In Brandenburg hat es 2020 wieder Hunderte Sozialbestattungen gegeben. Dafür wandten die Kommunen Hunderttausende Euros auf. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Gemäß des Sozialgesetzbuchs werden die erforderlichen Kosten einer Bestattung übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen“, sagte Potsdams Stadtsprecherin Juliane Güldner. In der Landeshauptstadt gab es den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 102 Anträge auf Zuschüsse zu Bestattungen gegeben. Bisher seien Ausgaben in Höhe von fast 94 900 Euro getätigt worden.

Anstieg in Potsdam, Rückgang in Cottbus

Zumindest in Potsdam stieg die Zahl der Anträge gegenüber 2019 mit einem Zuwachs von 61 stark an. In Cottbus hingegen gab es laut Stadtsprecher Jan Gloßmann 2020 mit 44 Anträgen zwölf weniger als noch im Jahr zuvor. Im Landkreis Prignitz befanden sich die Anträge und Ausgaben ungefähr auf gleich bleibendem Niveau. Hier gab es im vergangenen Jahr 23 Sozialbestattungen, wobei der Landkreis insgesamt Kosten von 19.500 Euro übernahm, wie Annette Löther aus dem Perleberger Landratsbüro berichtet.
„Der Landkreis ist lediglich für Sozialbestattungen zuständig, bei denen es sich hauptsächlich um Hartz IV-Empfänger handelt, wo das Einkommen und Vermögen der Hinterbliebenen für eine Bestattung nicht ausreicht“, erklärt Löther. Gebe es keine Hinterbliebenen mehr, sei das entsprechende Ordnungsamt der Kommune für die Beisetzung zuständig.

Corona-Pandemie mit starken Auswirkungen

Die Kostenübernahme fällt sehr unterschiedlich aus. „Die Kosten einer Bestattung, die durch den Sozialhilfeträger Potsdam übernommen werden, betragen je nach Einzelfallentscheidung 1500 bis 3000 Euro“, informiert Juliane Güldner. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz schoss 2020 für mehr Sozialbestattungen (45) als 2019 (35) weniger Geld zu. Nämlich mit 15.000 Euro nur etwa die Hälfte von 2019, wie Landratsbüroleiter Stephan Hornak berichtete.
Allgemein hat die derzeitige Corona-Pandemie große Auswirkungen auf das Bestattungswesen in Brandenburg. „Es gilt mehr Vorsicht. Im Krematorium werden die geforderten Hygienemaßnahmen umso mehr eingehalten“, sagt Juliane Güldner. Die Mitarbeiter dort würden bei der Arbeit FFP-2-Masken tragen. Zur zweiten Leichenschau stünden Einweg-Overalls zur Verfügung, darüber hinaus seien an verschiedenen Punkten Desinfektionsmittel aufgestellt. Durch versetzten Arbeitsbeginn und versetzte Pausenzeiten würden die Mitarbeiterkontakte reduziert. „Sarg- und Urnenträger tragen während der Trauerfeier oder dem Beisetzungsprozess dunkle Masken“, so die Stadtsprecherin weiter.
Probleme, die insgesamt rund 100 Erdbestattungen im Jahr rasch durchzuführen, gibt es laut Güldner nicht. Aufgrund der insgesamt länger gewordenen Terminkette bei Feuerbestattungen komme es demzufolge hier aber zu längeren Wartefristen auf einen Beisetzungstermin. Feuerbestattungen machten rund 90 Prozent aller Bestattungen in Potsdam aus. Ob es sich bei einer Beisetzung um eine Sozialbestattung handelt oder nicht, spielt laut der Stadtsprecherin aber keine Rolle. „Die Bestatter und Friedhofsverwaltungen wissen in der Regel nicht, wer die Beisetzungskosten übernimmt und entsprechend gibt es hier keine Priorisierung“, erklärt sie.