Bildung in Brandenburg
: Warum das Newscamp für Schüler so wichtig ist

Zum zweiten Mal fand in Frankfurt (Oder) das Newscamp statt. Mehr als 300 Schüler aus Brandenburg informieren sich, wie Nachrichten gemacht werden und wie man Fakenews erkennt.
Von
Johannes Leichsenring
Frankfurt
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Claus Liesegang (mit Capi), im Druckhaus der Märkischen Oderzeitung in Frankfurt spricht zu Schülern aus Brandenburg die zum Newscamp gekommen sind.

Chefredakteur Claus Liesegang (mit Basecap) zeigt Schülern das Druckhaus der Märkischen Oderzeitung in Frankfurt (Oder).

Marc Schütz
  • Über 300 Schüler in Brandenburg nahmen am Newscamp teil, um Journalismus und Fakenews zu verstehen.
  • Medienbildung fehlt im Lehrplan, Schüler lernen dabei, Falschmeldungen und KI-Inhalte zu erkennen.
  • Veranstaltungen wie das Newscamp stärken Medienkompetenz und Vertrauen in Nachrichtenquellen.
  • Inklusion: Auch Schüler mit geistiger Beeinträchtigung profitierten von der Veranstaltung.
  • Unterstützt durch Sparkasse Oder-Spree und Medienpartner, nächstes Event geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Eine sehr tolle Veranstaltung, von der man auch viel neues und wichtiges Wissen mitnimmt, es macht generell sehr viel Spaß.“ Das sagt Paul Schaper (15), der mit mehr als 300 weiteren Schülern am Newscamp auf dem Gelände der Märkischen Oderzeitung in Frankfurt (Oder) teilgenommen hat. Mit dieser Meinung ist er nicht allein.  Angelina Eisgruber (18) aus Cottbus nutzt den Tag, um sich darüber zu informieren, wie Journalismus heute funktioniert. „An allen Stationen gibt es für jeden immer ein offenes Ohr und ein freundliches Gespräch“, so die 18-Jährige. Finja Buschmann (13) ärgert sich über Fakenews und findet Journalismus wichtig. Da ist sie auf dem Newscamp, das ihr gut gefallen hat, genau richtig gewesen.

Insgesamt 14 Schulen aus Brandenburg nahmen mit Schülern der Klassenstufen sieben bis zwölf an der Veranstaltung teil. Dabei wurden den Kindern und Jugendlichen Einblicke hinter die Kulissen eröffnet. Gleichzeitig ging es um Social Media, Künstliche Intelligenz und die Frage, wie Falschmeldungen und Fakes erkannt werden.

In Brandenburg ist Medienbildung nicht im Lehrplan verankert

„Medien und Informationsbildung sind leider noch immer nicht im Lehrplan verankert“, bemerkt Claus Liesegang, Chefredakteur der Märkischen Oderzeitung und der Lausitzer Rundschau. „Gleichzeitig kommen Kinder und Jugendliche mit ihren Smartphones immer früher mit dem Internet und mit Social Medien in Kontakt“. Dort würden sie sich nicht nur untereinander vernetzen, sondern auch mit Fakenews und interessengeleiteten Inhalten in Kontakt kommen. Die Grundidee hinter dem Newscamp sei es also, die Schüler zu sensibilisieren, zu ermutigen, „genau hinzuschauen“ und an Best Practice Beispielen zu lernen, wie Nachrichten gemacht werden.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Märkischen Oderzeitung, der Lausitzer Rundschau, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Radio Fritz und von „#Use The News“, eine Initiative der Nachrichtenagentur dpa. Unterstützt wird das Event von der Sparkasse Oder-Spree.

Die Motivation des Geldinstituts, die Veranstaltung finanziell zu unterstützen, fasste Veit Kalinke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oder-Spree, wie folgt zusammen: „Durch Veranstaltungen wie das Newscamp erhalten junge Leute wertvolle Hilfestellung und werden sensibilisiert, nicht auf Fakenews hereinzufallen.“ Als regionaler Finanzpartner ist der Sparkasse diese Aufklärung auch deshalb wichtig, weil gerade im Bereich der Finanzdienstleistungen viele Falschinformationen kursieren würden.

Die Sparkasse Oder-Spree hat das Newscamp 2025 in Frankfurt (Oder) mit ermöglicht.

Die Sparkasse Oder-Spree hat das Newscamp 2025 in Frankfurt (Oder) mit ermöglicht.

Sparkasse Oder-Spree

Dabei bewies sich die Veranstaltung als inklusiv. „Schon am Fakenews-Stand war das Eis gebrochen. Die Schüler haben alles verstanden und konnten gut mithalten, weil alles so schön anschaulich war und über Bilder funktionierte“, sagt Heike Zeisel froh – und ein bisschen erstaunt. Sie ist Lehrerin der Albert-Schweizer-Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt geistige Entwicklung aus Herzberg. Mit zwei Schülern der 7. und 8. Klasse besuchte sie das Festival. „Für uns war der Tag ein Test, ob das Newscamp unsere Schülerschaft anspricht“, erklärt sie. Für Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung sei es besonders wichtig, über Fallen im Internet aufgeklärt zu werden, weil sie leichter hineintappen und mit den vielen englischen Begriffen größere Schwierigkeiten haben, erklärt sie. Und schon zur Halbzeit war sich Heike Zeisel recht sicher. „Es lohnt sich!“

Vielen Schülern fällt kritische Prüfung von Informationen schwer

Falschnachrichten und Deepfakes, also durch Künstliche Intelligenz generierte Bild- und Videobeiträge, sind jedoch für alle Schüler eine Herausforderung. So teilte dieses Jahr die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz mit, dass lediglich 47 Prozent der Kinder und Jugendlichen in der Lage seien, die Qualität von Informationen problemlos zu beurteilen, während sich gleichzeitig Falschmeldungen rasant verbreiten. Deshalb sagt auch Pius, 14, aus Petersgahen, dass das Newscamp wichtig ist. Der Schüler hatte zuvor an einem Workshop zu Fakenews teilgenommen.

Tom Kölm, der Programmleiter von Radio Fritz, unterstreicht die Bedeutung des Newscamps ebenfalls. Veranstaltungen dieser Art würden „gesteuerter Desinformation“ entgegenwirken. „Junge Menschen konsumieren so viele Inhalte über Plattformen wie TikTok und Instagram“, dass es wichtig sei, sie so früh wie möglich dazu zu befähigen, das Gesehene und Gehörte einzuordnen. Ebenso wichtig sei es, zu zeigen, wie Nachrichten gemacht werden und damit das Vertrauen in Verlage und den öffentlichen Rundfunk zu stärken.