Eine amerikanische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Berlin-Moabit nach Polizeiangaben erfolgreich gesprengt worden. Um 15.08 Uhr sei der Blindgänger kontrolliert gezündet worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Die 50-Kilogramm-Bombe musste am Fundort entschärft werden, weil die Zünder beschädigt waren. Nach der kontrollierten Zündung haben die Behörden den Sperrkreis rund um den Fundort aufgehoben. Das teilte die Polizei am Montag bei Twitter mit. Damit könnten Anwohner zurück in ihre Wohnung und der Verkehr könne wieder anlaufen, sagte eine Polizeisprecherin. Rund 9000 Menschen mussten nach Behördenangaben den Bereich verlassen. Rund um den Fundort war ein 500-Meter-Sperrkreis eingerichtet worden.
Die Vorbereitungen auf die Entschärfung einer amerikanischen Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Berlin-Moabit liefen nach Angaben der Polizei am Montag auf Hochtouren. Die Evakuierung des 500-Meter-Sperrkreises rund um den Fundort war weitgehend abgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher am Montagvormittag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind jetzt fertig. Der Bereich ist so weit sicher“, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei der Deutschen Presse-Agentur am frühen Montagnachmittag. „Unsere Sprengmeister arbeiten jetzt an der Bombe, ziehen die Entlastungsgräben und befüllen die Wasserkissen, so dass wir die Sprengung nachher kontrolliert in den Boden leiten können.“ Das nehme noch einige Zeit in Anspruch.
Aktuell sei noch ein Lautsprecherwagen im Einsatz, der die Menschen im Sperrkreis über die Evakuierung informiere. „Parallel dazu laufen seit heute Morgen um acht die Kollegen von Haus zu Haus und klopfen an jeder Wohnungstür.“ Nach Ende der Evakuierung würden die Sprengmeister informiert, dass sie sich an die Arbeit machen könnten.
Auch eine Drohne ist dem Polizeisprecher zufolge zum Einsatz gekommen - für den besseren Überblick auf den Bombenfundort von oben. „Mit der haben wir das Gelände fotodokumentiert.“
Rund um die 50-Kilogramm-Bombe sollen mit 60 000 Liter Wasser befüllte Kissen platziert werden. Auf diese Weise lasse sich die Sprengwirkung der Bombe abschwächen, sagte der Polizeisprecher. Die kontrollierte Zündung der Weltkriegsbombe wird für den Nachmittag erwartet. Weil die Zünder der Bombe beschädigt seien, könnten sie nicht wie üblich entfernt werden, um die Bombe anschließend abzutransportieren. In diesem Fall solle sie am Fundort gezündet werden.

9000 Menschen betroffen

Die 50-Kilogramm-Bombe wurde bei Bauarbeiten an der Sickingenstraße westlich der Beusselstraße gefunden. Der Sperrkreis, den alle Anwohner verlassen müssen, hat einen Radius von 500 Metern um den Fundort. Den Angaben zufolge sind rund 9000 Menschen betroffen, die dort wohnen oder arbeiten. In der Gegend gibt es auch zahlreiche Büros und Gewerbebetriebe. „Was positiv zu bemerken ist: Über das Wochenende ist schon viel kommuniziert worden“, sagte der Polizeisprecher. „Das spielt uns in die Karten.“ Die Evakuierung werde sich aber den Vormittag über hinziehen.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch zahlreiche ältere und in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkte Menschen den Sperrkreis verlassen müssen. Die Krankentransporte koordiniert das Deutsche Rote Kreuz (DRK), beteiligt sind aber auch andere Hilfsorganisationen wie die Johanniter Unfallhilfe. „Seit acht Uhr sind die Krankentransporte im Dauerbetrieb“, sagte der Katastrophenschutzbeauftragte des Bezirks Mitte, Konstantin Keesmann. Geplant waren rund 60 Transporte. „Beim Zeitplan sind wir im grünen Bereich.“
Außerdem sind zwei Shuttle-Busse für Menschen im Einsatz, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen und deshalb eine Alternativunterkunft brauchen. Die Busse starteten an zwei Sammelpunkten unter anderem in der Sickingenstraße und waren Keesmann zufolge am Montagmorgen ebenfalls im Dauereinsatz.
Auch die Entschärfung der amerikanischen 50-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg stellt die Polizei vor Herausforderungen: „Die Bombe ist deformiert, und die Zünder sind beschädigt, sodass wir nicht wie üblich arbeiten, die Zünder entfernen und die Bombe abtransportieren können“, erklärte der Polizeisprecher. „Wir müssen es diesmal so machen, dass wir die Bombe kontrolliert zünden beziehungsweise sprengen.“

Bus- und Bahnverkehr stark eingeschränkt

Auswirkungen gibt es auch für den Hauptstadtverkehr: Die Berliner Verkehrszentrale teilte am Montagmorgen auf Twitter mit, der S-Bahnverkehr der S41 und S42 werde ab 11 Uhr zwischen den Haltestellen Beusselstraße und Westend eingestellt.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wiesen am Montag außerdem darauf hin, dass auch die drei Buslinien M27, 106 und 123 betroffen seien. Die M27 wird den Angaben zufolge zwischen den Haltestellen Rathaus Tiergarten und Goslarer Platz in beiden Richtungen umgeleitet. Die Linien 106 und 123 können auf ihren gewohnten Strecken fahren, halten jedoch nicht an der Haltestelle Wittstocker Straße.