Brand bei Jüterbog: 152 Hektar Wald auf altem Truppenübungsplatz in Flammen

Rauch steigt aus einem Waldgebiet bei Jüterbog auf. Mehrere Tage brannte es im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, der mit Munition belastet ist.
Manuel Genolet/dpa- Waldbrand bei Jüterbog weitet sich auf 116 Hektar aus – Gebiet mit alter Munition belastet.
- Direkter Löscheinsatz ist zu gefährlich, Feuerwehr setzt auf 50 Meter breite Brandschutzstreifen.
- Flammen bis zu einem Meter hoch, Drohnenvermessung ist für Montag angekündigt.
- Wind könnte Ausbreitung fördern, Regen wird erst am Dienstag erwartet.
- Hubschrauber oder Löschpanzer bleiben vorerst außen vor, Kosten und Verhältnismäßigkeit sprechen dagegen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Waldbrand auf einem mit Munition belasteten Gebiet bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) ist eingedämmt. „Das Feuer ist an Brandschutzstreifen ausgelaufen“, sagte Stadtbrandmeister Rico Walentin am Montag (4. Mai 2026). „Es ist mit keiner weiteren Ausbreitung zu rechnen.“ Am Montagvormittag hatte eine Drohne den Wald überflogen und 152 Hektar von Feuer betroffenes Gelände auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz gemessen.
Das Feuer war am Freitag (1. Mai 2026) auf zunächst 2,5 Hektar Fläche ausgebrochen und hatte sich auf dem mit Munition belasteten Gebiet rasch ausgebreitet. Am Samstag (2. Mai 2026) waren 113 Hektar, am Sonntag (3. Mai 2026) 116 Hektar Fläche betroffen. Wegen des Windes hatte die Feuerwehr am Freitag mit einer weiteren Ausdehnung des Feuers in dem Gebiet gerechnet. Die Gegend ist ein Naturschutzgebiet mit seltenen Tierarten.
Auch die Bürgermeisterin von Jüterbog, Christiane Lindner-Klopsch (parteilos), sprach davon, dass es „keine aktive Feuerfront“ mehr gebe. Die Überwachung der Glutnester übernehme im Laufe des Montags die dort zuständige Stiftung.
Feuerwehreinsatz ohne Spezialtechnik und Hubschrauber
Die Feuerwehr werde abrücken, kündigte der Stadtbrandmeister am Montag an und nannte die Lage inzwischen „entspannt“. „Vereinzelt brennen noch Baumstümpfe in der Fläche, und das dürfen sie auch.“ Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Orte waren nicht in Gefahr.
Seit Tagen waren Rauchwolken zu sehen und der Qualm war zu riechen. Einwohner in den Landkreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark sollten Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungen und Klimaanlagen ausschalten. Eine Warnmeldung war dazu am Freitag herausgegeben worden, am Montag (4. Mai 2026) wurde sie aufgehoben.
Die Feuerwehr musste das Feuer brennen lassen, weil ein direkter Löscheinsatz wegen der alten Munition im Boden zu gefährlich gewesen wäre. Die Einsatzkräfte mussten auf Abstand bleiben. „Es ist immer das gleiche Dilemma“, sagte Stadtbrandmeister Rico Walentin am Freitag. Er kennt die Waldbrände auf ehemaligen Truppenübungsplätzen aus den vergangenen Jahren. Im Jahr 2023 brannte es bei Jüterbog auf rund 700 Hektar. Die Stadt im Landkreis Teltow-Fläming liegt südlich von Berlin und an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.
Stattdessen setzte die Feuerwehr auf das angelegte Netz aus rund 50 Meter breiten Brandschutzstreifen. In diesen Schneisen gibt es wenig Bewuchs - also wenig brennbare Vegetation - und Wege aus Sand. Das Feuer läuft auf diese Streifen zu und geht dann von allein aus, wie Stadtbrandmeister Walentin erklärte. „Das funktioniert.“ Deshalb seien nur wenige Feuerwehrkräfte zur Sicherheit vor Ort. Die Flammen waren laut Feuerwehr maximal ein Meter hoch.
