Auf einer Gesamtstreckenlänge von etwa 155 Kilometern soll die Autobahn Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verbinden. Zuletzt wurde ein weiteres Teilstück in Sachsen-Anhalt im Dezember 2023 für den Verkehr freigegeben.
Peter Gercke/dpaSie soll von Magdeburg Richtung Schwerin quer durch die Altmark führen — 2023 hat die Nordverlängerung der Autobahn 14 weiter Gestalt angenommen. Nach der Freigabe von weiteren 15 Kilometern Mitte Dezember sind 70 von 155 Kilometern des Lückenschlusses befahrbar. Der Autobahnbau in Sachsen–Anhalt geht auch 2024 weiter, allerdings langsamer als ursprünglich geplant.
So wird das 11,5 Kilometer lange Stück Dahlenwarsleben — Wolmirstedt, für das Anfang Dezember 2023 offizieller Baustart war, voraussichtlich erst 2029 fertig. Ursprünglich war der Anschluss an die bisherige Autobahn nach Halle, inklusive Überführung über den Mittellandkanal, für 2028 geplant.
Verzögerung bei A14–Weiterbau wegen umfangreicher Vorbereitungen
Als Grund für die Verzögerung nennt Silke Kinner, Projektleiterin der zuständigen Deutsche Einheit Fernstraßengesellschaft (Deges), umfangreiche Vorarbeiten. Dazu gehörten archäologische Untersuchungen, Kampfmittelberäumung, Umverlegungen von Leitungen und die Umsiedlung einer Feldhamsterpopulation. Am Geld liege es nicht, beteuert die Projektleiterin.
Ähnliche ökologische und bautechnische Gründe führt Steffen Kauert mit Blick darauf an, warum es auch zwischen Stendal und Osterburg länger dauern wird. Hier sollte ursprünglich 2027 auf 24 Kilometern der Verkehr rollen. Nun spricht der Außenstellenleiter Magdeburg der Autobahn GmbH von Ende 2028.
Beide Gesellschaften ziehen bei der A14–Nordverlängerung an einem Strang. Während die Deges die Abschnitte im Land Brandenburg und im Norden Sachsen–Anhalts sowie den Anschluss an die bisherige A14 im Süden baut, ist die Autobahn GmbH für das Mittelstück zuständig.
Teilstück zwischen Lüderitz und Stendal 2025 fertig
Als Trostpflaster verweist Kauert auf die sechs Kilometer lange Strecke zwischen Lüderitz und Stendal, auf der bereits Ende 2025 der Verkehr rollen soll. Damit werde die neue Autobahn an die B188 und so an das Fernstraßennetz angebunden. Das bringe noch einmal eine deutliche Erleichterung für die Kraftfahrer.
Die Bauarbeiten hier seien im Zeitplan. Bis Ende 2025 wird auf dem bereits fertigen Abschnitt bei Dolle auch eine einseitige Tank– und Rastanlage entstehen. Die Ausschreibungen dafür würden 2024 erfolgen.
2024 Schicksalsjahr für Elbebrücke bei Wittenberge — Fertigstellung 2026
Die 17 Kilometer lange Strecke Osterburg — Seehausen (Nord) und das knapp 11 Kilometer lange Stück bis Wittenberge werden von der Deges gebaut. Für das größte Einzelbauwerk der gesamten A14–Nordverlängerung, an dem bereits seit 2020 gearbeitet wird, ist 2024 das entscheidende Jahr. „Im März ist der erste Schuss für die Elbebrücke vorgesehen“, sagt die Projektleiterin.

Das Elbehochwasser hat Anfang 2024 die Baustelle der A14-Brücke überflutet. Die Brücke soll einmal die Autobahnanschlussstellen zwischen Wittenberge in Brandenburg und Seehausen in Sachsen-Anhalt verbinden. Das ist jedoch nicht der einzige Grund für die Verzögerungen des Autobahnbaus. Inzwischen wurde ein neuer Termin fürt die vollständige Fertigstellung bekanntgegeben.
Stephan Schulz/dpaSo werde im Fachjargon der Einschub der Brückenelemente bezeichnet. Insgesamt seien 22 solcher Einschübe vonnöten — verteilt über mehrere Bautage — um die sieben vorbereiteten Segmente an Ort und Stelle zu bringen, erklärt Kinner. Grundvoraussetzung, dass dabei alles reibungslos klappe, sei die gute Schiffbarkeit der Elbe zu diesem Zeitpunkt.
Die 1100 Meter lange neue Elbbrücke und das zwei Kilometer lange Stück bis zur Anschlussstelle Wittenberge sollen 2026 zeitgleich mit dem Anschluss nach Seehausen (Nord) fertig sein. Der Baubeginn für diese acht Kilometer ist für das zweite Quartal 2024 vorgesehen. Anschließend muss die alte Elbbrücke an gleicher Stelle komplett ersetzt werden. Bis zur Gesamtfertigstellung, voraussichtlich 2027, werde die neue Autobahnbrücke als Ausweichstrecke für die Bundesstraße dienen.
A14–Baurecht in Brandenburg fehlt weiterhin — Erteilung noch 2024?
Für den 18 Kilometer langen Bauabschnitt Karstädt — Wittenberge im Land Brandenburg fehlt noch immer das Baurecht. Der Planfeststellungsbeschluss wird nach mehrfacher Verschiebung nun für Anfang 2024 erwartet. Sollte es keine Klagen dagegen geben, kann mit den Bauvorbereitungen begonnen werden. Silke Kinner rechnet mit einer reinen Bauzeit von drei Jahren und — nach jetzigem Stand — der Fertigstellung im Jahr 2028.
Neuer Termin für Fertigstellung der Autobahn A14 erst 2029
Die gesamte A14–Nordverlängerung dürfte somit frühestens nach Anbindung an die bisherige Strecke Richtung Dresden 2029 durchgehend befahrbar sein. Der Lückenschluss zwischen den Autobahnkreuzen Magdeburg und Schwerin umfasst 155 Kilometer.
Baustart war im November 2011. Die 26 Kilometer in Mecklenburg–Vorpommern und 11 Kilometer im Land Brandenburg sind bereits seit Jahren fertig. In Sachsen–Anhalt rollt inzwischen auf rund 30 von 97 Kilometern der Verkehr.


