• In Berlin soll es 2022 zu Silvester drei sogenannte Böllerverbotszonen geben.
  • In den Städten des Landes Brandenburg sind bisher keine solchen Einschränkungen geplant.
  • An diesen Orten ist Feuerwerk generell verboten.
  • Das sind die aktuellen Regeln für den Verkauf von Böllern und Raketen.
  • Das ist beim Kauf von Böllern und Raketen in Polen zu beachten.
In Berlin soll es wie in den vergangenen Jahren auf dem Alexanderplatz eine Böllerverbotszone geben, außerdem im sogenannten Steinmetzkiez in Schöneberg nahe der Pallasstraße und in einigen Straßen in Alt-Moabit. Die endgültige Entscheidung falle voraussichtlich im Dezember, teilte die Senatsinnenverwaltung mit.
Der Senat hatte 2019 erstmals Böllerverbotszonen erlassen, Absperrgitter aufgestellt und dort Hunderte Polizisten postiert, die den Zugang kontrollierten. Zuvor habe es dort immer wieder Verletzungen und Auseinandersetzungen gegeben. Die Verbote hätten sich bewährt.
Zum Jahreswechsel 2021/22 war wegen der Corona-Pandemie der Kauf von Feuerwerkskörpern in ganz Deutschland verboten, zusätzlich richtete der Berliner Senat 54 Verbotszonen auf großen Plätzen, Straßen und in Parks ein, in denen Feuerwerk und auch der Aufenthalt untersagt waren. So ein Verbot sei aber nur möglich bei der Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite, erklärte der Senat.

Verbotszonen in Brandenburg? Das sind die aktuellen Pläne

„Aktuell sind bei uns keine Verbotszonen vorgesehen“, sagte Potsdams Stadtsprecherin Christine Homann. 2021 hatte die Landeshauptstadt ein stadtweites Böllerverbot erlassen, 2020 eines für bestimmte Treffpunkte. „Rechtliche Grundlage war das Infektionsschutzgesetz“, sagte Homann. Damit habe verhindert werden sollen, dass sich mehrere Menschen an Orten versammeln und sich mit Corona anstecken. Ein im vergangenen Jahr geltendes Feuerwerksverkaufsverbot habe darüber hinaus dafür sorgen sollen, dass es weniger Verletzte durch Unfälle mit Sprengkörpern gibt und somit die Krankenhäuser entlastet werden konnten.
Auch in anderen Städten sind Böllerverbotszonen aktuell kein Thema. „Bei uns gab es in der Vergangenheit keine Böllerverbotszonen. Auch für diesen Jahreswechsel ist das nicht vorgesehen“, sagte etwa Eike-Kristin Fehlauer, Sprecherin der Stadt Oranienburg (Oberhavel). Das gilt auch für die Städte Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) und Frankfurt (Oder).

Hälfte der Brandenburger gegen ein Böllerverbot zu Silvester

In einer Umfrage im Oktober im Auftrag der Verbraucherzentrale sprach sich die Hälfte der Brandenburger gegen ein Böllerverbot zu Silvester aus, 45 Prozent der Befragten waren dafür. Bundesweit stimmte dagegen eine Mehrheit von 53 Prozent für ein Böllerverbot. In Berlin wurde als Grund für die geplanten Verbotszonen die Gefahrenabwehr genannt, da es immer wieder Angriffe auf Polizei und Feuerleute gab. Teile der Berliner Grünen wollen ein Böllerverbot in ganz Deutschland.

An diesen Orten ist Pyrotechnik generell verboten

Abgesehen von Verbotszonen bietet die erste Verordnung des bundesweit geltenden Sprengstoffgesetzes den rechtlichen Rahmen für festgeschriebene Orte, an denen das Knallen und Böllern ohnehin tabu ist. „Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen ist verboten“, heißt es dort.
Das gilt der Potsdamer Stadtsprecherin zufolge natürlich auch in Potsdam. „Es gab die üblichen, also in jedem Jahr geltenden Verbotszonen im Umfeld von Gesundheitseinrichtungen, Seniorenheimen und Tierparks“, sagte zudem Jan Gloßmann, Sprecher der Stadt Cottbus. Dabei gehe es um den Schutz der Patienten, Bewohner, Beschäftigten der jeweiligen Gebäude sowie der Tiere.

Zu diesen Zeiten ist Silvester und Neujahr ein Feuerwerk erlaubt

Stadtsprecherin Homann verweist im Übrigen darauf, dass es für Feuerwerk und Böllerei nur ein schmales Zeitfenster gebe. So heißt es im Sprengstoffgesetz: „Am 31. Dezember und 1. Januar dürfen pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 auch von Personen abgebrannt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben“.
In der Zeit vom 2. Januar bis 30. Dezember gelte das nur für Inhaber einer speziellen Erlaubnis beziehungsweise eines speziellen Befähigungsscheines.

Frankfurt (Oder)/Słubice

Böller und Raketen aus Polen das ganze Jahr

Entsprechend gibt es Böller und Raketen in Deutschland auch erst wenige Tage vor Silvester im Handel. Wer nicht gerade ein ausgebildeter Pyrotechniker ist, der hat außerhalb dieses engen Zeitfensters schlechte Karten. Ganz anders verhält es sich im benachbarten Polen. Dort ist Pyrotechnik der Kategorie F2 als sogenanntes Silvesterfeuerwerk das gesamte Jahr über erhältlich.
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Böller und Raketen der Klasse 2 dürfen aus Polen auch weiterhin eingeführt werden, wenn sie mit dem sogenannten „CE-Zeichen“ gekennzeichnet ist. Das betrifft wie in Deutschland Artikel der Klasse F1, also das Tischfeuerwerk, oder die der Klasse F2.
Für Böller und Raketen der Kategorien F3 und F4 ist eine besondere Erlaubnis notwendig. Wer das bei der Einfuhr aus Polen nicht bedenkt und erwischt wird, dem droht eine schmerzliche Strafe.
Deshalb ist der Zoll an der Grenze zu Polen jedes Jahr in der Zeit vor Silvester verstärkt mit Kontrollen beschäftigt. Gesucht wird nach illegalem Feuerwerk.