Bildung
: Wie sich eine Berliner Schule auf die Wiedereröffnung vorbereitet

Seit dieser Woche fahren Schulen in Brandenburg und Berlin ihren Betrieb wieder hoch – unter besonderen Voraussetzungen. Den Anfang machen die Abiturienten
Von
Michael Heider
Potsdam/Berlin
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Vor den Abiturprüfungen werden im Droste-Hülshoff-Gymnasium in Zehlendorf letzte Vorbereitungen getroffen.

Michael Heider/MOZ

Der Brandenburgische Pädagogen-Verband hält den Start für einen Test für die weitere Öffnung der Schulen. „Es ist zu schaffen“, sagte Präsident Hartmut Stäker der Deutschen Presse-Agentur. „Die Bedingungen waren klar.“

Der Landesschülerrat Brandenburg zeigte sich „relativ glücklich“, dass die Abiturprüfungen stattfinden. „Wir (...) wollten schon immer eigentlich den Schülerinnen und Schülern die Chance geben, diese Prüfungen schreiben zu können“, sagte Sprecherin Nele Dreizehner im Radio eins vom RBB. „Allerdings können wir vollkommen verstehen, wenn sich Schülerinnen und Schüler für ein Durchschnittsabitur entschieden haben, was jetzt natürlich nicht umgesetzt werden kann.“

Getakteter Einlass in Schule

Auch Berliner Schüler treten seit dieser Woche zu Abiturprüfungen an – mit entsprechenden Vorkehrungen. Am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Zehlendorf, wo es Mittwoch mit den Fächern Biologie, Musik und Politik losgeht, werden noch Markierungen in 1,50 Meter Abstand auf Treppenstufen geklebt. In der Aula, wo sich knapp 30 Schüler über ihre Prüfungsmaterialen beugen sollen, wird indes noch versucht, die Gänge zwischen den Tischreihen zu vergrößern. Auch im Vorbeigehen soll das Infektionsrisiko für die Schüler so niedrig wie möglich sein.

Schulleiterin Elke Wittkowski blickt mit Zuversicht auf die anstehenden Prüfungen. Anders ist es im Fall der schrittweisen Wiederaufnahme des Unterrichts. Hier machen kommende Woche die zehnten Klassen den Auftakt. Es stelle sich ein Betreuungsproblem, sagt die Schulleiterin. Schülergruppen müssten aufgeteilt werden, Prüfungen und Unterricht zunächst parallel ablaufen. Auf gut ein Viertel der Lehrerschaft müsse dabei verzichten werden. Entweder weil sie zur Risikogruppe gehören oder aus Gründen wie Elternzeit ausfallen.

Geplant werde daher mit versetzten Unterrichtszeiten. In Gruppen sollen die Schüler wenige Minuten nacheinander das Schulgebäude betreten. Verteilt werden sie dabei auf einen der drei Eingänge, hinter denen auch Desinfektionsspender warten.

Einen der Eingänge wird auch Anton Schoth nehmen. Er legt am Mittwoch seine erste Abiturprüfung im Fach Politik ab. Ohne Lerngruppen oder Bibliotheksbesuche habe sich die Vorbereitung schwierig gestaltet, sagt er.

Zudem befürchtet er, dass sich die Sorge vor einer Ansteckung nachteilig auf die Konzentration auswirken könnte. „Wenn ich meine Abiturprüfungen schreibe, muss ich mich ja darauf konzentrieren, was ich schreibe und mir ein Konzept machen. (...) Und wenn jemand hustet im Raum, ist man wieder komplett raus mit den Gedanken.“

Schulstart in Brandenburg

Seit Montag finden Abiturprüfungen in Brandenburg statt. Prüfungstermine in Fächern wie Kunst oder Gestaltungs- und Medientechnik legen die Schulen selbst fest. Der letzte Haupttermin für die schriftliche Prüfung ist für den 5. Mai im Fach Mathematik angesetzt. Nachschreibetermine sind bis in den Juni geplant – wer sich psychisch belastet oder krank fühlt, soll darauf ausweichen.Der Unterricht für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 an den Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien beginnt ab dem 27. April wieder. Gleiches gilt für die berufsbildenden Schulen beziehungsweise die Abschlussklassen einer dualen Ausbildung. ⇥red