Baumblütenfest in Werder (Havel)
: Zwischen Restriktionen, Randalen und wilden Partys

Das Baumblütenfest in Werder (Havel) hat eine lange Geschichte. Die Randale von 200 Betrunkenen, die meisten Besucher und ein Baumblütenfest ohne Obst – ein kleiner Rückblick auf über 140 Jahre.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Werder (Havel)
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Auf Werders traditioneller Friedrichshöhe bieten Franziska und Tino Schmidt (r.) unter blühenden Kirschbäumen selbstgekelterten Obstwein an, während Max Korenke (M.) Schmalzstullen dazu verteilt. In der Obstanbaustadt vor den Toren Potsdams wird seit Samstag das Baumblütenfest in seiner 117. Saison gefeiert. Zu dem feuchtfröhlichen Fest, das bis zum 5. Mai dauert, erwarten die Werderaner bis zu 500.000 Besucher vor allem aus Berlin und Umgebung. +++ dpa-Bildfunk +++

Auf Werders traditioneller Friedrichshöhe bieten Franziska und Tino Schmidt (r.) unter blühenden Kirschbäumen selbst gekelterten Obstwein an, während Max Korenke (M.) Schmalzstullen dazu verteilt. Wann es auf dem Baumblütenfest in Werder (Havel) die größte Randale, die meisten Besucher und gar kein Obst gab: ein Rückblick.

Karlheinz Schindler/dpa
Das Baumblütenfest in Werder (Havel) hat über 140 Jahre Geschichte. 1879 begann es mit Sonderzügen aus Berlin. 1977 gab es große Randale mit 200 Betrunkenen. 1998 besuchten 750.000 Menschen das Fest. 2020-2022 wurde es wegen COVID-19 ausgesetzt. 2023 kehrte es mit neuem Sicherheitskonzept zurück. Das nächste Fest findet vom 26. April bis 4. Mai 2025 statt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Baumblütenfest 2025 in Werder (Havel) findet vom 26. April bis zum 4. Mai 2025 statt. Das große Volksfest im Osten hat über 140 Jahre Geschichte. Warum es jahrelang ohne Obstwein stattfinden musste und vieles mehr gibt es hier in einer Übersicht.

Seit 1879 wurde das Baumblütenfest in Werder (Havel) fast jedes Jahr gefeiert. Der Werderaner Ortschronist Baldur Martin hat sogar eine komplette Chronologie des Baumblütenfestes geschrieben. Hier eine Übersicht zu den Meilensteinen und Fun Facts des Fests.

Baumblütenfest in Werder (Havel) zwischen Restriktionen, Randalen und wilden Partys

  • 1879 beschloss der Vorstand des Werderaner Obstbau-Vereins, die Vollblüte der Obstbäume in allen Berliner Zeitungen bekannt zu geben. Sie hofften, so den Absatz der heimischen Obstbauern zu fördern. Die Berliner waren begeistert. Am 10. Mai 1879 fuhr der erste Sonderzug zum Baumblütenfest in Werder (Havel). Weitere Züge folgten in den folgenden Tagen. Damit war das Baumblütenfest in Werder geboren.
  • 1894 entstand auf dem Galgenberg eine Höhengaststätte, um dem wachsenden Ausflugspublikum Ausblick, Bewirtung und Tanzvergnügen zu bieten: Die Bismarckhöhe wurde neben anderen kulturellen und historischen Orten in Werder zu einem Zentrum des Baumblütenfestes.
  • Von 1916 bis 1919, im 1. Weltkrieg, wurde die Produktion von Obstwein untersagt. Das Obst wurde beschlagnahmt, um Marmelade für das Heer herzustellen.

Historische Aufnahmen in schwarz-weiß vom Baumblütenfest in Werder (Havel):

  • Während des Nationalsozialismus wurden ab 1935 alle Verkäuferinnen gezwungen, ein „Trachtenkleid“ zu tragen. In den Jahren des 2. Weltkriegs mussten Gäste des Werderaner Baumblütenfests auf Obstwein verzichten.
  • 1977 fand die größte Randale der Geschichte des Baumblütenfests statt. Circa 200 Betrunkene schlugen alle Glasscheiben im Saal der Friedrichshöhe ein.
  • Die Stadt feierte das 100. Jubiläum des Fests mit einem großen Umzug der Schulen, Kindergärten, Betrieben und Bürgern.
  • In der DDR wurde das Baumblütenfest in Werder nicht mehr offiziell gefeiert. Es wurden Vorschriften für den Verkauf von Obstwein durchgesetzt. Der Verkauf von Obstwein in den Gärten und Höfen wurde unterbunden. Es gab jedoch eine Landmaschinenausstellung und einen Rummel.
  • Ab 1989 nahm das Baumblütenfest die Gestalt an, die wir von heute kennen. Der Baumblütenball eröffnet seitdem das Fest. Auf dem Ball wird jährlich die neue Baumblütenkönigin gekrönt.
  • Der Baumblütenlauf im städtischen Wald wurde erstmals im Jahr 1994 durchgeführt.
  • Im Jahr 1996 gab es seit 1979 zum ersten Mal wieder einen Festumzug.
  • Die meisten Besucher hatte das Baumblütenfest im Jahr 1998 mit einem Spitzenwert von ca. 750.000 Besuchern.
  • Seit 2007 erstrahlt die sanierte Bismarckhöhe wieder im alten Glanz und fungiert als Veranstaltungsort des Baumblütenballs.
  • 2020, 2021 sowie 2022 wurde das Baumblütenfest aufgrund der COVID-19-Pandemie in Deutschland ausgesetzt.
  • 2023 startete das Baumblütenfest wieder nach dreijähriger Pause und mit neuem Sicherheitskonzept.