Hoffnung auf Regen
Stadtbrandmeister Walentin hoffte auf reichlich Regen. Niederschläge seien wohl erst am Dienstag (5. Mai 2026) zu erwarten, sagte er. Derzeit herrscht in zehn von 14 Landkreisen im Land Brandenburg eine hohe Waldbrandgefahr - Stufe 4 von 5.
Auf die Anforderung eines Hubschraubers oder Löschpanzers, der in das mit Munition belastete Gebiet vordringen könnte, verzichtete die Einsatzleitung. Ein Hubschrauber-Einsatz wäre teuer und nicht verhältnismäßig, sagte Walentin. Wirklich löschen lasse sich ein Brand nur vom Boden aus, zudem greife das System der Waldbrandschutzstreifen gut. Im Jahr 2023 waren Hubschrauber und ein Löschflugzeug bei Jüterbog im Einsatz.
Vom 19. Jahrhundert bis in die 1990er-Jahre wurde das Gelände laut der dort zuständigen Wildnisstiftung militärisch genutzt. Danach entwickelte sich die Natur weitgehend ungestört. Auf Teilen der Fläche wurde Munition geräumt, auch Wanderwege sind angelegt.
Das Feuer brach in einem Gebiet mit Birken, Kiefernwald und Heidekraut aus - nicht zum ersten Mal. Klassischen Wirtschaftswald und eine forstliche Nutzung gibt es in dem Naturschutzgebiet nicht. In der Nähe des brennenden Gebietes stehen Windkraftanlagen.
Ehemaliger Truppenübungsplatz ist Rückzugsort für seltene Arten
Der Waldbrand auf dem tausende Hektar großen, ehemaligen Truppenübungsplatz „Altes Lager“ ist nach Einschätzung der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg für Tiere fatal. „Da werden viele Tiere vernichtet“, sagte Antje Wurz vom geschäftsführenden Vorstand. Vögel, die am Boden brüten, könnten ihre Küken nicht retten. „Es ist außergewöhnlich, dass es so früh im Jahr einen solchen Waldbrand gibt“, meinte die Forstwissenschaftlerin Wurz. Warum es zu dem Feuer kam, ist unklar.
In den vergangenen 35 Jahren hätten sich seltene Arten auf dem ehemaligen Militärgelände angesiedelt, so die Wildnisstiftung. Darunter sind unter anderem Wildbienen, Heuschrecken und Eidechsen, die dort Rückzugsorte finden. Aber auch Brutvögel wie der seltene Wiedehopf haben dort ihren Lebensraum gefunden.
„Waldökosysteme können sich erholen“, sagte Expertin Wurz. Aber es werde für die Natur schwieriger, je öfter es Brände auf derselben Fläche gebe.
Mehr als 20 Waldbrände am ersten Mai-Wochenende gemeldet
„Es ist misslich, dass schon zu Beginn der Waldbrandsaison eine so große Fläche betroffen ist“, sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel. Über das lange erste Mai-Wochenende habe es über 20 weitere Waldbrände im Land gegeben - betroffen waren demnach abseits von Jüterbog Flächen zwischen 25 Quadratmetern und 2,5 Hektar.
In den Landkreisen Elbe-Elster und Spree-Neiße ist die Waldbrandgefahr nach wie vor hoch und steht auf Stufe 4 von 5. Im Rest des Bundeslandes gibt es eine mittlere oder geringe Gefahr.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte den Einsatz der Feuerwehrleute beim Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog. „Die Waldbrandsaison beginnt - auf unsere Einsatzkräfte ist Verlass. Danke!“, sagte er laut einem Instagram-Beitrag der Staatskanzlei in Potsdam. Fast in ganz Brandenburg gilt wegen der Trockenheit und sommerlicher Temperaturen eine hohe Waldbrandgefahr.







